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Samstag, 8. Januar 2011

Crazy Snowrun Arosa - Es soll nicht sein !!

Es soll einfach nicht sein!  Wie bereits letztes Jahr in Engelberg fand der Crazyrun auch in Arosa nicht statt.

Am Freitag nachmittag fuhr ich nach Chur, wo ich die Nacht auf Samstag in einem einfachen Hotel verbrachte. Zuerst wollte ich mit dem Zug nach Arosa fahren, aber aufgrund der guten Strassenverhältnisse entschloss ich mich das Auto zu nehmen. Diese 360 Kurven und ca. 30 km hatten es aber in sich. Ich kam aber sehr gut voran und war kurz vor 08:00 in Arosa.
Da herrschte bereits emsiges Treiben um die letzten Vorbereitungen abzuschliessen. Ich bin noch ein wenig in Arosa herumgeschlendert, um mir ein wenig die Zeit zu vertreiben. Zu der Zeit war es ca. 3 Grad und es hatte graue Wolken am Himmel. Zudem ging noch ein leichter Wind. Aber schon bald lichtete sich diese Wolken und blauer Himmel kam zum Vorschein. Der Start befand sich auf dem Obersee.


Immer mehr Leute trafen ein und schon war es mit der Ruhe vorbei. Dann kam der Speaker und verkündete die folgenden Nachrichten:

  1. Der Crazy Snowrun und der Crazy Walking finden aufgrund von Windböen auf der Sattelhöhe von ca. 70-90 km/h NICHT statt! Der Lauf wird auf der Halbmarathon-Strecke durchgeführt. 
  2. Die Rhätische Bahn setzte einen neuen Zug ein, welcher auf dem Weg von Chur nach Arosa einen Defekt hatte. Deswegen muss dieser Zug wieder zurück nach Chur und das ganze Programm verschiebt sich um eine Stunde!
Mit der zweiten Meldung hätte ich mich ja noch abfinden können, aber dass der Crazy Snowrun schon wieder nicht stattfinden kann, hat mich schon genervt. Mein erster Gedanke war sofort abzureisen. Ich verstehe ja, dass die Sicherheit Vorrang hat, war aber schon sehr enttäuscht. Zudem war ich ja schon fast 2.5 Std am Warten und nun noch eine Stunde mehr. Aber was soll's, ändern kann ich es sowieso nicht.
In dieser Zeit habe ich mich mit verschiedenen Leuten unterhalten; u.a. mit Gabriel Lombriser, ein Spitzenläufer aus meiner alten Heimat (er wurde 2. beim HM). 


Zudem hatte ich noch einen kurzen Schwatz mit André Reithebuch, dem Mister Schweiz 2009. Er hat mir von seinem letztjährigen Jungfrau Marathon erzählt, welcher er in guten 5h20 gelaufen ist. Er wollte ihn zwar unter 5 Std. laufen, aber Krämpfe nach Wengen haben das verunmöglicht. 

Den Snowrun Halbmarathon lief er unter 2 Std., meiner Meinung nach eine sehr gute Zeit bei diesen Bedingungen und Höhenmeter. Ich gratuliere.


Dann um 11:20 endlich der Start, zuvor habe ich noch Ivo Koller begrüsst, er war einer der Leidtragenden des Zugdefektes und kam erst ein paar Minuten vor dem Start in Arosa an. Zuerst liefen wir eine Runde auf dem See, dann um den See und schon ging es steil rauf. Da Arosa auf über 1'700 Meter liegt und ich langsam auch ein wenig Hunger bekam, fühlte ich mich ein wenig schwach. Zudem war ich seit einer Woche ein wenig auf Diät um die Sünden des Dezembers langsam wieder loszuwerden. 
Stetig ging es aufwärts Richtung Tschuggenhütte und die Beine wurden immer schwerer. Für den km 6 mit über 110 hm brauchte ich fast 10 min. Dies einerseits wegen der Steigung und andererseits auch wegen dem Boden. Im Grossen und Ganzen befand sich die Strecke in einem sehr guten Zustand. Es gab aber auch Abschnitte, wo man fast 20 cm im Schnee versank. Endlich dann bei ca. 9 km der Kulminationspunkt auf über 2'100 Meter ü. M., die nächsten 3 km ging es vorallem abwärts, aber immer wieder ein paar bissige Steigungen. Teilweise war es so steil und eisig, dass trotz Schuhe mit Profile das Vorwärtskommen fast unmöglich war und sehr viel Kraft kostete. Da ich mich für die Crazy Strecke angemeldet hatte, wusste ich den Streckenverlauf des Halbmarathons nicht genau. Ich sah ein paar Läufer nochmals steil zur Tschuggenhütte rauflaufen und dachte, das wären die vom Kurzlauf. Aber weit gefehlt auch ich musste da nochmals rauf. Dieses Mal brauchte ich über 11 min für diesen km! Ich war schon fast fix und fertig. Zum Glück ging es bis km 19 wieder mehrheitlich abwärts. Leider vermischten sich ca. 3 km vor dem Ziel die Läufer mit den Walker vom Kurzlauf. Immer wieder mussten wir uns bemerkbar machen, damit wir überholen konnten. Da ich fast keine Kraft mehr hatte war dies sehr mühsam. Dann kurz vor dem Ziel noch eine letzte Steigung, ich dachte die hört nicht auf. Endlich ging es wirklich nur noch abwärts und ich lief mit der letzten Kraft ins Ziel. Die Zeit von 2Std14 war ok, aber ich wäre lieber die Crazy Strecke gelaufen.
Nach der Verpflegung das Finishergeschenk (Schal) abgeholt, geduscht und mit dem Fotoapparat bewaffnet zum Ziel gelaufen und dort auf den diesjährigen Mister Schweiz (Jan Bühlmann) gewartet. Er nahm es sich sehr gemütlich und auch das Fernsehen musste warten bis sie das Interview machen konnten. Ich schoss noch ein paar Fotos und es wurde nun Zeit die Heimreise anzutreten. Nach 360 Kehren (da wird einem schon ein wenig schlecht) und 35 min war ich zumindestens mal in Chur. Dort via Autobahn Richtung nach Hause. Mit einem kleinen Zwischenstopp bei der Raststätte Würenlos war ich dann so gegen 18:00 Uhr zu Hause.

Im Nachhinein gesehen war es nicht so schlecht, aber werde trotzdem in der nächsten Zeit die Snowruns eher meiden. Aber man weiss ja nie .....