Intro

Herzlich Willkommen auf unserem christrunners.ch Blog! Dies hat nichts mit Religion zu tun ist einfach unser Familien-Name. Wir sind eine sportliche Familie, nehmen an verschiedensten Wettkämpfen teil. Unsere Resultate sind auf Datasport zu finden.

Sonntag, 10. Mai 2015

Schluchseelauf - Einmal rund um den Schluchsee

Die christrunners melden sich zurück :-)! Heute ging es früh um 7.00 Uhr los in Richtung Schluchsee. Die Sonne begleitete uns schon auf der Hinfahrt und die Temperaturen waren im unteren zweistelligen Bereich - also optimales Laufwetter. Obwohl, Rainer wäre ein leichter Nieselregen lieber gewesen aber man kann nicht alles haben, schliesslich ist ja Muttertag!

Sehr zeitig sind wir in Schluchsee angekommen und haben unsere Startunterlagen abgeholt und uns dann noch einen Kaffee inkl. süsser Versuchung gegönnt. Wir konnten ein paar Lauffreunde begrüssen und auch einen fleissigen Blog-Leser, welcher unsere früheren regelmässigen Blogeinträge vermisst hat - ich gelobe Besserung ;-). Um kurz nach 9.00Uhr machten wir uns lauffertig und gingen auf eine Aufwärmrunde und da zeigte sich, dass es ein heisser Lauf werden würde. Schnell noch die untere Schicht ausgezogen und so war ich bereit für die sonnige Umrundung des Schluchsees. Den leichten Muskelkater in den Oberschenkeln von der gestrigen TRX-Stunde wollte ich einfach ignorieren. Wir waren Beide sehr gespannt wie es laufen würde, sind wir doch nach unserem Mallorca-Rad-Urlaub in der vorletzten Woche nicht wirklich viel oder gar nicht (Rainer) gerannt.

Wir reihten uns im ersten Startblock ein und ich nahm mir vor, nicht allzuschnell zu starten. Um 10.10Uhr fiel der Startschuss und es ging dann erstmal gar nichts. Bis sich die ganzen Massen vor uns über die Startlinie bewegt haben sind knapp 40 Sek. vergangen und dann konnten auch wir in einem relativ lockeren Tempo loslaufen. Die Strecke durch den Wald war relativ eng und an überholen war nicht zu denken, so bin ich im allgemeinen Trott mit, habe aber Rainer bereits aus den Augen verloren, resp. er war irgendwo kurz hinter mir.

Was soll ich sagen, es lief mir richtig gut. Ich konnte tief durchatmen, was mit meinem Belastungsasthma eher eine Ausnahme ist und so lief ich ein zügiges Tempo nachdem wir den engen Wald verlassen hatten und ich genoss es ohne dieses beengende Gefühl zu laufen. Immer wieder ein Blick auf die Uhr um nicht zu schnell zu werden, es lagen doch noch ein paar Kilometer vor uns. Bis zur 1. Verpflegungsstelle lief es wirklich total super und dann hab ich den Rhythmus verloren und hatte eine Zeitlang ziemlich Mühe wieder in mein Tempo zu finden. Da ich die Strecke jedoch gut kenne, wusste ich wie lang die Steigung war und konnte gut einteilen. Und dann gings in leichtem Gefälle abwärts, da konnte ich wieder richtig ziehen und es hat Spass gemacht. 

Bei der 2. Verpflegung kurz ein Becher Wasser, es war in der Zwischenzeit wirklich ziemlich warm und mein Schatz mag das gar nicht. Danach zog es sich doch ziemlich hin bis zum oberen (oder unteren?) See-Ende, welches für mich der "Heimweg" bedeutete und ich freute mich auf die letzten Kilometer. Bei der 3. Verpflegung bei der Segelschule war ich noch froher Dinge und es lief sehr gut.


Irgendwann meldete sich eine Wade mit einem leichten Zwicken, kein gutes Zeichen. Eigentlich kenn ich das Problem ja aber ich hatte die Salztabletten komplett vergessen und so hoffte ich, dass die Krämpfe nicht richtig kommen würden. Leider ein frommer Wunsch. Ich bin dann vorsichtig gelaufen und habe versucht, durch Auftreten auf der Ferse meine Wade jeweils etwas zu dehnen. Dies ging einige Zeit gut aber auf dem letzten Kilometer hats dann wirklich geklemmt und ich musste stoppen und dehnen - beide Waden haben gekrampft. Die Zuschauer haben mich angefeuert und ich bin weiter, Es ging einigermassen gut bis vor der Unterführung kurz vor dem Zielbogen, da musste ich nochmals ganz kurz stoppen ob ich wollte oder nicht - laufen mit Krämpfen geht einfach nicht.... Nochmals auf die Zähne gebissen und die letzten Meter bis zum Zielbogen - geschafft! Mit 1Std.29Min.4Sek. war ich sehr zufrieden und wollte auf Rainer warten. Er kam dann knapp eine Minute nach mir ins Ziel und ich wollte ihm gratulieren doch er musste gleich durch auf's nächste Klo. 

Ich bin dann hoch zum Duschen und hatte noch einen letzten Kampf mit meinen Kompressionssocken zu gewinnen (vor lauter Krämpfen konnte ich diese fast nicht ausziehen :-) ). Nach dem Duschen habe ich Rainer dann vor der Halle angetroffen.

Er hatte ab Kilometer 12 mit ziemlichen Bauchkrämpfen zu kämpfen. Ansonsten wäre es auch bei ihm super gelaufen. Seine Endzeit ist 1Std.30Min.02Sek., Ein bisschen hat es ihn schon gewurmt, dass er so knapp die 1.30Std-Marke nicht geknackt hat. Aber nach einem Stück Kuchen sah die Welt schon wieder besser aus und wenn man solche Bauchkrämpfe hat ist die Leistung allemal spitzenmässig.

Wir haben dann noch etwas die Sonne genossen und uns dann auf den Heimweg gemacht. In Höchenschwand habe wir uns noch was Süsses gegönnt und jetzt zaubern unsere Girls ein feines Muttertagsessen für mich. Ein Sonntag ganz nach meinem Geschmack - Danke Schatz, dass ich mal wieder vor Dir einlaufen konnte - i lieb Di fescht und Danke an unsere Mädchen Jessica und Alisha, dass Ihr so tolle junge verantwortungsbewusste Ladies seid und natürlich für mein Muttertagsessen - i ha Euch fescht lieb <3 div="">

Sonntag, 7. September 2014

Powerman Zofingen Longdistance Duathlon

Nach den vielen verregneten und viel zu kühlen Sommertagen stand uns ein heisses Powerman-Weekend bevor. Nicht gerade ideal, da wir überhaupt nicht an solche Temperaturen gewohnt sind dieses Jahr. Aber wenigstens gab es keinen Regen auf der Radstrecke wie letztes Jahr.

Unser Lauftraining ist, wie auch schon im letzten Jahr, völlig "untergegangen". So starteten wir mit je 200 (Rainer) und 400 (ich) Trainingskilometer am Sonntag Früh auf die Langdistanz. Das bedeutet 10km Laufen auf einer coupierten Rundstrecke (2x 5km), dann 150km Rennrad mit 1600hm und zum Schluss nochmals 30km Laufen mit 700hm auf einer mental sehr anspruchsvollen Strecke.

Um 8.00 Uhr fiel für mich der Startschuss, Rainer musste eine Stunde später starten. Die Strecke ging gleich voll in eine saftige Steigung, was mir überhaupt nicht lag. Zudem war es für mich schon sehr warm und der Schweiss tropfte. Oben angekommen hatte ich schon das ganze Laktat in den Beinen, da hatte ich schon kurz ein Gedanke, dass ich heute meine Beine wohl noch spüren werde, auch plagte mich ein heftiges Seitenstechen. Ich schaffte die knapp 10km in etwa 45 Minuten und wechselte dann aufs Rad, da fühlte ich mich gleich wohler. Die erste Runde habe ich in persönlicher Bestzeit in 1Std. 40 Min. geschafft. Bei der Durchfahrt in Zofingen standen meine Schwester Moni und ihr Partner Fritz und haben mich lautstark angefeuert - immer schön, wenn man Unterstützung hat. Auf gings zur 2. Runde. Schon früh spürte ich ein Zwicken in der Wade und habe dann gleich eine Salztablette genommen, nur keine Krämpfe.... Das half aber alles nichts, bei der Anfahrt zum Bodenberg krampfte die Wade so stark, dass ich kurz vom Rad steigen musste. Wieder rauf aufs Rad und nochmals eine Salztablette, dann gings wieder etwas besser. Die Abfahrt und die coole Strecke bis St. Urban gingen dann wieder einigermassen ohne weitere Störungen. Aber im Aufstieg im Bowald hatte ich dann plötzlich einen Krampf im inneren Oberschenkel bis hoch zur Leiste. Ich wollte ihn auf dem Rad lösen und dann krampfte auch noch das andere Bein. Mit Müh und Not vom Rad runter, wollte ich irgendwie dehnen und sofort krampfte der hintere Oberschenkel - so stand ich dann einfach etwa eine Minute bocksteif da, ein Zuschauer hat mir mein Rad gehalten....irgendwann gings dann wieder einigermassen, ich gleich nochmal ein Griff zur Salztablette und weiter gings.

Ich wusste nicht, was mir noch bevorstand, wenn das beim Laufen so weiterging, würde ich die 30km nicht schaffen. Auch machte sich langsam mein Magen bemerkbar, ob vom vielen Salz oder der Anstrengung oder einfach von Beidem.... Auch bei der 2. Durchfahrt in Zofingen standen Moni und Fritz am Streckenrand und feuerten mich an. Los gings auf die letzte Runde. Nach ca. 10km habe ich die letzte Salztablette genommen, weil es wieder anfing zu zwicken. Ich konnte die Runde dann jedoch ohne Probleme zu Ende fahre, zwar etwas langsamer als die ersten Beiden aber doch immer noch in einer guten Zeit. Danke hier noch an Trudy, die etwa 10km vor Zofingen plötzlich auf der Radstrecke war und mich angefeuert hat. So etwas gibt immer wieder Kraft!

Nach 5Std. 15Min. auf dem Rad konnte ich wieder in die Laufschuhe wechseln. Es war in der Zwischenzeit sehr heiss geworden und ich konnte nicht mehr richtig trinken. Als ich aus der Wechselzone rauslief hörte ich von der Tribüne meinen Namen. Dort waren meine Schwester mit Familie und Rainer......ich war grad etwas erschrocken, dass er aufgeben könnte, war ein Thema aber eigentlich wollte er die Radstrecke zu Ende fahren....was war los? Er hat auf jeden Fall gelacht, also konnte es nichts Schlimmeres gewesen sein. Also lief ich weiter.

Zum Glück verläuft ein Teil der Strecke durch den Wald wo es doch einiges angenehmer war. Oben auf dem Heitere-Platz war es einfach nur HEISS! Die Steigungen musste ich allesamt gehen, an laufen war nicht mehr zu denken, ich war völlig k.o.. Bei den Verpflegungsposten habe ich mir jeweils einen Becher Wasser über den Kopf geschüttet um einigermassen zu kühlen und beim Posten auf dem Heitereplatz bekam man die Dusche von den Helfern (Danke an Gabi und Dario). Nach gut 1Std.30Min. war ich wieder unten in der Arena und konnte mir mein Band abholen und zur 2. Runde starten.

Draussen vor der Arena standen noch Ricarda und Jens und haben mich auch angefeuert und Fotos gemacht und ebenso Cecile, die mir zujubelte. Jetzt war doch plötzlich ein Ende in Sicht, noch 15km, die würde ich packen, egal wie. Lustig ist je länger das Rennen dauert, desto solidarischer werden die Teilnehmer! Ich habe schon auf der Radstrecke immer mit einer jungen Lady gequatscht und auch auf der Laufstrecke trafen wir immer wieder aufeinander und haben uns gegenseitig motiviert oder einfach nur stillschweigend "gezogen". Endlich war ich zum letzten Mal auf dem Heitere-Platz angekommen und hab die lange Runde bis zum Wendepunkt geschafft. Jetzt "nur" noch 7.5km. Ich wusste zwar, dass ich keine neue Bestzeit machen würde aber in Anbetracht des Wetters konnte ich mit meiner Leistung wohl mehr als zufrieden sein, naja ein wenig gewurmt hat es mich schon.... Aber sogar der letztjährige Sieger Rob Woestenborghs kam mir gehend entgegen, hat aber gefinished, im Gegensatz zu anderen Spitzenathleten.

Dann kam die letzte Zeitmessung 2.5km vor dem Ziel, eigentlich wollte ich von dort durchlaufen, musste aber doch noch eine Gehpause einlegen. Die letzten paar Meter vor der Arena habe ich nochmals richtig tief Luft geholt und dann meinen Einlauf genossen. Was für ein Gefühl, da weiss man, wieso man diese Strapazen auf sich nimmt. Mein Schatz, Moni, Fritz, Björn. Finja, Ricarda und Jens waren da und jubelten mir zu und im Ziel war auch noch meine Mitläuferin und wir fielen uns auch gleich in die Arme - GESCHAFFT und das bei der Hitzeschlacht.

Rainer kam mir gleich entgegen und ich musste ein paar Tränchen der Freude und Erleichterung verdrücken. Was für ein Tag und das Beste - ich bin 2. in meiner AK geworden....NIE hätte ich damit gerechnet!! SILBERMEDAILLE!! Zofingen ist einfach MEIN Wettkampf des Herzens. Ich komme wieder - angemeldet bin ich schon :-)

Mein Schatz hat den Wettkampf nach der 2. Radrunde beendet. Es war einfach nicht sein Tag, die ganze Woche Stress und bereits viele Saisonhöhepunkte haben ihre Spuren hinterlassen und auch der Kopf wollte nicht. So kam ich in den Genuss seiner Unterstützung, was mir natürlich Recht war! Er hat so viel geleistet diese Saison und vorallem bei den gestrigen Bedingungen wo etliche Athleten ausgestiegen sind, ist das DNF kein Weltuntergang. Ich bin stolz auf meinen Mann!

Nach einer erfrischenden Dusche haben wir die After-Race-Party und die Siegerehrung genossen und sind danach nach Hause gefahren. Zofingen - bis nächstes Jahr!!!

Samstag, 2. August 2014

24 Stunden MTB Rennen Schötz - als Einzelfahrer (2. Rang Masters bei der Premiere)

Weniger als ein Monat ist vergangen seit der 7 tägigen Tour Transalp und schon das nächste Highlight, Rainer als Einzelfahrer beim 24 Stunden MTB Rennen in Schötz und Sabine als Betreuerin.

Als 24 Stunden Neulinge wussten wir nicht so genau was wir alles fürs Fahrerlager mitnehmen sollten. Aufgrund des erwarteten Regens versuchte ich noch kurzfristig einen Transporter zu mieten, aber ohne Erfolg. So mussten halt die bestehenden Mittel ausreichen!

Unser Fahrerlager: grünes Party-Zelt in Kombination mit Auto

Um ca. 10:00 kamen wir in Schötz bei unserem zugewiesenen Platz an und man begrüsste zuerst mal die netten Nachbarn. Als wir sahen, was da so installiert wurde fragten wir uns schon, ob unsere Einrichtung nicht zu spärlich ist. Das Zelt war schnell aufgebaut und die Sachen geordnet (zu der Zeit wussten wir bereits dass ein paar Sachen mehr nicht schlecht wären; das nächste Mal dann :-) ).

Nach Pasta-Essen und Startnummer abholen galt es noch die restlichen Vorbereitungen für das Rennen zu treffen sowie sich noch ein wenig auszuruhen. Mein Plan war mal die ersten 4 Stunden durchzufahren. Was ich in der Nacht machen werde, wusste ich zu der Zeit noch nicht (mein Gedanke war so ca. 3-4 Std am Stück auszuruhen).

24 Stundenrennen Schötz heisst:
Auf spektakulärem 5 km langem Rundkurs mit 70 Höhenmetern mit mehreren Steigungen und „Single-Trail“-Abfahrten sowie drei künstlichen Brückenüberführungen während 24 Stunden Runden zu fahren.

Dann endlich rückte der Start näher. Als Einzelfahrer habe ich mich sehr weit hinten im Starterfeld eingereiht.
Um 14:00 erfolgte der Startschuss bei (noch) sonnigem Wetter. Von Beginn an wurde ein sehr hohes Tempo gefahren und es bauten sich zwischen einigen Teams harte Zweikämpfe auf. Auch gab es einige Stürze. Als Einzelfahrer nahm man es sich ein wenig gemütlicher. Trotzdem fuhr ich die ersten Runden auch schneller als ich sollte. Ich habe mich für das Hardtail entschieden und nur bei einer Panne würde ich aufs Fully wechseln.

Anfeuern durch Ursi  - ich noch fit, noch schönes Wetter
Die Strecke war gut zu fahren und erlaubt mir relative konstante Rundenzeiten (die ersten 40 km in 13:33, 13:29, 13:54,13:42,13:37,13:50,13:56,13:31). Auch die Betreuung durch Sabine (und auch durch Hansjörg, Franziska) hat sich in der Zwischenzeit sehr gut eingespielt, wir waren ja beide Neulinge in dem Metier.

Nach 3 Std 51 waren die ersten 80 km geschafft und ich fühlte mich noch recht gut ausser einem kleinen Ziehen im Nacken sowie ein Druck von den Pedalen vor allem im rechten Schuh. In der Zwischenzeit war ein grosses Donnern zu hören und der Wind frischte auf. Die schwarzen Wolken am Himmel verheissten nichts Gutes. Dann nach ca. 5 Stunden Fahrzeit und knapp 100 km setzte strömender Regen ein und verwandelte die Strecke in eine regelrechte Schlammschlacht. Vor allem die Wiesenpassagen wurden stark aufgeweicht, was fahrerisches Geschick und extrem viel Kondition abverlangte. Die Feldwege wurden immer weicher und die Löcher in den Singletrails immer tiefer. Ich war natürlich zu der Zeit irgendwo auf der Strecke und bis ich die Regenjacke anziehen konnte war ich bereits klatschnass. Die Rundenzeiten waren dadurch natürlich höher und das Bike wurde immer schwerer durch den Dreck. Auch breitete sich langsam die erste Müdigkeit aus. Zu dieser Zeit befand ich mich auf dem 4. Zwischenrang bei den Masters.

Gegen 21:00 Uhr liess der strömende Regen endlich nach. 30 Minuten später (bei km 140) rutschte ich beim Ueberqueren einer der Brückenüberführung aus dem rechten Pedal und konnte nur durch Geschick einen schmerzhaften Sturz vermeiden. Die Folge davon bemerkte ich erst ca. 500 Meter später, einen Platten. Super, keine Pumpe dabei und noch fast 4.5 km bis ich wieder zurück war. Ein wenig Luft war noch drin (ich fahre schlauchlos) aber das Fahren wurde immer schwieriger und ich eierte richtiggehend rum. Der Streckenposten auf dem Motorrad war dann meine Rettung. Er hatte eine Mini-Pumpe dabei und nach gefühlten 1000 Pumpstössen wagte ich mich an die Weiterfahrt. Die Fahrt über die Brückenführungen wurden zur Lotterie, dass ich da schadlos durch kam grenzte an ein Wunder (die Cross Country Rennen im letzten Jahr haben da sicher betreffend Fahrtechnik geholfen). Dann endlich war ich nach einer gefühlten Ewigkeit zurück bei Sabine und mit Hilfe von Hansjörg wechselten wir auf das Fully (Wechsel von Startnummer, Lampe).


Mit Ausnahme von diesem Velowechsel und der Verpflegung war ich bis jetzt ohne Pause durchgefahren. In der Zwischenzeit hatte ich mich auf den 3. Rang vorgearbeitet. Um 22:30 erfolgte dann das Feuerwerk, welches super anzuschauen war. Ich hätte fast angehalten.

Kurz nach Mitternacht, also nach mehr als 10 Stunden Fahrt waren 35 Runden, d.h. 175 km absolviert was zu der Zeit Rang 2 bedeutete. Eigentlich wollte ich ein paar Stunden Pause machen, da ich gar kein Nachtmensch bin und nun kam der wohl schwierigsten Teil. Aber in Anbetracht des 2. Ranges und es ging mir noch relativ gut fuhr ich weiter meine Runden. Für Sabine war das auch nicht einfach, da sie dadurch auch nicht zum Ruhen kam (Sorry Schatz). Für ein wenig Abwechslung/Hilfe/Unterhaltung waren zum Glück noch Franziska und Hansjörg (welche Sämi R. betreuten) da. Die Wiesenpassagen waren fast nicht mehr fahrbar und ich machte auch ein paar Mal Bekanntschaft mit dem Boden. Aber der war relativ weich und so bekam ich nur noch mehr Dreck ab. Auch das Bike hat den Dreck angezogen und wurde dadurch immer schwerer.

Schlammbike (02:06 Uhr)























Tapfer drehte ich meine Runden in der dunklen Nacht, welche ausserhalb des Fahrerlagers nur durch die Lampen der Fahrer ein wenig aufgehellt wurde. Um 02:30, immer noch auf Rang 2 liegend, waren 40 Runden sprich 200 km gefahren. Die Rundenzeiten bewegten sich bei 23 Minuten, also fast 10 Min langsamer als zu Beginn. Dies lag aber auch daran, dass ich fast nach jeder Runde kurz anhielt um mich zu verpflegen sowie zum Schwatzen um mich wach zu halten. Ich weiss nicht wieviel Kaffee ich getrunken hatte, aber es waren einige Becher. Aus dem Bidon konnte/wollte ich nicht mehr trinken, da jeder Schluck ein Mix aus Iso, Sand und Schlammteilen war. 

Gegen 06:00 Uhr brach langsam der Tag an, noch maximal 8 Stunden zu fahren. Mehr als 240 km bzw. 16 Stunden  auf dem Bike hinterliessen ihre Spuren, mein Hintern begann zu schmerzen. Auch wollte der Kopf nicht mehr so richtig und so nahm ich mir immer ein wenig mehr Zeit mich zu verpflegen. Sämi ging es ebenso. Komischerweise fühlten sich meine Beine noch recht gut an. Angetrieben durch unsere Betreuer, teilweise Sklaventreiber, starteten wir doch immer wieder für eine weitere Runde. Ich war immer noch auf dem 2. Rang mit 9 Runden Vorsprung und so begann ich ein eher taktisches Rennen zu fahren. Auch ging ich mein Velo waschen um es von dem vielen Dreck und Gras zu befreien. Die Zeit war gut investiert, da das Kurbeln dann viel einfacher ging. 
Ich wurde immer wieder überrascht durch Besuche. Am späteren Samstag Nachmittag kam Ursula mehr-oder-weniger direkt von den Ferien, dann in der Nacht Joli und Adrian, am frühen Morgen Miggu und später dann noch Monika, Fritz, Björn und Finja. An der Strecke waren auch noch Gabi und Markus sowie Fritz. Ganz herzlichen Dank. Als Einzelfahrer wurde ich auch sehr viel angefeuert von den Zuschauern, wir waren die wahren Helden ;-).
Eine der Brückenüberquerung (wo ich mir den Platten holte) - im Hintergrund Miggu (Foto 07:20 Uhr)

Die nächsten Stunden wurden zum grossen K(r)ampf. Sitzen auf dem Bänkli war so gemütlich. Auf dem Bike konnte ich fast nicht mehr sitzen, bin viel im Stehen gefahren. Die Ursache waren grosse Schürfungen an den Po-Backen durch das Reiben wegen Dreck und Nässe. Ich hätte wohl die Hose wechseln müssen. Die Regenjacke habe ich am Morgen ausgezogen und auch ein neues Shirt angezogen.

Gemütliches Sitzen auf dem Bänkli - Sonntag, um 10:30 Uhr (noch 3.5 Std)
Hinter mir fand ein Zweikampf um den 3. Rang statt, was mich auch dazu nötigte weitere Runden zu fahren. Der respektable Vorsprung von 9 Runden war in der Zwischenzeit auf 6 gesunken. Aber mir war bereits um 12:00 Uhr klar, wenn ich noch ein 1-2 Runden fahre, kann ich gar nicht mehr eingeholt werden. Genau zu der Zeit wo ich für eine weitere Runde starten wollte, öffnete der Himmels nochmals seine Schleusen und so wartete ich weiter.

Um 13:30 machte ich mich dann auf für die Schlussrunde. 2 Mal hielt ich an um die Zieleinfahrt zu timen um ja nicht vor 14:00 durchs Ziel zu fahren, ansonsten ich nochmals eine Runde hätte fahren können/müssen. Auch Sämi wartete. Um kurz nach 14:00 fuhren wir beide ins Ziel, stolz, müde, abgekämpft, dreckig und nass.

nach Zieleinfahrt

War das ein Erlebnis. Niemals hätte ich gedacht, dass ich mehr-oder-weniger die ganze Zeit auf dem Bike sein würde. Vor allem dass ich die Nacht durchgefahren bin, macht mich sehr stolz. Dass ich das Rennen dann noch auf dem 2. Rang (mit 4 Runden Vorsprung) bei den Masters beendet würde, wäre mir nicht mal im Traum in den Sinn gekommen.

Fazit / Zahlen:
315 km und fast 5'000 Höhenmeter - eine unvorstellbare Leistung
2. Rang Einzelfahrer Masters
Ernährung:
- Schinkenbrot
- Kuchen
- Kaffee
- Bouillon
- Bananen, Orangen
- Iso
- Rivella, Cola


Vielen Dank an all die Zuschauer, Streckenposten, Helfer und die Mitstreiter für das Anfeuern und der immer wieder aufmunternden Worten. Auch bedanke ich mich ganz herzlich bei Franziska und Hansjörg, den Betreuern von Sämi, welche auch Sabine und mich unterstützt haben. Einen speziellen Dank an Sämi, welcher einen grossen Anteil hatte, dass ich die Nacht durchgefahren bin und keine Pause machte.

Mein allergrösster Dank geht jedoch an meine Sabine. Sie hat mich super betreut, konnte sich nie ausruhen und musste meinen Wünschen nachkommen. Danke Schatz - love you.

Wie geht es mir ?
Der Schlaf-Wach-Rhythmus war in den letzten Tagen ein wenig gestört, aber hat sich nun normalisiert und die Schürfungen am Hinter schmerzen auch nicht mehr so sehr.

Ob ich so was jemals wieder machen werde ? Ich denke nicht, aber man(n) weiss ja nie ...


Aus Rennbericht Veranstalter:
Allen Fahrern gebührt unter diesen extremen Bedingungen unser grösster Respekt.