Gästebuch

Herzlich Willkommen auf unserem christrunners Blog! Dies hat nichts mit Religion zu tun ist einfach unser Familien-Name. Unsere Resultate sind auf Datasport zu finden; Fotos auf Picasaweb.

Gästebuch: Bitte hier lesen und/oder eintragen (unsere Antwort wird direkt unter dem Eintrag erfasst)

Sonntag, 7. September 2014

Powerman Zofingen Longdistance Duathlon

Nach den vielen verregneten und viel zu kühlen Sommertagen stand uns ein heisses Powerman-Weekend bevor. Nicht gerade ideal, da wir überhaupt nicht an solche Temperaturen gewohnt sind dieses Jahr. Aber wenigstens gab es keinen Regen auf der Radstrecke wie letztes Jahr.

Unser Lauftraining ist, wie auch schon im letzten Jahr, völlig "untergegangen". So starteten wir mit je 200 (Rainer) und 400 (ich) Trainingskilometer am Sonntag Früh auf die Langdistanz. Das bedeutet 10km Laufen auf einer coupierten Rundstrecke (2x 5km), dann 150km Rennrad mit 1600hm und zum Schluss nochmals 30km Laufen mit 700hm auf einer mental sehr anspruchsvollen Strecke.

Um 8.00 Uhr fiel für mich der Startschuss, Rainer musste eine Stunde später starten. Die Strecke ging gleich voll in eine saftige Steigung, was mir überhaupt nicht lag. Zudem war es für mich schon sehr warm und der Schweiss tropfte. Oben angekommen hatte ich schon das ganze Laktat in den Beinen, da hatte ich schon kurz ein Gedanke, dass ich heute meine Beine wohl noch spüren werde, auch plagte mich ein heftiges Seitenstechen. Ich schaffte die knapp 10km in etwa 45 Minuten und wechselte dann aufs Rad, da fühlte ich mich gleich wohler. Die erste Runde habe ich in persönlicher Bestzeit in 1Std. 40 Min. geschafft. Bei der Durchfahrt in Zofingen standen meine Schwester Moni und ihr Partner Fritz und haben mich lautstark angefeuert - immer schön, wenn man Unterstützung hat. Auf gings zur 2. Runde. Schon früh spürte ich ein Zwicken in der Wade und habe dann gleich eine Salztablette genommen, nur keine Krämpfe.... Das half aber alles nichts, bei der Anfahrt zum Bodenberg krampfte die Wade so stark, dass ich kurz vom Rad steigen musste. Wieder rauf aufs Rad und nochmals eine Salztablette, dann gings wieder etwas besser. Die Abfahrt und die coole Strecke bis St. Urban gingen dann wieder einigermassen ohne weitere Störungen. Aber im Aufstieg im Bowald hatte ich dann plötzlich einen Krampf im inneren Oberschenkel bis hoch zur Leiste. Ich wollte ihn auf dem Rad lösen und dann krampfte auch noch das andere Bein. Mit Müh und Not vom Rad runter, wollte ich irgendwie dehnen und sofort krampfte der hintere Oberschenkel - so stand ich dann einfach etwa eine Minute bocksteif da, ein Zuschauer hat mir mein Rad gehalten....irgendwann gings dann wieder einigermassen, ich gleich nochmal ein Griff zur Salztablette und weiter gings.

Ich wusste nicht, was mir noch bevorstand, wenn das beim Laufen so weiterging, würde ich die 30km nicht schaffen. Auch machte sich langsam mein Magen bemerkbar, ob vom vielen Salz oder der Anstrengung oder einfach von Beidem.... Auch bei der 2. Durchfahrt in Zofingen standen Moni und Fritz am Streckenrand und feuerten mich an. Los gings auf die letzte Runde. Nach ca. 10km habe ich die letzte Salztablette genommen, weil es wieder anfing zu zwicken. Ich konnte die Runde dann jedoch ohne Probleme zu Ende fahre, zwar etwas langsamer als die ersten Beiden aber doch immer noch in einer guten Zeit. Danke hier noch an Trudy, die etwa 10km vor Zofingen plötzlich auf der Radstrecke war und mich angefeuert hat. So etwas gibt immer wieder Kraft!

Nach 5Std. 15Min. auf dem Rad konnte ich wieder in die Laufschuhe wechseln. Es war in der Zwischenzeit sehr heiss geworden und ich konnte nicht mehr richtig trinken. Als ich aus der Wechselzone rauslief hörte ich von der Tribüne meinen Namen. Dort waren meine Schwester mit Familie und Rainer......ich war grad etwas erschrocken, dass er aufgeben könnte, war ein Thema aber eigentlich wollte er die Radstrecke zu Ende fahren....was war los? Er hat auf jeden Fall gelacht, also konnte es nichts Schlimmeres gewesen sein. Also lief ich weiter.

Zum Glück verläuft ein Teil der Strecke durch den Wald wo es doch einiges angenehmer war. Oben auf dem Heitere-Platz war es einfach nur HEISS! Die Steigungen musste ich allesamt gehen, an laufen war nicht mehr zu denken, ich war völlig k.o.. Bei den Verpflegungsposten habe ich mir jeweils einen Becher Wasser über den Kopf geschüttet um einigermassen zu kühlen und beim Posten auf dem Heitereplatz bekam man die Dusche von den Helfern (Danke an Gabi und Dario). Nach gut 1Std.30Min. war ich wieder unten in der Arena und konnte mir mein Band abholen und zur 2. Runde starten.

Draussen vor der Arena standen noch Ricarda und Jens und haben mich auch angefeuert und Fotos gemacht und ebenso Cecile, die mir zujubelte. Jetzt war doch plötzlich ein Ende in Sicht, noch 15km, die würde ich packen, egal wie. Lustig ist je länger das Rennen dauert, desto solidarischer werden die Teilnehmer! Ich habe schon auf der Radstrecke immer mit einer jungen Lady gequatscht und auch auf der Laufstrecke trafen wir immer wieder aufeinander und haben uns gegenseitig motiviert oder einfach nur stillschweigend "gezogen". Endlich war ich zum letzten Mal auf dem Heitere-Platz angekommen und hab die lange Runde bis zum Wendepunkt geschafft. Jetzt "nur" noch 7.5km. Ich wusste zwar, dass ich keine neue Bestzeit machen würde aber in Anbetracht des Wetters konnte ich mit meiner Leistung wohl mehr als zufrieden sein, naja ein wenig gewurmt hat es mich schon.... Aber sogar der letztjährige Sieger Rob Woestenborghs kam mir gehend entgegen, hat aber gefinished, im Gegensatz zu anderen Spitzenathleten.

Dann kam die letzte Zeitmessung 2.5km vor dem Ziel, eigentlich wollte ich von dort durchlaufen, musste aber doch noch eine Gehpause einlegen. Die letzten paar Meter vor der Arena habe ich nochmals richtig tief Luft geholt und dann meinen Einlauf genossen. Was für ein Gefühl, da weiss man, wieso man diese Strapazen auf sich nimmt. Mein Schatz, Moni, Fritz, Björn. Finja, Ricarda und Jens waren da und jubelten mir zu und im Ziel war auch noch meine Mitläuferin und wir fielen uns auch gleich in die Arme - GESCHAFFT und das bei der Hitzeschlacht.

Rainer kam mir gleich entgegen und ich musste ein paar Tränchen der Freude und Erleichterung verdrücken. Was für ein Tag und das Beste - ich bin 2. in meiner AK geworden....NIE hätte ich damit gerechnet!! SILBERMEDAILLE!! Zofingen ist einfach MEIN Wettkampf des Herzens. Ich komme wieder - angemeldet bin ich schon :-)

Mein Schatz hat den Wettkampf nach der 2. Radrunde beendet. Es war einfach nicht sein Tag, die ganze Woche Stress und bereits viele Saisonhöhepunkte haben ihre Spuren hinterlassen und auch der Kopf wollte nicht. So kam ich in den Genuss seiner Unterstützung, was mir natürlich Recht war! Er hat so viel geleistet diese Saison und vorallem bei den gestrigen Bedingungen wo etliche Athleten ausgestiegen sind, ist das DNF kein Weltuntergang. Ich bin stolz auf meinen Mann!

Nach einer erfrischenden Dusche haben wir die After-Race-Party und die Siegerehrung genossen und sind danach nach Hause gefahren. Zofingen - bis nächstes Jahr!!!

Samstag, 2. August 2014

24 Stunden MTB Rennen Schötz - als Einzelfahrer (2. Rang Masters bei der Premiere)

Weniger als ein Monat ist vergangen seit der 7 tägigen Tour Transalp und schon das nächste Highlight, Rainer als Einzelfahrer beim 24 Stunden MTB Rennen in Schötz und Sabine als Betreuerin.

Als 24 Stunden Neulinge wussten wir nicht so genau was wir alles fürs Fahrerlager mitnehmen sollten. Aufgrund des erwarteten Regens versuchte ich noch kurzfristig einen Transporter zu mieten, aber ohne Erfolg. So mussten halt die bestehenden Mittel ausreichen!

Unser Fahrerlager: grünes Party-Zelt in Kombination mit Auto

Um ca. 10:00 kamen wir in Schötz bei unserem zugewiesenen Platz an und man begrüsste zuerst mal die netten Nachbarn. Als wir sahen, was da so installiert wurde fragten wir uns schon, ob unsere Einrichtung nicht zu spärlich ist. Das Zelt war schnell aufgebaut und die Sachen geordnet (zu der Zeit wussten wir bereits dass ein paar Sachen mehr nicht schlecht wären; das nächste Mal dann :-) ).

Nach Pasta-Essen und Startnummer abholen galt es noch die restlichen Vorbereitungen für das Rennen zu treffen sowie sich noch ein wenig auszuruhen. Mein Plan war mal die ersten 4 Stunden durchzufahren. Was ich in der Nacht machen werde, wusste ich zu der Zeit noch nicht (mein Gedanke war so ca. 3-4 Std am Stück auszuruhen).

24 Stundenrennen Schötz heisst:
Auf spektakulärem 5 km langem Rundkurs mit 70 Höhenmetern mit mehreren Steigungen und „Single-Trail“-Abfahrten sowie drei künstlichen Brückenüberführungen während 24 Stunden Runden zu fahren.

Dann endlich rückte der Start näher. Als Einzelfahrer habe ich mich sehr weit hinten im Starterfeld eingereiht.
Um 14:00 erfolgte der Startschuss bei (noch) sonnigem Wetter. Von Beginn an wurde ein sehr hohes Tempo gefahren und es bauten sich zwischen einigen Teams harte Zweikämpfe auf. Auch gab es einige Stürze. Als Einzelfahrer nahm man es sich ein wenig gemütlicher. Trotzdem fuhr ich die ersten Runden auch schneller als ich sollte. Ich habe mich für das Hardtail entschieden und nur bei einer Panne würde ich aufs Fully wechseln.

Anfeuern durch Ursi  - ich noch fit, noch schönes Wetter
Die Strecke war gut zu fahren und erlaubt mir relative konstante Rundenzeiten (die ersten 40 km in 13:33, 13:29, 13:54,13:42,13:37,13:50,13:56,13:31). Auch die Betreuung durch Sabine (und auch durch Hansjörg, Franziska) hat sich in der Zwischenzeit sehr gut eingespielt, wir waren ja beide Neulinge in dem Metier.

Nach 3 Std 51 waren die ersten 80 km geschafft und ich fühlte mich noch recht gut ausser einem kleinen Ziehen im Nacken sowie ein Druck von den Pedalen vor allem im rechten Schuh. In der Zwischenzeit war ein grosses Donnern zu hören und der Wind frischte auf. Die schwarzen Wolken am Himmel verheissten nichts Gutes. Dann nach ca. 5 Stunden Fahrzeit und knapp 100 km setzte strömender Regen ein und verwandelte die Strecke in eine regelrechte Schlammschlacht. Vor allem die Wiesenpassagen wurden stark aufgeweicht, was fahrerisches Geschick und extrem viel Kondition abverlangte. Die Feldwege wurden immer weicher und die Löcher in den Singletrails immer tiefer. Ich war natürlich zu der Zeit irgendwo auf der Strecke und bis ich die Regenjacke anziehen konnte war ich bereits klatschnass. Die Rundenzeiten waren dadurch natürlich höher und das Bike wurde immer schwerer durch den Dreck. Auch breitete sich langsam die erste Müdigkeit aus. Zu dieser Zeit befand ich mich auf dem 4. Zwischenrang bei den Masters.

Gegen 21:00 Uhr liess der strömende Regen endlich nach. 30 Minuten später (bei km 140) rutschte ich beim Ueberqueren einer der Brückenüberführung aus dem rechten Pedal und konnte nur durch Geschick einen schmerzhaften Sturz vermeiden. Die Folge davon bemerkte ich erst ca. 500 Meter später, einen Platten. Super, keine Pumpe dabei und noch fast 4.5 km bis ich wieder zurück war. Ein wenig Luft war noch drin (ich fahre schlauchlos) aber das Fahren wurde immer schwieriger und ich eierte richtiggehend rum. Der Streckenposten auf dem Motorrad war dann meine Rettung. Er hatte eine Mini-Pumpe dabei und nach gefühlten 1000 Pumpstössen wagte ich mich an die Weiterfahrt. Die Fahrt über die Brückenführungen wurden zur Lotterie, dass ich da schadlos durch kam grenzte an ein Wunder (die Cross Country Rennen im letzten Jahr haben da sicher betreffend Fahrtechnik geholfen). Dann endlich war ich nach einer gefühlten Ewigkeit zurück bei Sabine und mit Hilfe von Hansjörg wechselten wir auf das Fully (Wechsel von Startnummer, Lampe).


Mit Ausnahme von diesem Velowechsel und der Verpflegung war ich bis jetzt ohne Pause durchgefahren. In der Zwischenzeit hatte ich mich auf den 3. Rang vorgearbeitet. Um 22:30 erfolgte dann das Feuerwerk, welches super anzuschauen war. Ich hätte fast angehalten.

Kurz nach Mitternacht, also nach mehr als 10 Stunden Fahrt waren 35 Runden, d.h. 175 km absolviert was zu der Zeit Rang 2 bedeutete. Eigentlich wollte ich ein paar Stunden Pause machen, da ich gar kein Nachtmensch bin und nun kam der wohl schwierigsten Teil. Aber in Anbetracht des 2. Ranges und es ging mir noch relativ gut fuhr ich weiter meine Runden. Für Sabine war das auch nicht einfach, da sie dadurch auch nicht zum Ruhen kam (Sorry Schatz). Für ein wenig Abwechslung/Hilfe/Unterhaltung waren zum Glück noch Franziska und Hansjörg (welche Sämi R. betreuten) da. Die Wiesenpassagen waren fast nicht mehr fahrbar und ich machte auch ein paar Mal Bekanntschaft mit dem Boden. Aber der war relativ weich und so bekam ich nur noch mehr Dreck ab. Auch das Bike hat den Dreck angezogen und wurde dadurch immer schwerer.

Schlammbike (02:06 Uhr)























Tapfer drehte ich meine Runden in der dunklen Nacht, welche ausserhalb des Fahrerlagers nur durch die Lampen der Fahrer ein wenig aufgehellt wurde. Um 02:30, immer noch auf Rang 2 liegend, waren 40 Runden sprich 200 km gefahren. Die Rundenzeiten bewegten sich bei 23 Minuten, also fast 10 Min langsamer als zu Beginn. Dies lag aber auch daran, dass ich fast nach jeder Runde kurz anhielt um mich zu verpflegen sowie zum Schwatzen um mich wach zu halten. Ich weiss nicht wieviel Kaffee ich getrunken hatte, aber es waren einige Becher. Aus dem Bidon konnte/wollte ich nicht mehr trinken, da jeder Schluck ein Mix aus Iso, Sand und Schlammteilen war. 

Gegen 06:00 Uhr brach langsam der Tag an, noch maximal 8 Stunden zu fahren. Mehr als 240 km bzw. 16 Stunden  auf dem Bike hinterliessen ihre Spuren, mein Hintern begann zu schmerzen. Auch wollte der Kopf nicht mehr so richtig und so nahm ich mir immer ein wenig mehr Zeit mich zu verpflegen. Sämi ging es ebenso. Komischerweise fühlten sich meine Beine noch recht gut an. Angetrieben durch unsere Betreuer, teilweise Sklaventreiber, starteten wir doch immer wieder für eine weitere Runde. Ich war immer noch auf dem 2. Rang mit 9 Runden Vorsprung und so begann ich ein eher taktisches Rennen zu fahren. Auch ging ich mein Velo waschen um es von dem vielen Dreck und Gras zu befreien. Die Zeit war gut investiert, da das Kurbeln dann viel einfacher ging. 
Ich wurde immer wieder überrascht durch Besuche. Am späteren Samstag Nachmittag kam Ursula mehr-oder-weniger direkt von den Ferien, dann in der Nacht Joli und Adrian, am frühen Morgen Miggu und später dann noch Monika, Fritz, Björn und Finja. An der Strecke waren auch noch Gabi und Markus sowie Fritz. Ganz herzlichen Dank. Als Einzelfahrer wurde ich auch sehr viel angefeuert von den Zuschauern, wir waren die wahren Helden ;-).
Eine der Brückenüberquerung (wo ich mir den Platten holte) - im Hintergrund Miggu (Foto 07:20 Uhr)

Die nächsten Stunden wurden zum grossen K(r)ampf. Sitzen auf dem Bänkli war so gemütlich. Auf dem Bike konnte ich fast nicht mehr sitzen, bin viel im Stehen gefahren. Die Ursache waren grosse Schürfungen an den Po-Backen durch das Reiben wegen Dreck und Nässe. Ich hätte wohl die Hose wechseln müssen. Die Regenjacke habe ich am Morgen ausgezogen und auch ein neues Shirt angezogen.

Gemütliches Sitzen auf dem Bänkli - Sonntag, um 10:30 Uhr (noch 3.5 Std)
Hinter mir fand ein Zweikampf um den 3. Rang statt, was mich auch dazu nötigte weitere Runden zu fahren. Der respektable Vorsprung von 9 Runden war in der Zwischenzeit auf 6 gesunken. Aber mir war bereits um 12:00 Uhr klar, wenn ich noch ein 1-2 Runden fahre, kann ich gar nicht mehr eingeholt werden. Genau zu der Zeit wo ich für eine weitere Runde starten wollte, öffnete der Himmels nochmals seine Schleusen und so wartete ich weiter.

Um 13:30 machte ich mich dann auf für die Schlussrunde. 2 Mal hielt ich an um die Zieleinfahrt zu timen um ja nicht vor 14:00 durchs Ziel zu fahren, ansonsten ich nochmals eine Runde hätte fahren können/müssen. Auch Sämi wartete. Um kurz nach 14:00 fuhren wir beide ins Ziel, stolz, müde, abgekämpft, dreckig und nass.

nach Zieleinfahrt

War das ein Erlebnis. Niemals hätte ich gedacht, dass ich mehr-oder-weniger die ganze Zeit auf dem Bike sein würde. Vor allem dass ich die Nacht durchgefahren bin, macht mich sehr stolz. Dass ich das Rennen dann noch auf dem 2. Rang (mit 4 Runden Vorsprung) bei den Masters beendet würde, wäre mir nicht mal im Traum in den Sinn gekommen.

Fazit / Zahlen:
315 km und fast 5'000 Höhenmeter - eine unvorstellbare Leistung
2. Rang Einzelfahrer Masters
Ernährung:
- Schinkenbrot
- Kuchen
- Kaffee
- Bouillon
- Bananen, Orangen
- Iso
- Rivella, Cola


Vielen Dank an all die Zuschauer, Streckenposten, Helfer und die Mitstreiter für das Anfeuern und der immer wieder aufmunternden Worten. Auch bedanke ich mich ganz herzlich bei Franziska und Hansjörg, den Betreuern von Sämi, welche auch Sabine und mich unterstützt haben. Einen speziellen Dank an Sämi, welcher einen grossen Anteil hatte, dass ich die Nacht durchgefahren bin und keine Pause machte.

Mein allergrösster Dank geht jedoch an meine Sabine. Sie hat mich super betreut, konnte sich nie ausruhen und musste meinen Wünschen nachkommen. Danke Schatz - love you.

Wie geht es mir ?
Der Schlaf-Wach-Rhythmus war in den letzten Tagen ein wenig gestört, aber hat sich nun normalisiert und die Schürfungen am Hinter schmerzen auch nicht mehr so sehr.

Ob ich so was jemals wieder machen werde ? Ich denke nicht, aber man(n) weiss ja nie ...


Aus Rennbericht Veranstalter:
Allen Fahrern gebührt unter diesen extremen Bedingungen unser grösster Respekt.


Freitag, 11. Juli 2014

Tour Transalp: 823 km, 19 Pässe, +19'300 /- 20'000 Höhenmeter

Regen, Schnee und Hitze

Das Ueker Ehepaar Sabine und Rainer Christ absolvierte die Tour Transalp


Die Tour Transalp zählt zum faszinierendsten und spektakulärsten Rennrad-Etappenrennen Europas für Jedermann! Bei der zwölften Austragung des legendären Wettbewerbs über die Alpen galt es, rund 823 km und fast 20.000 Höhenmeter im Aufstieg und Abstieg zu bewältigen. Die Torturen nahmen auch das Ueker Ehepaar Sabine und Rainer Christ auf sich.

600 Zweier-Teams aus 24 Nationen starteten bei strömendem Regen am 29. Juni 2014 zur Auftakt-Etappe von Mittenwald nach Sölden über 115 km und 2.475 Höhenmeter. Zuerst via Leutasch und Buchener Höhe hinab ins Inntal und einige Kilometer später begann dann schon die Auffahrt zum ersten Gradmesser der 2014er Transalp-Auflage, dem Kühtai. Auf 1.400 Höhenmetern Anstieg warteten einige nicht zu unterschätzende Rampen. Der Kühtai fährt sich von Kematen aus sehr unrhythmisch. Wer seine Kräfte nicht richtig einteilt, wird die Länge des Passes im oberen Abschnitt unbarmherzig zu spüren bekommen.
Rasant vorsichtig fuhren wir bei regennasser Strasse vom Pass in rund 2000 Metern Höhe hinab ins Ötztal. Die letzten 40 Kilometer von Oetz nach Sölden zerrten an unseren Kräften, weil es stets bergauf ging. Völlig durchnässt vom Dauerregen erreichten wir nach 5.5 Std. den Zielort Sölden. Endlich im Hotel hauchte eine heisse Dusche wieder Leben in unsere durchgefrorenen und schlotternden Glieder ein. Diese erste Etappe hat uns bereits einiges abverlangt und wir waren gespannt auf die nächsten Etappen.

Timmelsjoch
 Auf der zweiten Etappe über 124 km und 3.000 Höhenmeter ging es ohne grosse Einrollphase von Sölden aus gleich 24 Kilometer und 1.300 Höhenmeter stetig bergauf in die erhabene Bergwelt der Ötztaler Alpen, hinauf zum Timmelsjoch. Zum Start leichter Regen, dann Schnee und Temperaturen um die 0 Grad Celsius auf der Passspitze des Timmelsjoch. Danach folgte auf den nächsten 30 km eines der anspruchsvollsten Teilstücke der Transalp; eine sehr kurvenreiche Abfahrt auf in den Fels geschlagenen Serpentinen ins Passeiertal nach St. Leonhard. Bodenunebenheiten sowie Rinnen in der Strasse  mahnten uns zum vorsichtigen Fahren. Daran hielt sich nicht jeder gab es doch schon einige Stürze.
Unten in St. Leonhard angekommen, blieb uns keine Zeit für grosse Verschnaufpausen, denn die Strecke führte direkt weiter in den 1.400 Höhenmeter langen Anstieg zum Jaufenpass, der nun aber deutlich bessere Wetterbedingungen bot. Die Auffahrt stieg glücklicherweise schön stetig und ermöglichte uns einen guten Rhythmus zu finden. Nach der Abfahrt nach Sterzing ging es auf der Staatsstrasse bis Franzenfeste und dann über einen letzten kleinen Hügel in die wunderschöne Domstadt Brixen. Nach knapp 6 Std. Fahrzeit genossen wir unseren ersten Cappuccino bei schönem und warmem Wetter. Es geht doch!


Doch bereits am nächsten Morgen hatte sich das Wetter wiederum verschlechtert. Von Brixen ging es u.a. via Nebenstrassen übers Grödnerjoch nach St. Vigil. Die dritte Etappe mit 90km und 2.300 Höhenmeter sollte eigentlich unsere Reserven für die kommenden, anspruchsvolleren Tage schonen. Aber bereits vom Start weg verlief die Etappe hektisch und das sollte sich bis zum Schluss nicht ändern. Nach der Abzweigung auf eine der engen und steilen Nebenstrasse gab es sogar einen Stau. Die nächsten 100 Meter mussten wir zu Fuss absolvieren. Um ca. 12:30 passierten wir das Grödnerjoch und nun folgte eine 30 km lange Abfahrt nach Zwischenwasser. Auf den letzten 4 km nochmals 200 gemeine Höhenmeter ins Ziel nach St. Vigil, welches wir nach knapp 4.5 Std. gerade noch vor dem Beginn des Regens erreichten. Morgen folgt dann die Königsetappe.

Nun ist sie die da: die Königsetappe über 5 Pässe, 155 km und 3.500 Höhenmeter. Aufgrund der Länge dieser 4. Etappe erfolgte der Start bereits um 08:00, also eine Stunde früher als sonst. Regen auf den ersten 70 km und Temperaturen um die 10 Grad Celsius erschwerten die Bedingungen für uns alle und stellte hohe Anforderungen an Physis und Psyche. Zwischen km 20 und 50 hatte Sabine richtig die Schnauze voll von diesem Wetter und wäre am liebsten vom Rad gestiegen. Das schlechte Wetter verdeckte leider auch die Sicht auf die berühmten Drei Zinnen und bis jetzt hatten wir überhaupt nicht viel von der schönen Umgebung gesehen.
Vom bekannten Ort Cortina d’Ampezzo ging es rund tausend Höhenmeter hinauf zum Passo Giau. Plötzlich eine Aufregung; Sabine entdeckte neben der Strasse ein grosses Transparent mit unseren Namen. Auf den nächsten Kilometern weitere verschiedene Namens-Transparente und Bilder von uns. Dies setzte Kräfte frei und wir waren schon gespannt wer da wohl dafür zuständig ist. Uns war ja klar, dass es eigentlich nur Adam, mein Bruder, sein konnte. Und so war es auch. Kurz vor der Passhöhe war er mit dem Feldstecher bewaffnet und hat auf uns gewartet. Die Freude war riesengross. Danke Adam, das hat uns sehr geholfen! Nach einem kurzen Schwatz ging es auf die 40 km lange Abfahrt auf trockener Strasse nach Agordo. Dort wartete noch die Zugabe, die diese Etappe zur verdienten Königin der Transalp 2014 macht. Rund 1.000 Höhenmeter und 35 Kilometer über 2 Pässe sind noch zu bezwingen. Nach 7.5 Std erreichten wir müde aber happy das Ziel, wir waren Könige! In diesem Zusammenhang noch ein Auszug aus dem Reglement: Finisher ist, wer 6 der 7 Etappen absolviert hat. Das hat in der Mixed Kategorie scheinbar ganze 15 (!) Teams dazu bewogen, diese Etappe auszulassen um Kräfte zu schonen. Uns ist das egal, wir fahren alle der Etappen.

Nach der gestrigen Königsetappe ging es heute mit Sonnenschein auf der bereits 5. Etappe mit 123 km und 3.200 Höhenmeter nicht minder anstrengend weiter. Mit dem Passo Gobbera und dem Passo Brocon warteten heute gleich zwei Alpenpässe, die sportlich wie landschaftlich reizvoll waren. Durch abgelegene Bergdörfer führte die Strecke in der Abfahrt vom Passo Brocon hinab in die Schlucht des Flusses Cismon. Bei Fonzaso ging es über eine weitläufige Ebene mit Blick auf den bewaldeten Rücken des 1.674 Meter hohen Monte Grappa weiter bis zum Anstieg hinauf zum Cima Grappa. Über kurze Rampen mit stellenwiese bis zu 17 Prozent Steigung führte die Strecke hinauf zum Gipfel, der einen unvergleichlichen Blick in die Po-Ebene bereithielt. Die kurvige Abfahrt Richtung Semonzo über 22 Kehren erforderte bei uns noch einmal volle Konzentration. Über sechs Kilometer folgte anschliessend noch einmal ein letzter Anstieg über 130 Höhenmeter bis zum Ziel im idyllischen Crespano del Grappa in der Provinz Treviso welches wir nach ca. 6 Std. erreichten. Uns ging es eigentlich noch recht gut und der Gardasee kam jeden Tag ein Stück näher.


Nach der Königsetappe durch die Dolomiten am Mittwoch über 155 km sowie der gestrigen Etappe über 123 km folgte heute das zweitlängste Teilstück der Tour von Crespano del Grappa bis nach Rovereto. 142 km und 2.900 Höhenmeter galt es über drei Pässen zu bewältigen. Die Bedingungen für Etappe 6 waren absolut top: Bei Temperaturen bis 22 Grad Celsius und stellenweise nur leichter Bewölkung wurde es manchmal richtig heiss. Es sah auch sehr imposant aus als wir zusammen mit über 1.100 Rennradfahrer an einem Bahnübergang mehrere Minuten warten mussten bis es weiter ging. Nach einem kurzen Stück entlang des Flusses Brenta erwartete uns ab Valstanga der wohl skurrilste Anstieg der diesjährigen Tour Transalp. Über in Fels gehauene Serpentinenstrassen schlängelte sich das Feld von Kehre zu Kehre hinauf in die Sette Communi, einer altbayrischen Sprachinsel auf dem grünen Hochplateau um den Hauptort Asiago. Auf leicht kupierten Strassen hiess es dann erst einmal auf rund 1.000 Metern Höhe Kilometer machen. So wie es hinauf ging, führte die Strecke auch bergab: Eine ebenso kurvige wie atemberaubende, in steilen Fels geschlagenen Abfahrt führte uns nach Arsiero. Hier begann schliesslich der zweite, sogar anspruchsvollere Anstieg dieser Etappe hinauf zum weitläufigen Hochplateau von Luserna, Folgaria und Lavarone. Über die 22 Kilometer lange Strecke bis zur Valico di Valbona waren noch einmal 1.500 Höhenmeter zu bewältigen. Weiter ging es über eine weitläufige Alm-Landschaft mit freiem Blick über den Passo Coe nach Serrada. Durch einige historische Bergdörfer führte die Strecke schliesslich hinab bis nach Rovereto. Nach 6 Std. 19 min. war auch diese Etappe geschafft.

Bei Sonnenschein und Temperaturen um die bereits 28 Grad Celsius wurden wir heute um 9.00 Uhr auf die 78 Kilometer kurze Strecke nach Arco geschickt. Drei Pässe und 2.074 Höhenmeter galt es noch bis zum finalen Ziel zu überwinden. Mit dem heutigen Finale geht eine Tour Transalp zu Ende, die den Legendenstatus von Europas spektakulärstem Rennrad-Etappenrennen für Jedermann unterstreicht.  Nach einer flachen Einrollphase entlang der Etsch, ging es von Avio über einen anfänglich recht steilen Anstieg hinauf nach Brentonico auf der Rückseite des Monte Baldo. Im Anschluss folgte die Abfahrt nach Mori durch einen Umgehungstunnel in den letzten Anstieg Richtung Passo S. Barbara. Auf dem Weg dahin stellte sich uns noch der kleine, aber fiese Monte Faé in den Weg, der gerade kurz vor der Passhöhe noch einige harte Rampen bereithielt. Eine Steigung von 18 % auf den ca. 2 letzten Kilometern sowie Temperaturen über 30 Grad zerrten ganz schön an unseren Kräften. Doch dann war auch dieser Pass geschafft und nur noch einer von ursprünglich neunzehn stellte sich uns in den Weg zum Ziel in Arco. Nach einer kurzen Abfahrt ging es auf die letzten 500 Höhenmeter der Transalp hinauf nach Santa Barbara. Am 5. Juli 2014 um 12:22 war Pass Nr. 19 erreicht, Arco wir kommen!  Auf einer rund 15 Kilometer langen Abfahrt über eine enge, verschlungene Straße ging es nach Bolognano, gut zwei Kilometer vom endgültigen Ziel in Arco entfernt. Auf den letzten paar Kilometer liessen wir unseren Emotionen freien Lauf. Die Strapazen sowie das schlechte Wetter waren vergessen.  Nach 3 Std 35 min fuhren wir gemeinsam in Arco ins Ziel, wir sind FINISHER!

 
Fazit:
Diese Transalp hat uns einiges mehr abverlangt als dazumal beim Transalpine Run. Gründe dazu sind: Wetter (viel Regen, Schnee, dann aber auch heiss), Unterkunft meistens nicht im Ort, sehr früh aufstehen bzw. sehr spät beim Hotel, Materialcheck / -pflege, viel hektischer beim Start / beim Fahren; viel gefährlicher (es gab einige Unfälle; gesehen haben wir ein paar davon u.a. ein Rad liegend unter einem Wohnwagen; daneben der Krankenwagen) und schlussendlich die relativ spärliche (Renn-) Praxis mit dem Rennrad. Das Wichtigste war ohne Unfall durchzukommen, was wir geschafft haben (manchmal ein Wunder, wenn man sieht wie da einige den Berg runter 20cm an einem vorbeiflitzen). Von 90 gestarteten Mixed-Teams fuhren wir mit einer Zeit von 39 Stunden 26 Minuten 55 Sekunden auf den guten 43. Schlussrang. Wie bereits beim Transalpine Run haben wir uns von Etappe zu Etappe gesteigert, vom 61. Rang in der ersten Etappe auf den 34. Rang in der Schlussetappe.
Während dieser eindrücklichen sieben Tage durften wir die Bekanntschaft von ein paar netten Menschen machen, die wir hoffentlich wieder einmal sehen werden. An dieser Stelle einen Genesungsgruss an Oliver, welcher leider auf der 5. Etappe schwer gestürzt und sich verletzt hat.

Die vielen Eindrücke und das Erlebte in Worte zu fassen, sei sehr schwer, betonen die christrunners. Auf jeden Fall sei es ein grandioses, sehr anstrengendes aber absolut fantastisches Abenteuer gewesen. „Mir fehlt nun nur noch die Bike Transalp (mit MTB)“, so Rainer Christ.





Freitag, 27. Juni 2014

Vorbereitung

Wir sind an den letzten Vorbereitungen. Morgen gehts ab nach Mittenwald bzw. Seefeld. Am Sonntag um 10:00 erfolgt dann der Start zur ersten Etappe nach Sölden.

(Test Blog-Eintrag www.christrunners.ch via EMail)