Gästebuch

Herzlich Willkommen auf unserem christrunners Blog! Dies hat nichts mit Religion zu tun ist einfach unser Familien-Name. Unsere Resultate sind auf Datasport zu finden; Fotos auf Picasaweb.

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Samstag, 30. Juli 2011

K78 - Swissalpine Davos

Kaum aus unseren Sommerferien aus Kreta zurück, bleibt uns ein Tag um aus- und wieder einzupacken und uns an die kalten Temperaturen in der Schweiz zu gewöhnen. Früh am Freitag Morgen haben wir uns auf den Weg nach Davos gemacht. In Klosters gabs noch einen kurzen Kaffeehalt und dann haben wir in Davos direkt unser Hotelzimmer bezogen und uns dann zu Fuss zum Kongresszentrum aufgemacht. Vorher gabs aber noch einen feinen Teller Risotto.

Nachdem wir unsere Startnummern abgeholt haben, haben wir uns noch die verschiedenen Stände angesehen und auch noch ein paar bekannte Gesichter getroffen und ein wenig geplaudert. Danach haben wir uns wieder Richtung Hotel aufgemacht, unterwegs noch etwas eingekauft und einen Kaffee getrunken. Später haben wir uns etwas hingelegt, lag doch am nächsten Tag eine grosse Strecke vor uns.... Zum Abendessen haben wir uns einen Teller Spaghetti gegönnt und sind dann früh zurück ins Hotel. Dort haben wir alles für den nächsten Tag bereitgelegt und sind dann bald ins Bett. Am nächsten Morgen klingelte unser Wecker um 4.45Uhr und wir nahmen unser Frühstück im Zimmer ein (das Hotel hat das Frühstück auf 6.00Uhr festgelegt, was für uns zu spät war da wir um 7.00Uhr starteten). Um kurz nach 6.00Uhr machten wir uns auf den Weg zum Eisstadion. Dort angekommen gaben wir unsere Tasche für Bergün ab und schon bald war es Zeit an den Start zu gehen. Zu "Conquest of Paradise" gings pünktlich um 7.00Uhr auf die Strecke.


Rainer und ich habe uns vorgenommen, diesen Lauf gemeinsam zu laufen. Für mich war es mal wieder schwer, am Anfang nicht zu schnell loszustürmen zumal die ersten Kilometer gut zu laufen sind und zu einem schnelleren Tempo verleiten. Bei Rainer stellten sich schon bald erste Beschwerden ein, er hat schon seit Wochen mit dem Knie Problem und auch die Arthrose macht ihm immer wieder mehr oder weniger zu schaffen. Bis Filisur ging alles noch recht gut aber dann wurde unser Tempo immer langsamer und wir sind sehr oft gegangen. Wir wurden nur überholt und es kostete mich viel Mühe mein Tempo an das von Rainer anzupassen.

Beide sind wir den K78 schon einmal gelaufen und wir waren auf die Streckenänderung in diesem Jahr gespannt. Die erste war schon früh zu Beginn. Um einem Stau auszuweichen liefen wir bis Spina auf der breiteren, asphaltierten Strasse. Der Belag und auch das ständige Auf und Ab behagte uns nicht so. Hier wurden wir aber mit einem herzlichen Willkommen begrüsst und die grossen Kuhglocken schickten uns mit lautem Gedröhne auf die weiteren Kilometer. Die Strecke führte immer leicht steigend dann wieder runter auf Wanderpfaden oder auf breiten Schotterwegen, wie in der Landwasserschlucht. Schon lag das Wiesener Viadukt vor uns, ein wenig mulmig war mir schon, als wir darüber liefen, waren wir doch nur durch einen Gitterrost vom Abgrund getrennt..... Die grösste Aenderung war dann zwischen Filisur und Bergün. Anstatt auf der breiten Strasse hochzulaufen führte die Strecke auf einem steilen Bergpfad hoch zum Crestas da Buel. Rainer hatte ziemlich Probleme und wir sind die meiste Zeit gewandert. Auf der Passhöhe waren wir etliche Höhenmeter weiter oben wie Bergün lag. Also mussten wir alles wieder runter laufen. Auch mir fiel das Runterlaufen immer schwerer, ich fühlte die Schläge auch schon ziemlich in den Knien. Von weit oben sahen wir das Effektendepot wo wir einen Sack mit Wechselkleider deponiert hatten. Ich bin etwas vorgerannt und habe unsere Taschen organisiert. Rainer hat inzwischen den Entschluss gefasst, dass es besser wäre, wenn wir jedes für sich alleine weitermachen. Er hat sogar von "aufgeben" geredet.

So habe ich mich dann alleine auf den weiteren Weg gemacht und gehofft, dass mein Schatz den Rank findet und den Weg nach Davos fortsetzt. Da ich bis Bergün in gemässigtem Tempo unterwegs war, fühlte ich mich noch recht frisch und konnte die nächsten 10km fast durchlaufen. Ein tolles Gefühl soviele LäuferInnen zu überholen, darunter auch viele K42er die erst gestartet waren. Kurz hinter Chants ist es dann vorbei mit rennen, jetzt geht es richtig los... Der breite Weg geht über in einen schmalen und steilen Bergpfad. Hier wird im Gänsemarsch jeder Höhenmeter erkämpft und die Vegetation wird immer karger. Wir laufen inmitten einer Steinwüste, doch wenn man genau hinsieht strecken immer wieder Blumen ihre Köpfe zwischen den Steinspalten hervor. Dann plötzlich hat man die Sicht frei zur Keschhütte, doch noch sind ein paar Höhenmeter zu bewältigen. Das Wetter hat sich in der Zwischenzeit auch verschlechtert und ein erster Regenguss hat mich beim Aufstieg zur Keschhütte begleitet. Auch der Wind hat stark zugenommen und es wird etwas ungemütlich. Endlich passiere ich die Zeitmessmatte und werde dort von Roland Strohmeier mit einem Händedruck begrüsst. Es tut gut ein bekanntes Gesicht zu sehen und ein paar aufmunternde Worte zu hören.

Zum Glück werden hier Plastik-Mäntel von der Migros verteilt - ein grosses Danke dem edlen Spender!!! Dankbar lasse ich mir einen überstreifen und dann verpflege ich mich noch kurz und schon geht es weiter Richtung Sertigpass. Von 2'630MüM geht es jetzt wieder ca. 200hm runter und danach folgt eine relativ flache Passage Richtung Ravaischsee. Hier laufe ich wieder in einer Kolonne und komme einfach nicht nach vorne. Langsam wird mir richtig kalt und ich mache mich schliesslich doch bemerkbar und husche an den 3 Läufern vor mir vorbei. Jeder Schritt muss genau passen und die Beine sind doch schon sehr müde. Nach der Umrundung des Sees geht es wieder in eine mächtige Steigung Richtung Sertigpass. Man konnte die orangen Regenmäntel schon von Weitem sehen, die Karawane zog sich wie eine Perlenschnur den Berg hoch. Noch diese Steigung, dann war die Höhe praktisch geschafft. Endlich sehe ich den Verpflegungsposten in dieser trostlosen, nassen, windigen und nebligen Einöde. 2'740MüM gönne ich mir jetzt erstmal eine Cola und eine heisse Bouillon. Lange halte ich es nicht aus, der Wind ist einfach zu kalt. Ich mache mich auf den Abstieg und der hat es wirklich in sich. Technisch ziemlich anspruchsvoll geht es über grössere Felsbrocken und der Pfad ist steil und schmal. Viele Läufer haben Angst resp. Respekt und dadurch kommt es auch hier wieder zu Staus. Mir macht dieses Stück grossen Spass, noch schöner wäre es gewesen, wenn ich mein Tempo hätte laufen können.


Mit jedem Meter den ich dem Tal näher komme steigen auch die Temperaturen wieder an und ich befreie mich von meine orangen Mäntelchen. Beim Verpflegungsposten auf der Chüealp nimmt mir ein aufmerksamer Streckenposten den Mantel gleich aus der Hand. Ich verpflege mich ganz kurz und rolle weiter Richtung Tal. Es läuft richtig gut jetzt, das relativ sanfte Gefälle lässt mich wieder ein gutes Tempo laufen. Irgendwo unterwegs steht noch Marianne Balmer an der Strecke und feuert mich an und meinte, dass ich noch frisch aussehe....ja mein Pokerface! Frisch fühlte ich mich schon länger nicht mehr aber es ging mir doch recht gut. Endlich kam ich in Sertig Dörfli an. Auch hier wieder kurz verpflegt und wieder los. Jetzt hiess es noch das Sertigtal nach vorne zu laufen und dann nach Davos.

2008 bin ich den K78 schon einmal gelaufen, da aber die Strecke über den Scalettapass und zum Schluss läuft man das Dischmatal nach Davos. Das Sertigtal verläuft parallel zum Dischmatal getrennt durch eine Bergkette. Die Strecken sind jedoch grundverschieden. Das Dischmatal verläuft sanft mit nur kleinen Coupierungen Richtung Davos. Nicht so das Sertigtal, welches viel wilder und rauer ist. Auf einem schmalen Pfad mussten wir uns durch den Wald durchschlängeln. Immer wieder Höhenmeter rauf damit es hinter der nächsten Biegung wieder runter geht...... Hier musste ich sehr kämpfen, aufwärts und flach war nur Gehen möglich, abwärts konnte ich es dann wieder etwas rollen lassen. Die Strecke ist ja eigentlich wunderschön aber zu diesem Zeitpunkt wäre mir eine breitere möglichst ebene Variante lieber gewesen!

Endlich konnte man durch die Bäume hindurch einen Blick auf Davos werfen. Das Eisstadion war plötzlich ganz nah aber wir mussten da noch dran vorbeilaufen ans andere Ende von Davos dann nochmals eine Schlaufe im Wald und endlich gings hinter dem Golfplatz auf die Strasse runter. Jetzt noch knapp 2km, das zog sich ziemlich in die Länge zumal die Strecke hier auch absolut nichts zu bieten hatte, was einem etwas ablenken konnte. Dann kam die letzte Biegung auf die Gerade Richtung Stadion. Und plötzlich hörte ich meinen Namen und sah ein paar Läufer der Läufergruppe Niederbipp - wow war das schön so Empfangen zu werden. Jetzt lief ich ins Stadion ein und genoss die Emotionen die in mir hochkamen. Wo war wohl Rainer, ist er weitergelaufen, wird er es auch schaffen??? Soviele Fragen und ich überquerte die Ziellinie und konnte meine Tränen fast nicht zurückhalten. Schnell die Sonnenbrille angezogen, wie gerne hätte ich jetzt meinen Schatz in die Arme geschlossen..... Ich holte mir mein Finishershirt und meine Medaille und ging dann zur Effektenausgabe. Dort sah ich auch, dass Rainer seine Tasche noch nicht abgeholt hatte, was bedeutete, dass er nicht aufgegeben hatte und noch unterwegs war.

Ich bin dann wieder raus und habe mich erstmal direkt beim Stadioneingang postiert und die einlaufenden Helden gefeiert. Dann habe ich mich entschlossen zu den Niederbipper Läufern zu gehen und durfte dort noch Glückwünsche entgegennehmen. Alle fragten nach Rainer und ich konnte nicht genau Auskunft geben, dann stellte ich mich nach vorne an die Strecke und blickte Richtung letzte Kurve und in dem Moment kam er um die Ecke. Wir stellten uns alle zusammen auf und haben Rainer mit einer Welle willkommen geheissen! Ein Lachen hat sich auf sein Gesicht gestohlen und er ist förmlich Richtung Ziel davongesprintet. Ich bin so schnell ich konnte hinterher und dann endlich im Zielraum konnte ich ihn in die Arme schliessen und auch meine Tränen laufen lassen. Ich war so stolz, dass Rainer es durchgezogen hat und ich war so stolz auf mich und ich war einfach nur fertig......

Noch einmal gingen wir zur Effektenausgabe um Rainers Tasche zu holen, danach wollten wir nochmals zu den Niederbippern aber leider waren sie schon weg Richtung Abendessen verschwunden. Dafür haben wir noch Roman angetroffen, welcher den K78 in sagenhaften 7Std.36Min. gelaufen ist, er hat auf seine Frau Sonja gewartet, welche zu Beginn immer wieder ein Stück mit uns gelaufen ist (sie ist in 12Std.08Min. ins Ziel gekommen). Wir plauderten noch ein wenig mir wurde aber langsam kalt und wir machten uns dann auf ins Hotel. Der Weg war plötzlich ziemlich lang....aber auch da haben wir unser Ziel erreicht ;-) Eine warme Dusche hat die Lebensgeister halbwegs zurückgebracht und danach gönnten wir uns ein feines Nachtessen inkl. Dessert!!!

Ach ja, unsere Zeiten hätte ich beinahe vergessen. Ich lief in 10Std.55Min. in Davos ein und Rainer kam in 11Std. 34Min. ins Ziel. Rainers Fazit - nie mehr....... und ich?? Tja ich kann es mir schon wieder vorstellen......

Samstag, 9. Juli 2011

Zermatt Ultra Marathon - St. Niklaus - Gornergrat

Mit diesem Text warb Zermatt für den Ultra Marathon und für Sabine und mich hiess dies natürlich "Da wollen wir dabei sein!". Gesagt, getan.
Darauf haben viele gewartet, zum 10-jährigen Jubiläum wird’s wahr: der Zermatt Marathon führt, exklusiv zum Jubiläum, wieder auf den Gornergrat. Wenn die Läuferinnen und Läufer des Zermatt Marathons bei der Kapelle auf dem Riffelberg das Ziel in Griffnähe haben, haben die Ultra Zermatt Marathon-Läuferinnen und –läufer noch exakt 3,4 km und happige 514 Höhenmeter vor sich. Die Aussicht auf dem Gornergrat, auf 3'089 m.ü.M. ist einzigartig und wird für alle Strapazen entschädigen.

Am Freitag fuhren wir um ca. 08:00 Uhr los. Trotz Ferienzeit kamen wir ganz gut voran. Auch beim Verladen am Lötschberg hatten wir keine Wartezeiten. Die Tickets kauften wir wie immer in der Raststätte Grauholz und so konnten wir die Self Service Spur benutzen. Ohne nennenswerte Verzögerung kamen wir nach ca. 3 Std in St. Niklaus an. Dort holten wir die Startunterlagen ab und schauten noch bei den verschiedenen Ständen (u.a. Salomon) vorbei. Dann fuhren wir weiter nach Täsch und parkten unser Auto dort. Mit dem Zug ging es dann nach Zermatt und dort zu Fuss via Bahnhofstrasse zum Hotel. Das Matterhorn war von Wolken verhangen und bereits jetzt schon kann ich erwähnen, dass wir es dieses Mal nie ganz wolkenlos zu Gesicht bekamen.



Nach dem Einchecken waren wir Mittagessen und sind dann noch ein wenig durch Zermatt spaziert. Dabei trafen wir verschiedene uns bekannte LäuferInnen u.a. Anna und Fridolin Kreienbühl, Renate Werz sowie Bernhard Mühlheim inkl. Frau und Freunde.

Später am Abend gingen wir noch an die Pasta Party um unsere Kohlenhydratspeicher fürs morgige Rennen aufzutanken. Bald danach ging es zurück ins Hotel und dort bereiteten wir alles für den Lauf vor.

Nach einer kurzen Nacht standen wir um 05:30 auf und gingen gegen 6 Uhr zum Frühstück. Draussen war es schon fast hell und ca. 100 Japaner standen nicht weit von unserem Hotel entfernt. Sie wollten einen Blick aufs Matterhorn werfen, aber das war von Wolken verhangen (wie an allen 3 Tagen).
Um 06:59 fuhr der Zug zum Start nach St. Niklaus. Leider waren wir relativ spät beim Bahnhof und so blieb für uns nur noch ein Stehplatz übrig. Im Zug traffen wir dann noch Ralf Ocvirk, der zum ersten Mal am Zermatt Marathon teilnahm. In St. Niklaus angekommen galt es zuerst mal die Toiletten aufzuspüren. Beim Start trafen wir noch Ursula Gassmann mit Freund Philippe sowie Paul Gfeller, welcher zum 10. Mal dabei war.

Um 08:25 dann der Startschuss. Sabine und ich liefen unsere eigene Pace. Mein Ziel war unter 7 Std. (neben Ankommen natürlich). Beim letzten Mal hatte ich 5Std35 und für die zusätzlichen km sowie Höhenmeter rechnete ich ca. 1 Std. Zu Beginn konnte ich Sabine noch folgen aber schon bald lief sie davon. Auf den ersten paar km hatte ich Mühe aber ab ca. km 3 lief es dann ok. Die km flogen nur so vorbei. Kurz vor km 9 wurde ich von Patrick Wieser (Sieger Marathon) in einer Steigung derart schnell überholt, dass ich eingestehen musste, dass Geschwindigkeit relativ ist. Nach 1Std30 passierte ich km 15, also bis jetzt 6min/km. Ich fühlte mich eigentlich bis hier hin recht gut aber schon bald war ich irgendwie leer. Trotz relativ moderater Steigungen vermochte ich nicht mehr zu rennen. Dann endlich Zermatt erreicht. Bei der Zwischenzeit war ich ca. 4 min langsamer als beim letzten Mal. Aber auf den nächsten km musste ich ganz schwer kämpfen. Kurz vor km 24 lief ich 2 Meter an unserem Hotel vorbei. Es wäre eine kurze Strecke gewesen und der Krampf wäre zu Ende gewesen. Aber der Gedanke war nur kurz und schon war ich vorbei. Auf den nächsten km litt ich sehr und die "verdammte" Verpflegungsstation wollte und wollte nicht kommen. In der Zwischenzeit hatte ich einen riesen Kampf mit meinem inneren Schweinehund. Irgendwann hatte ich die Entscheidung getroffen bei km 42.1 nach links ins Marathon Ziel zu laufen und nicht noch die 3.3 km sowie über 500 Höhenmeter aufs Gornergrat. Dann ging es mir ein wenig besser zumindestens für eine kurze Zeit. Km 34 - 38 verlaufen mehrheitlich abwärts aber ich vermochte nicht mal mehr dort zu rennen. Und so zeigte die Uhr jeweils ca. 9min30 pro km (anstatt mögliche 6m30).
Rampe zum Riffelberg

Dann endlich bei der Riffelalp und wer die Strecke kennt weiss, dass nun die Hölle startet. Diese Rampe rauf zum Riffelberg hat es wirklich in sich.  Aber ich fühlte mich in der Zwischenzeit besser und der Rythmus der Guggenmusik half mir da rauf. In der Zwischenzeit war auch für mich klar, dass ich NICHT nach links ins Marathon Ziel laufe sondern nach RECHTS Richtung Gornergrat. Nach 5Std50 passierte ich die Abzweigung und auf einmal fühlte ich mich trotz Schmerz richtig gut. Auch kam viel mehr Ruhe rein, da man nicht mehr ständig von Marathonis bzw. Staffelläufer überholt wurde. Ich fand bald meinen Tritt und wusste dass es in max. 1 Std vorbei sein wird. Es gelang mir sogar auf den steilen Passagen einige LäuferInnen noch zu überholen. Das Gornergrat rückte näher aber es schien trotzdem kein Ende zu nehmen.

Kurz vor dem Ziel noch eine Treppe rauf, dann über eine Brücke und 100 Meter später war es vorbei. In einer Zeit von 6Std46 lief ich die 45.595 km mit 2'498 Höhenmeter. Dem grossen Schmerz folgte die grosse Erleichterung das Ziel doch erreicht zu haben. Meine Vorgabe von unter 7 Std. hatte ich auch erreicht.

Sabine kurz vor dem Ziel

Sabine lief eine super Zeit von 6Std03 und war zu dieser Zeit bereits auf dem Riffelberg. Da es in der Zwischenzeit zu regnen begonnen hat ging ich direkt in den Zug. Auf dem Riffelberg musste ich meine Tasche noch abholen. Dort  angekommen begann es zu hageln und ich entschied mich direkt nach Zermatt runterzufahren. Sabine wartete zwar mit Luzia und Martin auf dem Riffelberg aber ich wollte nur noch runter. Wir hatten dann kurz telefoniert und uns im Hotel verabredet. Nach der Dusche ging es mir besser und bald darauf traf auch Sabine ein.


Später spazierten wir noch mit unserer Trophäe durch Zermatt und plauderten mit uns bekannten Personen, u.a. Thanh welcher den Marathon in 6Std07, ca. 21 min besser als das letzte Mal, lief. Nach einem feinen Nachtessen trafen wir im Pastazelt bei den Ranglisten noch die Marathonis Luzia (5Std01) und Martin (3Std50). Zusammen genehmigen wir uns eine feine Glace sowie einen Kaffee (und Martin noch ein Bier). Zu der Zeit bekam Martin einen Anruf von Gabriel Bader und wir erlaubten uns den Scherz, dass ich das Telefon abnahm und mich mit Christ meldete. Da hätten wir Gabriel's Gesicht gerne gesehen.
Langsam machte sich die Müdigkeit bemerkbar und wir verabschiedeten uns. Aber nach einem solchen Tag mit den vielen Eindrücken ist es trotz Müdigkeit nicht leicht einzuschlafen.

Am nächsten Tag entschieden wir uns nochmals aufs Gornergrat zu fahren. Wie der Zufall es so will Luzia und Martin hatten die gleiche Idee.

Gemeinsam verbrachten wir noch ein paar Stunden und um 12:40 fuhren wir gemeinsam nach Täsch zu unserem Auto. Von dort aus nach St. Niklaus zum Auto von Martin und Luzia, da sie am Samstag morgen direkt an den Start gefahren sind.

Nach ein paar Stunden Fahrt mit Sonne, Regen, Hagel, Stau waren wir um ca. 18:00 zu Hause. Es war ein schönes aber auch hartes Wochenende.