Gästebuch

Herzlich Willkommen auf unserem christrunners Blog! Dies hat nichts mit Religion zu tun ist einfach unser Familien-Name. Unsere Resultate sind auf Datasport zu finden; Fotos auf Picasaweb.

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Montag, 31. Dezember 2012

Gippingen Stauseelauf

Auch dieses Jahr startete ich zum Jahres-Ausklang am Gippinger Stauseelauf. Diesmal aber in der Kategorie Jogger, welche die selbe Strecke laufen aber 1 Std früher starten. Gestern waren wir noch ca. 2 Std mit dem MTB unterwegs, da war ich gar nicht fit. Mal schauen was heute rauskommt. Sabine stand als Fan und Fotograf an der Strecke.

Um 12:30 erfolgte der Start. Ich bin relativ weit vorne gestartet aber den ersten Kilometer einiges langsamer als sonst angegangen. Auch die nachfolgenden beiden Km waren langsamer als sonst. So nach 10 min Laufzeit befand ich mich dann in meinem Block. Es lief gar nicht so schlecht wie ich es anhand des Vortages hätte erwarten können. Dann die Kehre über die Brücke und auf die lange Gerade. Die hasse ich eigentlich, die will einfach nicht enden. Ich war langsamer als sonst aber ich konnte das Tempo sehr gut halten und sogar noch steigern. Auf den nächsten paar Km überholte ich sogar ein paar Läufer. Dann endlich das Kraftwerk Klingnau vor mir und somit wiederum über die Brücke auf die letzten 700 Meter. Kraft hatte ich fast keine mehr, aber ich wollte auch von niemanden überholt werden.

Auf den letzten Meter spurte ich normalerweise und versuche die vor mir noch zu überholen. Aber dazu hatte ich heute keine Lust. In 34min33 lief ich als 31. von 91. Jogger ins Ziel. Ich war zufrieden mit meiner Leistung.

Sabine und ich schauten noch den anderen Kategorien zu und fuhren danach nach Hause. Im Moment wird noch relaxed bevor es ans Schlemmen geht.

Wir danken allen für die Interesse an unserem Blog und wünschen einen guten Rutsch ins 2013 sowie viel Glück, Freude und Gesundheit.


Samstag, 24. November 2012

Basler Stadtlauf - meine 11. Teilnahme seit 2002

Wie schon im letzten Jahr bei meiner 10. Teilnahme war die Vorbereitung alles anders als optimal. Viele (Über-) Stunden im Geschäft, die Entlassungen sowie die Vorweihnachtszeit mit all ihren süssen Sünden liessen ein vernünftiges Training gar nicht zu. Aber dabeisein ist alles!

Um ca. 17:00 fuhren wir nach Frick um von dort mit dem Zug/Tram/zu Fuss zur Startnummerausgabe an der Rittergasse zu gelangen. Sabine startet um 19:20, mein Start war um 19:55. Beide starteten wir doch noch im 1. Startblock der jeweiligen Kategorie. Nachdem wir die Startnummern gefasst hatten, die erste Aufregung, die Sicherheitsnadeln wurden rationiert, max. 2 Stück pro Person. Aber ich hatte ja mein Startnummerband und Sabine noch Ersatznadeln dabei, somit kein Problem für uns. Wir machten uns auf den Weg zu unseren Garderoben, was nicht so einfach war, mussten wir doch die Strecke überqueren. Dort trennten sich unsere Wege. Wir haben einen Punkt ausgemacht, wo wir uns nach dem Lauf und nach der Dusche treffen werden.

Trotz vieler Teilnehmer war noch sehr viel Platz in der Garderobe. Was anziehen war die Frage die zu beantworten war, es war doch relativ warm für diese Jahreszeit. Ich entschied mich für ein dünnes langes T-Shirt und für 3/4 Hosen. Ich hätte zwar lieber kurze Hosen getragen, aber die hatte ich nicht dabei.
Dann begab ich mich zur Strecke und feuerte mir einige gut bekannte LäuferInnen an. Dies waren u.a. Andy Bühler, Benno Käppeli, Stefan Leuenberger, Barbara Cina, Andrea Käppeli, Renate Bader und natürlich meine Biene. Dann war es Zeit an den Start zu gehen. Ich joggte den Rheinsprung hoch, dieser wird später dann von der Elite mehrmals gelaufen. Ich kam schon ausser Atem und spürte schon da dass es nicht mein Tag werden wird. Ich nahm noch am Aufwärmprogramm teil und lief ein paar Mal hin-und-her, ein Pseudo-Einlaufen. Dann stellte ich mich ins Startfeld, eigentlich viel zu früh und viel zu weit vorne. Die Zeit bis zum Startschuss verbrachte ich mit einem Schwatz mit Rolf Graf.

Dann um 19:55 der Start. Ich war sicher ein paar Meter zu weit vorne, aber da gab es noch andere die starteten viel zu weit vorne. Als erstes fiel mir da Christoph, the legend, auf. Er wurde fast überrannt. Später dann vor dem Kunstmuseum war es geschehen. Im dichten Gedränge und wegen der Ungeduld hat ein Läufer neben mir den rechts vor ihm Laufenden umgelegt und er selber ist dann auch noch gestürzt. Aber ich hoffe/denke, dass es glimpflich abgelaufen ist. Dann die Freie Strasse runter. Bereits da musste ich dem viel zu hohen Anfangstempo Tribut zollen und mich zurücknehmen, wenn ich ohne Gehen ins Ziel kommen wollte. Schon düsten einige rechts und links an mir vorbei. Dann das erste Mal am Ziel vorbei Richtung Mittlere Brücke. In der Eisengasse sah ich dann Gabriele W. welche sich mit Renate B. unterhielt und so machte ich mich bemerkbar. Dann ging es über die besagte Brücke und dann rechts in die ruhigere Rheingasse wo sich sicher einige (wie auch ich) bereits Gedanken über die Wettsteinbrücke machten. Die ist jedes Jahr der Killer und dieses Jahr schien sie mir steiler und länger zu sein als je zuvor. Dann zum zweiten Mal die Freie Strasse runter und das ganze Spiel von vorne. Mir schwanden langsam aber sicher die Kräfte und es war mir eigentlich vor dem Start schon klar, dass ich mir eine 23er Zeit abschminken kann (ich lief die letzten 8 Jahre zwischen 23:00 und 23:55). Beim Kunstmuseum hat mich dann noch Andrea und Benno K. angefeuert und mir dadurch noch zu einem Schub verholfen. Mein Kampfgeist war schon früh gebrochen aber auf den letzten 600 Meter kam dieser doch noch zurück und ich lief dieses Stück so schnell wie in all den Vorjahren. Im Ziel angekommen musste ich zuerst meinem ausgepumpten Körper ein wenig Ruhe gönnen. Die Zeit von 24min37sec war meine 3. langsamste Zeit bei 11 Teilnahmen. Zufrieden war ich trotzdem. Leider war weder jemand im Zielbereich der auf mich wartete noch mit dem ich quatschen konnte. So mache ich mich auf dem direkten Weg zur Garderobe. Da traf ich noch auf Stefan L. was mich sehr freute. Er lief mit 19min22 wiederum eine gute Zeit. Dann schnell unter die Dusche um so bald wie möglich am Treffpunkt zu sein.
Sabine stand schon länger dort und schwatzte mit Renate B. Sie lief trotz stark reduziertem Training (nur 5km pro Woche) sowie Schmerzen im Fuss eine Zeit von 24min40. Dies ist der 24. Platz von 319 Frauen in der Kategorie F40. Gratuliere! Wir gingen dann zusammen Richtung Bahnhof wo wir uns von Renate verabschiedeten, da wir noch zum Mister Wong gingen um was zu essen.

Um 22:13 stiegen wir dann in den Zug nach Frick und von dort mit dem Auto nach Hause.  Wir beide sind trotz der langsameren Zeit zufrieden. Nächstes Jahr, neues Glück!



Dienstag, 16. Oktober 2012

Hallwilerseelauf - Erlebnislauf

Wie schon in den beiden letzten Vorjahren startete ich beim Erlebnislauf, aber diesmal nicht mit Sabine sondern mit Jaspal.

Schon früh war ich auf dem Weg nach Beinwil am See um mir einen guten Parkplatz zu ergattern, welchen ich dann auch fand. Der See war teilweise in Nebel verhüllt und zusammen mit der Sonne und den Wolken gab dies ein sehr schönes Morgenbild.
Morgenstimmung über dem Hallwilersee
Die Startnummerausgabe ist nun am gleichen Ort wie das Duschzelt und die Garderoben. Aufgrund der Platzverhältnisse im Löwensaal war das eine vernünftige und gute Entscheidung. Einzig die sture Absperrung mit Gitter fand ich nicht so toll, der direkt Weg war dadurch versperrt. Nachdem ich meine Startnummer sowie das T-Shirt abgeholt hatte machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Jaspal wird gegen 08:30 mit dem Zug ankommen. Der Zug, wie in der Schweiz so üblich, kam pünktlich an. Nachdem auch Jaspal seine Startvorbereitungen abgeschlossen hatte, machten wir uns auf den Weg zum Start. Dort "motzten" einige Läufer (so auch ich) betreffend Startzeit (10:00) der Walker für die 11 km Strecke, auf welche wir dann nach ca. 50 min Laufzeit treffen werden. Aber da scheinen wir wie im letzten Jahr auf taube Ohren zu stossen.

Um 09:15 dann der Start, Jaspal und ich in der vordersten Reihe. Die ersten 500m führten wir die ganze Meute an. Nur nicht zu schnell da ich ja noch einen sehr schweren Marathon in den Beinen hatte und seitdem keinen Meter gelaufen bin. Wegen dem Regen der letzten Tage hatte es sehr viel Wasser auf der Strecke und mehrmals gab es nasse Füsse. Wir kamen gut voran und liefen so knapp über 5 min/km. Unser Ziel ist eine Zeit von sicher unter 2 Std. Die ersten fast 5 km am See entlang sind beim Erlebnislauf eigentlich viel schöner als beim Hauptlauf, wo auf der Strasse gelaufen wird. Dann schon die erste Verpflegung. Ein kurzer Halt (normalerweise nicht üblich) und schon ging es weiter. Nun waren wir auf der Originalstrecke. Nach knapp 52min waren die ersten 10 km geschafft und direkt danach die 2. Vpf. Vor 6 min sind die über 150 WalkerInnen gestartet auf welche wir in Kürze treffen werden. Als es eng wurde war es soweit. Aber dieses Jahr war es doch um einiges besser als im Vorjahr. Einerseits weil es fast 90 weniger waren und andererseits liefen die meisten auf der rechten Seite. Aber das ständige Überholen und "Achtung links" sagen kostete doch Kraft. Langsam spürte ich auch noch die Anstrengung des Marathons, es lief nicht mehr so einfach. Beim Schloss musste dann Jaspal einen WC-Halt einlegen. Für ihn war der Lauf sehr kurzweilig und es lief ihm recht gut.
Rainer in Fahrt

Wir machten aus, dass ich das Tempo ein wenig drossle und er mich dann wieder einholen wird. Bei km 15 dann der nächste Vpf Posten. Nun kam das Stück welches ich nicht so mag, eine kurze Strecke durch eine Quartierstrasse. Nach einem langsameren Kilometer habe ich das Tempo wieder gesteigert, der Kampfgeist wurde geweckt. Ein paar Läufer welche uns schon früh überholt hatten konnte ich   selbst wieder überholen. Sie hatten sich teilweise verausgabt. 

Ich schaute mehrmals zurück aber Jaspal kam nicht in meine Sichtweite. Ich bin dann ein konstantes Tempo bis zum Schluss gelaufen. Nach 1Std50min10sec lief ich relativ einsam ins Ziel.

Jaspal in Gedanken versunken
Nachdem ich mir ein Getränk geholt hatte, wartete ich auf Jaspal. Bald danach lief er auch ins Ziel, in 1Std53min36sec. Er hat den Lauf genossen und war sehr zufrieden.

Wir machten uns dann auf den Weg zur Dusche auf welchem ich einige mir bekannte LäuferInnen traf. Nach der Dusche ging wir nochmals zum Zielgelände um was zu essen und zu trinken. Nach kurzer Zeit gingen wir noch zum Start und schauten den ersten paar Blöcken zu. Kurz darauf fuhr ich Jaspal an den Bahnhof Lenzburg und ich dann nach Hause. Es war ein schöner Tag, aber ich spürte die Belastung in meinen Beinen.

So, in 2 Wochen dann der Luzerner Halbmarathon, diesmal aber wieder mit meiner Sabine.

Samstag, 6. Oktober 2012

Marathon Raid(e) de Moutier - oder wie findet man seine Grenzen

In einer schwachen Minute haben wir uns für den Marathon Raid(e) de Moutier angemeldet. Dieser Marathon führt über eine wunderschöne Strecke im Jura rund um den Ort Moutier, gewürzt ist das ganze mit  4 knackigen Anstiegen und 4 steilen "Downhill"-Strecken. Das zusammen ergibt eine Marathondistanz mit +2'600hm aber genauso -2'600hm. Also garantiert nichts für Stadtläufer...... aber waren wir dafür bereit nach dem wenigen Lauftraining der vergangenen Monate....!?


Pünktlich um 6.00Uhr sind wir losgefahren, in Gänsbrunnen haben wir noch Niels aufgegabelt, der sich nach seinem grandiosen Lauf beim Tor des Geants (330km in 99 Stunden!!) schon wieder an einen Wettkampf heranwagte. Oben auf dem Berg angekommen, mussten wir noch 1,3km zum Start/Ziel laufen. Dort machten wir uns bereit und es folgte noch ein kurzes Briefing. Der Lauf wird in Halbautonomie durchgeführt, d.h. es bestehen lediglich 3 VP's und für den Rest muss jeder selber besorgt sein. Beim Start wehte ein starker Wind und es war ziemlich kühl obwohl der Tag mit viel Sonnenschein begann, deshalb haben wir eine etwas wärmere Laufbekleidung vorgezogen, da wir ja wohl ziemlich lange unterwegs sein würden....Wechselwäsche hatten wir jedoch in unseren Rucksäcken mit dabei.


Um 9.00Uhr fiel der Startschuss und Rainer und ich liefen ziemlich am Ende der etwa 120 Teilnehmer an diesem Hardcore-Marathon. Gleich zu Beginn gings den ersten "Downhill" runter, knapp 600hm auf einer Distanz von 4,3km! In Moutier angekommen, fühlten sich meine Beine an wie Wackelpudding und ich konnte den Muskelkater in den Oberschenkeln bereits fühlen, das wird ja lustig werden heute....! Es folgte eine kurze Flachpassage und danach gings bereits in die erste Steigung rein. Auf den folgenden 7,5km mussten gut 750hm zurückgelegt werden. Steil war's und wir waren froh, als wir die erste VP bei km 13,5 auf dem Moron erreicht hatten. In nächster Nähe vom Aussichtsturm, welcher vom Architekten Mario Botta entworfen wurde, konnten wir uns stärken. Rainer wollte gar nicht mehr weg und so bin ich nach einigen Minuten einfach losgelaufen - er würde dann schon nachkommen ;-)! Auf einem tollen Singletrail gings auf den nächsten 3,2km gut 400hm runter. Der Trail schlängelt sich erst durch den Wald und später dann durch ein kurzes Stück offenenes Gelände, wo wir die Sonne doch schon recht spürten, weiter über eine Wiese und wieder durch den Wald. Die Gegend war wunderschön, doch zerrte das ständige auf und ab sehr an unseren Kräften und auch mein Fersensporn liess mich seit dem Start nicht in Ruhe und die Beschwerden wurden immer stärker.


Eine kurze Flachpassage, wo auch ein paar Zuschauer waren und uns Läufer tatkräftig anfeuerten und schon gings über eine Wiese wieder rein in eine heftige Steigung. Ueber die Wiese und dann im Wald hatten wir auf  1,4km 200hm zu bewältigen. Der Schweiss tropfte aber mir lief es in den Steigungen besser als beim Runterlaufen, bei Rainer war's grad umgekehrt - so "bremsten" wir uns immer gegenseitig aus... Oben gings dann ein paar Kilometer relativ flach auf dem Montagne de Moutier. Jurawiesen mit Kühen und einzelne Höfe begleiteten uns auf diesem Teil der Strecke. Ebenfalls war hier oben der zweite VP und wir konnten uns hier wieder mit Getränken und anderen Sachen eindecken. Auch unsere Wechselkleider waren hier deponiert. Wir konnten uns aber noch nicht zu einem Kleiderwechsel entschliessen und machten davon keinen Gebrauch. Unsere Kräfte waren wirklich langsam so ziemlich aufgebraucht und wir haben uns nicht nur einmal gefragt, warum wir uns das hier antun. Nicht das der Lauf nicht toll war aber unsere Vorbereitung war wirklich praktisch null und dann noch mit Fersensporn, Arthrose und schmerzendem Knie..... Naja wie heisst es so schön - wer wagt, gewinnt!!! Und wir wollten ins Ziel!

Mir graute schon vor dem nächsten Downhill, durch den Schmerz in der Ferse lief ich ganz anders und das machte sich im ganzen Bewegungsapparat bemerkbar. 590hm auf 4km waren auch wahrlich kein Zuckerschlecken. Eigentlich eine wunderschöne Strecke aber ich sah nicht viel davon, ich hatte solche Schmerzen im Fersen und wollte eigentlich nur noch aufhören, das waren die Gedanken in meinem Kopf. Rainer lief ein ganzes Stück vor mir und ihm schien es wieder gutzugehen auf dem Teil der Strecke. Als er bei einem Zwischenstück kurz auf mich wartete und sah, wie es mir ging, meinte er, dass wir unten aussteigen könnten.....NEIN, als ich die Worte ausgesprochen hörte, wollte ich das auf keinen Fall und ich wusste ja, in der nächsten Steigung ging es bei mir wieder besser. Also auf die Zähne beissen und weitermachen.


Der untere Teil der Strecke war auf Asphalt und führte durch
den Ort Roches, hier standen auch wieder ein paar Zuschauer und riefen uns aufmunternde Worte zu. Nach wenigen flachen Metern ging es bereits wieder in die Steigung. Dieses Mal lange auf Asphalt aber nicht weniger Steil, hier wurde es immer wärmer obwohl die Strasse im Wald verlief. So entschieden wir uns für einen kurzen Halt um die Kleider zu wechseln. Rainer hat sich gleich hingesetzt und wollte gar nicht mehr aufstehn. Was für ein Aufstieg, nachdem wir die asphaltierte Strasse verlassen hatten ging es quer über Wiesen hoch und dann wieder auf schmalen Singletrails aber praktisch alles auf direktem Weg nach oben. Immer wieder mussten wir eine kurze Rast einlegen und Rainer kämpfte mit sich und meinte dann, wenn wir unten in Moutier seien, würde er aussteigen. Ich hab erstmal nicht viel gesagt und wir sind ein Stück weiter, er hat sich wieder hingesetzt und ich habe dann gemeint, es wird dadurch nicht besser, wir müssen ja doch hoch. Er hat mich dann alleine weitergeschickt. Wir haben ausgemacht, dass ich bei der 3. VP, welche nur noch etwa 2km entfernt war, auf ihn warten würde.

Wie verrückt muss man sein für diese Strecke - 760hm auf 4,2km - es ging zum Teil fast senkrecht hoch und der Untergrund war durch die Regentage sehr aufgeweicht und rutschig. Endlich gings aus dem Wald noch ein kurzes Stück über eine Wiese und der letzte VP bei km32 lag vor mir. Trinkrucksack auffüllen und Cola, Bouillon und Wasser in mich reinschütten. Ich hatte einen Riesendurst obwohl ich ja genügend Flüssigkeit bei mir hatte und auch immer wieder getrunken habe unterwegs. Ich war  noch nicht lange bei der VP kam auch Rainer an und hat sich dann verpflegt. Ich hab dann zu ihm gesagt, dass er mit mir weiter müsse und in Moutier unten nicht aussteigen kann/darf. Es sind ja von dort "nur" noch ca. 5km, mir tue auch alles weh aber wir haben uns gemeinsam angemeldet und werden das jetzt auch gemeinsam zu Ende bringen!!!

So machten wir uns auf den letzten Abstieg und wie könnte es ander sein, auch dieser war wieder extrem. Auf ca. 5,8km stürzten wir uns 730hm runter nach Moutier. Erst verlief die Strecke über Jurawiesen und dann ging es im Wald in Serpentinen auf einem tollen Singeltrail Richtung Moutier. Ein Blick Richtung Tal und ich hatte jedes Mal das Gefühl, dass wir Moutier gar nicht näher kamen. Irgendwann waren wir dann unten, noch ein kurzes Stück durch ein Wohnquartier über eine Treppe (autsch), die Strasse queren (an dieser Stelle mal ein Kompliment, die Organisation war toll, an jeder strategisch wichtigen Stelle standen Helfer, vorallem junge Leute und schauten, dass wir Läufer unbeschadet überall durchkamen) durch die Bahnhofunterführung und schon gings wieder raus aus Moutier Richtung Montagne de Graitery - unserem Startort vom Morgen, wo auch das Ziel war.

Die Strecke führte uns erst wieder durch ein Wohnquartier Richtung Wald, dann auf einem kurzen Singletrail auf einen Forstweg und irgendwann sind wir dann in den Wald abgebogen und es ging auf einem endlosen aber sehr schönen Singeltrail hoch und höher. Wir waren sowas von im A..... und hatten die Schnauze gestrichen voll :-)! Wir wussten dass irgendwo auf der Strecke war noch eine Eisenstiege zu bewältigen war aber die kam und kam nicht. Plötzlich kam ein Helfer entgegen und hatte eine Wasserflasche dabei, jetzt konnte es nicht mehr weit sein und tatsächlich, nach ein paar Metern kam die Stiege, nicht so dramatisch wie ich es mir vorgestellt hatte aber es ging doch ganz schön den Fels hoch.


Schliesslich waren auf diesem letzten Anstieg auf 4,6km auch nochmals gut 600hm zu überwinden. Hier standen einige Helfer und gratulierten uns  zu unserer Leistung und feuerten uns nochmals an. Von hier zum Ziel waren es noch knapp 500 Meter, wir mussten nochmals über eine Weise ein Stück hochlaufen und kamen dann auf einen Feldweg, ein paar Meter abwärts und die letzten Meter ging es - wie könnte es anders sein - aufwärts über die Ziellinie. Rainer und ich liefen nebeneinander gemeinsam ins Ziel und freuten uns sehr über unsere Leistung - wir sind an diesem Tag ganz eindeutig über unsere Grenzen gegangen - mein Körper sagt mir das heute in ganz deutlicher Sprache. Und doch war es ein cooles Erlebnis und der Anlass ist absolut weiterzuempfehlen. Top organisiert, freundliche Helfer, tolles Preis-/Leistungsverhältnis. Sag niemals nie.........oder Schatz ;-)!!!???

Ach ja unsere Zeiten, waren für uns zwar absolut unwichtig aber dennoch gehören sie  dazu. Wir sind in 8.06.28 resp. 8.06.29 eingelaufen. Rainer lief bei den Männern auf den 77. Rang von 100 und ich auf den 14. von 23.


Sonntag, 2. September 2012

Powerman Zofingen - Longdistance Duathlon World Championships

Zofingen ist der sportliche Höhepunkt unserer 2. Jahreshälfte. Nachdem ich den 100er von Biel mit Erfolg absolvieren konnte, brauchten meine Füsse doch etwas mehr Ruhe als gedacht. Also haben wir die meisten Trainingseinheiten auf dem Rad verbracht. Rainer hat mich sogar dazu gebracht, wieder vermehrt das Mountainbike zu nutzen und es macht mir immer mehr Spass!
Die Vorbereitungszeit ist rasend schnell vorüber gewesen und plötzlich hatte ich doch etwas Angst, dass ich die insgesamt 40km Laufstrecke nicht schaffen könnte, zumal mein Fersensporn mich im Moment zu keiner Zeit in Ruhe lässt. Ich musste im Training auch Läufe abbrechen, weil es einfach zu fest schmerzte, nicht gerade die idealen Voraussetzungen.

Am Wochenende vom 1./2. September war es dann soweit. Die Wetteraussichten waren nicht so rosig und am Samstag gab es Dauerregen. Das hat unsere jüngere Tochter Alisha nicht abgehalten bei den Powerkids zu starten und sie hat sich auch gleich den 2. Rang in ihrer Kategorie geholt. Super gemacht! Leider war es für sie altersmässig die letzte Teilnahme an den Powerkids. Wir haben noch unsere Startunterlagen geholt und haben dann die Zeit bis zur Pastaparty bei meiner Schwester Moni und ihrer Familie verbracht. Sie steht morgen auch am Start in einem Team beim Short-Duathlon wird sie auf der Radstrecke starten. Nachdem wir uns bei der Pastaparty für den kommenden Wettkampf gestärkt hatten, machten wir uns auf den Heimweg, mussten wir doch noch einiges vorbereiten.

Ganz früh um 5.00Uhr ging der Wecker los, ein kurzes Frühstück, Wetter prüfen, die restlichen Sachen packen und schon gings los Richtung Zofingen. Zum Glück hat der Dauerregen vom Samstag aufgehört und es sah so aus, als ob ein kühler aber trockener Wettkampftag vor uns lag. Meine Nervosität stieg und ich habe mich immer wieder gefragt, ob ich auch wirklich gut vorbereitet sei. Die Laufstrecke bereitete mir doch ziemlich Magenschmerzen, da ich mich auf meinen Fuss nicht verlassen konnte.

In Zofingen angekommen, haben wir uns in der Wechselzone eingerichtet und die letzten Vorbereitungen getroffen. Um Punkt 8.00Uhr fiel für die Frauen der Langdistanz der Startschuss. Rainer hatte noch eine Stunde mehr Zeit und so stand er ein paar Mal an der Laufstrecke und hat mich angefeuert. Ich mag die erste Laufstrecke in Zofingen nicht so sehr, gleich rein in eine doch ziemlich heftige Steigung, das liegt mir nicht besonders. Ich hab im Vorfeld bereits zwei meiner "Konkurrentinnen" in der gleichen Kategorie ausfindig gemacht (gemeldet waren insgesamt 4 Frauen) und diese waren jetzt einiges vor mir. Endlich gings zum zweiten Mal rein in die Arena und somit rauf aufs Rad. Da standen die beiden Frauen immer noch bei ihren Rädern und liessen sich viel Zeit mit dem Wechsel. Ich bin vor ihnen aus der Wechselzone und habe sie auf der gesamten Radstrecke nicht mehr gesehen. Ob aber noch jemand aus meiner Kat. unterwegs war, wusste ich nicht.

Es war das erste Mal, dass mein neues Trek bei einem Wettkampf zum Einsatz kam und es machte total Spass damit zu fahren. Auf der 1. Runde waren wir Frauen noch alleine unterwegs und die Beine waren auch noch frisch, dies sollte sich jedoch auf der 2. Runde ändern.


Gleich nach der 1. Durchfahrt in Zofingen kamen die Männer, die Athleten und Athletinnen vom Short-Duathlon sowie die Teams mit auf die Radstrecke und es wurde ziemlich "eng". Zeitweise war es fast nicht mehr möglich die 10 Meter Abstand zum Vordermann einzuhalten und gewisse Teilnehmer wollten dies auch gar nicht....! Ungefähr bei km55 hat mich meine Schwester Monika (welche ja in einem Short-Team fuhr) überholt und mich angefeuert, aber sie hatte ein derart hohes Tempo drauf, dass ich sie schon bald nicht mehr gesehen habe.

Sonntag, 26. August 2012

Fricktaler Waffenlauf

In den letzten paar Monaten ist bei den christrunners das Laufen ein wenig in den Hintergrund geraten. Sabine hatte mit verschiedenen Verletzungen zu kämpfen und im Moment ist es vor allem der Fersensporn, welcher keine Ruhe gibt. Mein Fokus ist seit ein paar Monaten eher beim Mountainbiken bzw. Rennvelo fahren.

D.h. nicht das weniger Sport gemacht wird. An den Fricktaler Waffenlauf über 16.7 km ging Sabine direkt von einem 2-tägigen TaeBo Event im Schwarzwald und ich von der Velo-Schwarzwaldrundfahrt (150 Km, 1600 Höhenmeter). Wir beiden wussten nicht, wie sich dies auf unsere Leistung auswirken wird. Sabine's Fersensporn war ihr grösstes Problem und ich hatte bei einem Sturz gestern ein paar Beulen und Abschürfungen eingefangen.
Wie meistens waren wir frühzeitig am Veranstaltungsort (Kaisten). Neben der Nachmeldung, dem Fassen der Kleider "mussten" noch einige Schwatz abgehalten werden. Bei der Waffenlauf-Familie kennt man sich. 

Um 10:00 erfolgte der Startschuss zu den 2 Runden mit Total 16.7 km. Mehrheitlich flach, ein paar wenige Anstiege, Sonnen- und Schattenpassagen, Teer-, Feld sowie Naturstrassen, also fast alles war dabei. Sabine wollte natürlich ihren Podestplatz vom Vorjahr wiederholen. Und dementsprechend begann sie das Rennen. Ich lief es langsamer an, konnte aber auch aufgrund der 150km in den Beinen gar nicht schneller. Schon bald zog sich das Läuferfeld in die Länge. Ich hatte nach ca. 2 km "meinen" Pacemaker gefunden. Mit ihm lief ich die nächsten paar km. Nach ca. 6 km fühlte sich es wie Laufen an, vorher war es ein Abmühen. Ich hatte meinen Rhythmus gefunden. Aufgrund der doch relativ warmen Bedingungen und vor allem wegen dem Militärtenue waren die Verpflegungsposten sehr willkommen. Noch vor km 7 wurde ich vom Spitzenläufer des 10 Minuten nach uns gestarteten Zivillaufs überholt. In der Zwischenzeit sah ich auch Sabine wieder knapp 100 Meter vor mir. Sie lief ein gutes Rennen und war auf Plan. Dann gings ab auf die zweite Runde. Bei der Verpflegung nahm sie sich mehr Zeit und ich konnte fast zu ihr aufschliessen. Zwischenzeitlich ging es mir recht gut, aber vor allem an der Sonne musste ich mehr kämpfen. Da war der Wind, obwohl auch lästig, doch eine willkommene Abwechslung. In der kleinen Steigung am Waldrand holte ich Sabine ein. Ihr Interesse galt vor allem der nächsten Frau: Wie weit sie noch hinter ihr sei. Ich lief dann ein wenig schneller und überholte, aber Sabine folgte mit nur ein paar Meter Abstand. Dann gings vom Wald wieder raus in die Sonne, die machte mir recht zu schaffen, da ich genau dort eine Krise haben muss. Beim Verpflegungsposten wollte ich zuerst durchrennen, aber habe dann trotzdem angehalten um mir einen Becher Wasser über den Kopf zu leeren. Nun galt es für die restlichen Kilometer auf die Zähne zu beissen. Die 150km, das wenige Lauftraining und das Gewicht der Packung machten sich doch langsam bemerkbar. Trotzdem kam ich den Läufern vor mir noch näher und distanzierte die hinter mir.  Dann endlich das Links-Abbiegen auf das Zielstück. Nicht wie üblich mit Spurt sondern mit gleichem Tempo lief ich nach 1Std27Min47sec ins Ziel. Ausgepumpt aber glücklich. 
Sabine folgte ein wenig mehr als 1 Minute später (1Std29Min5sec) als 3. Frau Overall (2. in der AK) und konnte ihren Vorjahres Podestplatz wiederholen. Herzliche Gratulation.


Nach Verpflegung, Rangverkündigung und Geschwatz ging es nach Hause. Es wartete noch Arbeit auf uns, weil wir ca. 40 Anmeldungen vom Niederbipper Waffenlauf eintöggeln durften.

Sonntag, 8. Juli 2012

Zugspitz Extremberglauf

Schon vor ein paar Jahren kam ich mit der Idee den Zugspitz Extremberglauf einmal zu laufen. Da wir dieses Jahr ganz zufällig (:-)))) in der Gegend in den Ferien weilten wurde diese Idee nun Tatsache. Trotz der Nähe zum Start (Ehrwald) mussten wir bereits um 05:45 aus den Federn und um 06:30 fuhren wir los.

In Ehrwald holten wir unsere Startnummern ab und waren unschlüssig was wir anziehen sollten. Das Wetter war viel schöner als erwartet. Aber 2008 starben ja 2 Läufer wegen Unterkühlung und es könnte ja auch heute kurzfristig umschlagen. Kurz vor Start entschieden wir uns zum Glück nur für eine Lage, aber hatten den Rest natürlich dabei.

Um ca. 09:15 erfolgte der Start. Wegen des guten Wetters haben sich noch fast 200 LäuferInnen nachgemeldet. Sabine und ich entschieden uns einerseits fürs Zusammenlaufen und andererseits fürs Bummeln. Es gab Passagen da hätte ich gerne weniger Leute vor mir gehabt. Aber Einerkolonne war grösstenteils angesagt, es waren scheinbar auch viele Flachländer auf der Strecke.
Schon kurz nach dem Start war es vorbei mit gemütlich, es wurde immer steiler. Aber irgendwo müssen die 2'235 Höhenmeter ja sein bei einer Länge von nicht mal 18 km. Sabine hat wegen dem Asthma mehr Mühe wenn es keine flache Einlaufstrecke hat. Bald kam man mit Gehen schneller voran. Auf den weniger steilen Stücken wechselten wir wieder ins rennen.


Nach der Hochfeldernalm war das erste Mal Gänsemarsch angesagt. Teilweise gab es schon Läufer welche sich in dem Gelände nicht richtig bewegen konnten, da hatte ich mich schon mal genervt.
Aber das Wetter stimmte und wir haben uns ja auf gemütlich entschieden. Ein weiteres Highlight war die Grenze nach Deutschland (Gatterl). Zuerst ging es wieder runter bevor wir schon fast klettern mussten.


Auf den nächsten Kilometern ging es relativ flach voran, aber wegen den vielen langsameren Läufer und der Einerkolonne nicht so schnell wie wir es gerne gehabt hätten.  Bei der Knorrhütte war fertig lustig, der Weg ging steil nach oben und der Untergrund war gar nicht einfach zu laufen gewesen, lauter Geröll und lose Steine. Das kostete zusätzliche Kraft. Langsam machte sich das wenige Training bemerkbar und vielleicht auch noch 1-2 Tafeln Schokolade zu viel! Auch liefen wir einige Mal über grössere Schneefelder, ein Schritt vor und ein halber wieder zurück. Auf dem Foto oben rechts sieht man das Ziel.


Auf Sonn-Alpin wäre bei schlechtem Wetter das Ziel, aber heute nicht (das war gut so). An der letzten Tankstelle vor der  Steigung verpflegten wir uns und dann ging es auf das Teil welches das Attribut EXTREM wirklich verdient. Geröll, Steine, Felsen und Sicherungen mit Stahlseile begleiteten uns auf die letzten 1.7 km und fast 500 Höhenmeter.


Ein Wurm von Läufern schlängelte sich bereits die Wand hoch. Auch wir werden bald ein Teil davon sein. Von gemütlich war schon lange keine Rede mehr, die Strecke verlangte uns einiges ab.

Dann endlich befanden wir uns nicht mehr weit vom Ziel entfernt, welches heute einfach nicht näher kommen wollte. Immer wieder standen Leute von der Bergwacht für die Sicherheit der LäuferInnen, was teilweise auch notwendig war, da gewisse schon komisch hin-und-her schwankten.

Dann noch ein paar Meter und wir liefen ins Ziel, welches wir zuerst nicht als solches erkannt hatten. Wir dachten das sei mal erst die Kontroll-Zeitmatte, aber es war wirklich das Ziel. Nach 3Std53 hatten auch wir es geschafft und konnten kurz die Aussicht geniessen.


Wir fuhren dann bald schon wieder runter nach Ehrwald. Nach dem Duschen machten wir uns auf den "Heimweg" aber nicht ohne uns unterwegs die Bäuche bei einem Grillhouse vollzuschlagen (400 bzw. 300g war der Hauptgang).

Fazit:
Wettermässig hatten wir sehr Glück, aber dadurch hatte es auch zu viele Läufer mit teilweiser fragwürdiger Ausrüstung/Laufart. Es war ein landschaftlich schöner aber harter Lauf (vor allem der Schlussteil), härter als der Inferno Halbmarathon. Zu Beginn zu viel auf geteertem Untergrund. Aber es war sehr cool und schön, es hat sich auf jeden Fall gelohnt. So, jetzt sind wirklich Ferien angesagt.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Veloausflug Tessin 2012 - Vitamare Fitness

Zum ersten Mal nahmen Sabine und ich am Veloausflug vom Vitamare Fitness, Frick teil. Dieses Jahr waren 3 Tage im Tessin angesagt.

Das nachfolgende Video ist ein kurzer Zusammenschnitt der beiden Ausflüge mit dem Velo.

1. Tag:  ca. 61 km, +/-700 hm, nach Sognogno (Verzasca-Tal) und wieder zurück
2. Tag:  ca. 81 km, +/-900 hm, nach Cannobio (Italien) - Malesco - Cenotvalli - Minusio


Es war heiss, aber hat sehr viel Spass gemacht. War viel zu schnell vorbei!

Malesco - Warten auf Töni

Samstag, 9. Juni 2012

Die Nacht der Nächte - oder wie sammelt man Grenzerfahrungen

Seit Januar trainierte ich nur auf ein Ziel hin - am 100er in Biel teilzunehmen. Bis Mitte April ging alles super nach Plan und von da an gabs immer wieder Probleme. Zum Anfang fing mein Fersensporn ganz heftig an sich zu melden, dadurch habe ich wohl unbewusst falsch belastet und bekam Probleme am anderen Fuss am Fussballen. Nach langen Abklärungen und MRI stellte man eine Entzündung einer Sehne fest welche in den Grosszeh läuft. Ebenfalls hat mich eine starke Grippe 2 Wochen völlig flach gelegt. Meine Trainings absolvierte ich nur noch auf dem Rennrad und ich war jeden Tag in der Physio um meine Sorgenkinder mit Laserbehandlungen zu behandeln. Kann ich, soll ich oder doch lieber nicht.....diese Fragen begleiteten mich die letzten Wochen fast Tag und Nacht. Ich wollte doch unbedingt.....nachdem mein Fuss im normalen Alltag nicht schmerzte, entschloss ich mich nach Rücksprache mit dem Arzt in Biel zu starten, mit der Option bei Schmerzen auszusteigen.

Noch ein paar Meter dann sind 100km geschafft (11Std38). WELL DONE !!!!

Endlich war es soweit. Alisha und Rainer würden mich durch die Nacht begleiten. Wir hatten entschieden, auf eine Fahrradbegleitung zu verzichten, da die Verpflegung am Bieler beinahe perfekt ist. So haben die Beiden sich im Auto "gemütlich" eingerichtet. Ziemlich früh sind wir zu Hause losgefahren und waren vor 16.00Uhr schon in Biel. Jetzt mussten wir uns noch gut 6 Stunden die Zeit vertreiben bis zum Start. Nach Oeffnung der Startnummernausgabe habe ich meine Startnummer abgeholt und danach sind wir ein wenig durch die Bieler Innerstadt geschlendert. Beim McDonalds haben meine Begleiter Hunger bekundet und so haben die Zwei sich einen Burger und Pommes gegönnt und ich bin ganz brav beim Kaffee geblieben - ähmmm ein Stück Marmorkuchen gabs noch dazu..... :-). Danach sind wir zurück zum Start-/Ziel-Gelände und ich habe in der Festwirtschaft meine "Henkersmahlzeit" genossen. Einen Teller feiner Penne mit Tomatensauce, die waren sehr lecker aber wohl auch etwas mitverantwortlich für meine späteren Verdauungsprobleme... 

An diesem Abend gabs in Biel ein Inline-Rennen und wir haben uns noch die Jüngsten angesehen, schon wahnsinn mit was für Tempo die durch die Strassen flitzen. Dann habe ich mich langsam Richtung Garderobe bewegt um mich umzuziehen. Da sass ich nun und wusste nicht kurze Hose oder doch 3/4.....einige Mitläuferinnen haben mich dann zu den kurzen animiert und ich muss sagen es war die richtige Entscheidung. Nachdem ich alles bei mir hatte was ich brauchen würde, bin ich wieder ins Festzelt, dort haben sich in der Zwischenzeit Wendy, Matthias, Gabriele, Kees und Frank eingefunden und auch Rainer und Alisha waren dort. Wir haben noch eine Weile gemütlich geplaudert und Fotos gemacht und dann gings dann langsam in den Startbereich. Nochmals kurz aufs Klo und dann habe ich auch noch Ricarda in der Menschenmenge entdeckt, grosses Hallo und Foto und Ricarda ist dann weiter nach vorne...!

Endlich der Startschuss und ich war unterwegs auf "meinen" 100 Kilometern!!!! Was für ein Gefühl, soviele Menschen standen in Biel am Strassenrand und wünschten uns Glück. Auch Rainer und Alisha standen an der Strecke und es war toll zu wissen, dass sie die ganze Nacht irgendwo für mich unterwegs waren. 
So langsam gings aus Biel raus und es waren immer weniger Zuschauer am Strassenrand und für uns Läufer gings in die Dunkelheit. Ich fühlte mich toll, mein grosser Traum ist wahr geworden, ich war in Biel unterwegs... Die Zeit und die Kilometer flogen nur so dahin und schon war ich in Aarberg - wow was für eine tolle Stimmung hier!!! Viele jubelnde Menschen, darunter auch Miggu und Gabi von der LG Niederbipp, die tolle Brücke und der Einlauf ins Städtchen über den blauen Teppich - phuuu Gänsehaut pur!!! Danach gings weiter Richtung Lyss. Hier war auch wieder tolle Stimmung und in Lyss warteten auch die ganzen Fahrradbegleiter auf ihre Läufer. Weiter gings nach Ammerzwil, kurz nach der Verpflegung bin ich hier auch das erste Mal mit meinen 2 Betreuern zusammengekommen. Ich hab die Beiden schon von weitem gesehen. Kurze Nachfrage nach meinem Befinden, meine Laufbrille abgegeben (ist immer angelaufen), ein Schluck Rivella und wieder auf die Strecke. So langsam hatte ich das Bedürfnis nach einem WC oder Busch....ich hab schon früh gemerkt, dass mit meiner Verdauung etwas nicht stimmte.Wie das so ist mit mir, habe ich keinen passenden Busch zu meiner Kleidung gefunden und bis zum nächsten Verpflegungsposten gewartet. Die Dixi-Klos haben mich von da an die ganze Nacht begleitet und ich hatte immer wieder mal ziemliche Krämpfe im Bauch.

Beim Durchlauf in Grossaffoltern habe ich kurz noch meinen Namen gehört und mir gedacht, dass war bestimmt Christine Lohm (hat sich dann bestätigt). Weiter gings nach Oberramsern, hier war für die Marathonläufer Zieleinlauf. Ich beneidetet die Läufer schon ein wenig, denn für mich warens bis dort noch keine 40km. Ungefähr bei km40 in Mülchi standen wieder Rainer und Alisha, es war immer schön zu wissen, dass sie irgendwo auf der Strecke wieder auf mich warten würden und hat mich jedes Mal für die nächsten Kilometer motiviert. Kurz ausgetauscht wie das Befinden ist und wieder ein Schluck Rivella und weiter gings. Kurz danach war ein Kontrollpunkt, wo die Nummer notiert wurde und ein Stempel auf die Startnummer gedrückt wurde. Jetzt kam eine längere Steigung die ich gehend hoch bin. Oben machten sich zum ersten Mal Wadenkrämpfe bemerkbar, so ein Mist, die Verpflegung war grad vorüber und ohne Getränke kann ich keine Salztabletten nehmen. So habe ich mich bis zur nächsten Verpflegung durchgebissen, dort zuerst auf's Klo und dann Salztabletten und etwas Brot und weiter gings. Meine Oberschenkel machten sich auch immer mehr bemerkbar und aus dem anfänglichen regelmässigen Laufen in gutem Tempo wurde ein Wechsel aus gehen und laufen. Aber die Laufphasen waren hier noch viel länger als die "Gehpausen". Das würde sich im Verlauf der Nacht noch ändern..... Meine Gedanken waren immer mal wieder bei meinen Mitläufern Wendy, Matthias, Gabriele, Ricarda und Christoph. Ich hoffte, dass alle gut unterwegs waren und ihr Ziel erreichen würden.

Langsam gings Richtung Kirchberg, hier war wieder ein grosser Verpflegungsposten und es war ziemlich viel los. Für's Dixi-Klo musste ich sogar anstehen.... Es standen hier auch verlockend viele Busse für den Rücktransport nach Biel.....Aber mir gings ja gut, also Aussteigen war absolut kein Thema. Jetzt lag der berüchtigte Hoh-Chi-Minh-Pfad vor mir. Hier läuft man auf einem schmalen Pfad auf dem Emmendamm, die Radbegleiter müssen diesen Teil der Strecke umfahren. Viele Wurzeln und Steine und die grosse Dunkelheit erschwerten das Laufen. Ich konnte hier jedoch ein gutes Tempo halten und sogar 2 Mal Läufer überholen. Bei km63 war dann die Verpflegung Utzenstorf und hier stand auch wieder Rainer. Alisha lag im Auto und schlief :-). Zu dem Zeitpunkt hatte ich langsam echt zu kämpfen und Rainer sagte mir wie stolz er auf mich wäre und dass ich das gut machen würde. Und ich wagte zum ersten Mal daran zu glauben in Biel einzulaufen. Langsam dämmerte es. Es war wunderschön in den Morgen zu laufen und die Vögel begannen mit ihrem Gezwitscher den neuen Tag zu begrüssen. Für mich war die Dunkelheit toll gewesen zum Laufen aber es war auch schön, nach sovielen Stunden im Dunkel mal wieder etwas die Gegend sehen zu können. Und die Aussicht lenkte mich etwas von meinem schmerzenden Körper ab. Mein Bauch zwang mich hier, nun doch einen passenden Busch zu finden....

Etwa bei km67 stiessen die Begleitfahrzeuge wieder zu uns Läufern und es war lustig zu sehen, wie all die Radfahrer im Wald auf ihre Läufer warteten. Nach km70 kam dann ein ewig langes, gerades Stück auf einer Strasse, die Strecke wollte und wollte nicht aufhören. Bei 73,5km war die Verpflegung Ichertswil, hier bin ich mit einem Läufer, Daniel Kirchhofer, ins Gespräch gekommen, es stellte sich heraus dass er aus unserer alten Heimat kam und so hatten wir etwas Gesprächsstoff. Er hatte auch grosse Probleme mit den Oberschenkeln und konnte überhaupt nicht mehr anlaufen... Nach etwa 2km habe ich mich dann für den Moment verabschiedet und bin wieder in meinem Rhythmus aus Gehen und Laufen dem nächsten Verpflegungsposten  in Bibern entgegen gegangen. Hier stand Eingangs Rita Casella und wartete auf ihre Staffelläuferin, wir haben ein paar Worte gewechselt aber mich rief schon wieder das blaue Dixi-Klo.... Als ich rauskam war Rita weg und dafür stand Eliane Kämpf an der Verpflegung. Auch mit Eliane noch ein paar Worte gewechselt und dann machte ich mich an die letzte grosse Steigung. 


In der Zwischenzeit hat mich Daniel wieder ein- resp. überholt aber den Berg hoch kam ich ihm wieder näher und konnte aufschliessen. Bei ihm ging mit den Oberschenkeln gar nichts mehr und er würde die restlichen Kilometer bis Biel gehend zurücklegen. Für mich lag doch noch etwas drin und so versuchte ich die anschliessende Bergabpassage laufend zurückzulegen. Bei so einer Strecke wäre ja normalerweise ein gutes Tempo möglich aber beim Bieler ist nichts normal. Mit Schneckentempo den Berg runter und das hat so weh getan in den Oberschenkeln..... Kurz nach dem Verpflegungsposten in Arch bei km81 standen dann wieder Alisha und Rainer. Sie haben mich nochmals motiviert und bis Biel würde ich sie jetzt nicht mehr sehen.....diese Vorstellung.....wenn wir uns das nächste Mal sehen bin ich Finisherin in Biel beim 100er....!!!

In der Zwischenzeit hatte ich auch meine längste je am Stück gelaufene Kilometeranzahl überschritten (bis jetzt 79km in Davos) und so fühlte ich mich auch!! Zu allem Uebel machte sich auch noch irgendwas an meiner zweiten Zehe am rechten Fuss bemerkbar, wahrscheinlich wuchs dort in aller Stille eine Blase...! Egal, jetzt spielte das auch keine grosse Rolle mehr, keine 20km trennten mich von Biel und egal wie, ich würde finishen. Ich begann zu rechnen was für eine Zeit drinliegen würde und habe dann gemerkt, dass ich es auch mit meinem Mix aus gehen und laufen unter 12 Stunden schaffen kann. Das hat mich sehr motiviert und ich habe mich auch mit der Vorstellung vom Zieleinlauf immer wieder für ein paar Meter ins Laufen befördert. Ich habe mir irgendwelche Markierungen ausgesucht und mir gesagt, von da bis dort läufst Du jetzt, danach wieder kurz gehen und dasselbe Spiel. So habe ich mich immer näher an Biel herangearbeitet :-). Ich wurde jetzt doch von ein paar Läufern/innen überholt, konnte aber zwischendurch auch mal wieder jemanden überholen aber eigentlich war das völlig egal, ich sah nur noch dass ich finishen würde und wenn alles gut ging sogar noch unter 12 Stunden!!! 

Schon hier wurde ich von meinen Gefühlen fast überrollt. Noch vor ein paar Wochen wusste ich nicht, ob ich  überhaupt starten konnte und jetzt war ich kurz vor meinem ersten Finish in Biel!! Die letzten 10km meldete sich dann doch noch mein Fussballen resp. die Sehne und es wurde jetzt sehr schwer meinen Körper zwischendurch für ein paar Meter zum Laufen zu bewegen. Auch stimmte meine km-Angabe auf der Uhr nicht mehr mit den ausgeschilderten Kilometern überein. Ich war immer 700 Meter weiter laut meiner Uhr - was sind schon 700 Meter - aber das nervte mich zu diesem Zeitpunkt doch ganz gewaltig, weil jeder Meter einfach nur noch weh tat...!!! Es waren wohl die längsten 10km die ich je gelaufen bin und das auf einer ganz flachen Strecke....wenigsten verschafften die 2 letzten Verpflegungsposten etwas Abwechslung und auch die Zuschauer wurden etwas mehr und wir Läufer bekamen viel guten Zuspruch. So wollte ich die letzten km noch geniessen. Das wiederum ist mir sehr schwer gefallen, weil ich eigentlich nur noch ins Ziel wollte und nicht mehr laufen müssen und doch, dann war schon wieder alles vorbei.... Und dann sah ich meine beiden super Betreuer und es gab kein Halten mehr. Ca. 300 Meter vor dem Ziel standen Alisha und Rainer und meine Tränen rannen übers Gesicht. Ich habe es geschafft!!!!! Alisha ist noch ein paar Meter bis zum Einlaufkanal mit mir gelaufen und dann durfte ich meinen Triumph ganz alleine auskosten. Was für Gefühle, nicht zu beschreiben.

Im Ziel warteten die Zwei dann wieder und ich bin ihnen um den Hals gefallen und habe geschluchzt wie ein Schlosshund ;-). Ich glaube, so erlösend, triumphierend und befriedigend war noch kein Zieleinlauf gewesen. Obwohl mein erster K78 und natürlich der Powerman in Zofingen gaaaanz nah dran sind!

Im Ziel habe ich dann auch noch Matthias angetroffen, er war auch zum ersten Mal in Biel am Start. Leider musste er nach 37km wegen Schmerzen im Knie und Unterkühlung aufgeben. Ich hätte ihm seinen ersten Zieleinlauf in Biel von Herzen gegönnt!!!

Nun gings zur Garderobe und unter die wohlverdiente heisse Dusche. Als ich meine Socken auszog, sah ich was meinen Zeh beschäftigt hat - eine blutunterlaufene Blase hat sich gebildet und tut ziemlich weh. Nach der Dusche fühlte ich mich wieder etwas besser. Im Festzelt waren Gabriele, Ricarda, Wendy, Frank, Christoph und Vreni aber in dem Moment wollte ich einfach nur heim und meine Beine ausstrecken. Im Nachhinein wäre ich doch gerne noch etwas mit ihnen zusammengesessen..... Das nächste Mal wieder :-).

Nachdem wir in Frick angekommen waren, mussten wir noch rasch den Wochenendeinkauf erledigen, sonst gibts nichts zu Essen....ich glaube die Menschen im Coop haben sich zu meinem komischen Gang so ihre Gedanken gemacht! Endlich dann daheim, ein Nickerchen auf dem Sofa und der Kopf war wieder klarer. Aber die Beine wurden/werden immer "schlimmer" - wie heisst es doch so treffend "der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt"!!! ....ich hoffe, es ist bald soweit :-)

An dieser Stelle ein riesengrosses Danke an meine Familie, speziell an meinen Rainer, Ihr habt in den vergangenen Monaten viel von mir Ertragen müssen und Rainer Du hast auch viel Zeit in meinen Trainingsplan investiert und mir immer wieder neue Trainingsstrecken rausgesucht. DANKE, auch für Euch habe ich in Biel gefinished.

Samstag, 26. Mai 2012

Waffenlauf Wohlen

Vor 3 Jahren fand meine Waffenlauf Premiere in Wohlen statt. Und jedes Mal waren die Temperaturen für das Tenue einfach zu warm wenn nicht gerade zu heiss. Sabine wusste nicht ob sie überhaupt starten sollte, da sie Probleme mit dem Fuss (Sehnenentzündung) hat. Nach einigem Hin und Her entschloss sie sich auch zu starten.

Ca. 10:15 Uhr sind wir losgefahren und kamen ohne Probleme in Wohlen an. Neben dem üblichen Schwatz mit einigen der Waffenlauf-Familie holte ich die Startnummern und dann das Tenue. Sabine bezeichnete das Kämpferoberteil als Hemd und der Herr meinte, dass sie kein Hemd abgeben (er dachte wohl an das Militärhemd). Dann zogen wir uns um und liefen zum Start, welcher mehr als 1 km von der Turnhalle entfernt war. Bereits da kamen wir ins Schwitzen und auch das Atmen fiel schon schwer. Dort angekommen hatten wir noch ca. 20 min Zeit bis zum Start.

Um Punkt 12:00 erfolgte der Start auf die erste 1.6 km Runde, welche wir am Schluss nochmals zu laufen hatten. Schon nach wenigen Metern war klar, dass es heute ein Krampf sein wird. Aber mehr-oder-weniger erging es ja allen gleich. Sabine lief einige Meter vor mir. Nach der Runde ging es endlich in den Wald, wo es sicher kühler war, aber nicht wirklich eine Abkühlung brachte. Ich dachte kurz vor dem Verpflegungsposten, dass ich den Rucksack und das Oberteil wegschmeissen könnte, ich kann es ja auf dem Rückweg wieder mitnehmen. Beim Vpf-Posten einen Becher über den Kopf der andere trinken und schon ging es weiter. Es gab immer wieder kleinere Steigungen und dort sah ich, dass Sabine ins Gehen gewechselt hatte. Das Manko an Trainingskilometer zusammen mit der Hitze machten auch ihr zu schaffen. Kurz bevor ich zu ihr aufschliessen konnte, düste sie schon wieder weg, da Nelly sie überholte und Sabine sich ihr anhängte. Ich konnte ja sowieso nur mein Rennen laufen, ich musste auch schauen mich nicht noch mehr zu überhitzen. Auf einer der folgenden Aufwärtspassagen konnte ich dann Sabine überholen, aber sie hängte sich dann an mich ran. Später musste sie dann abreissen lassen, aber sie war immer in der Nähe. Dann endlich zum zweiten Mal beim Vpf-Posten. Schwämme sowie Wasser waren heute sehr gefragt. Dann kam endlich die gehasste Aufwärtspassage zum Start-/Zielbereich.


Zwar sind an dieser Stelle die meisten Zuschauer, aber 10 Meter am Ziel vorbei nochmals auf die 1.6 km Runde ist auch nicht gerade motivierend. Jammern nützt nichts, weiter gehts. Nochmals einen Becher über den Kopf, zusätzlich einen Schwamm und mit der letzten Kraft gings bald auf den letzten Kilometer. In der Zwischenzeit konnte ich noch ein paar überholen und ich wurde von niemanden überholt. Den Platz gebe ich nicht mehr her. Eine schlechtere Zeit als beim letzten Mal gibt es sowieso aber ich hatte noch ein Opfer im Auge. Ca. 10 Meter vor mir lief einer der M20 Kategorie. Ich dachte, der wird sich sicher nochmals umschauen und danach attackiere ich. Ca. 200 Meter vor dem Ziel mit einer Geschwindigkeit von ca 4min50 pro km geschah es wie gedacht. Kaum hatte er seinen Blick wieder nach vorne steigerte ich das Tempo auf 3min30, überholte ihn und lief mit einer Zeit von 51min34 durchs Ziel (5 sec vor dem der M20 Kategorie). Der kurze Sprint über knapp 200 Meter hat mich schon noch zusätzlich strapaziert, aber schon bald war es fast vergessen wie hart es heute war. Sabine lief in 52min25 ins Ziel, sie war happy, dass der Fuss einigermassen ok war. Das grössere Problem war heute das Atmen bei der Hitze und dem Tenue.

Danke noch an Andrea, Benno und Estelle für die Unterstützung an der Strecke. Wir liefen wieder die ca. 1.3 km zurück zur Turnhalle. Zuerst gings unter die Dusche danach das verschwitze und nasse Tenue abgeben. Bei Essen, Trinken und Schwatz verbrachten wir noch ca. 1 Std dort. Einkaufen fürs Wochenende erledigten wir auch noch in Wohlen und dann gings nach Hause.

Schon am Montag gehts nach Niederbipp zum Pfingstlauf. Ich betreue ja dort die Webseite und so ist es klar, dass wir mit der ganzen Familie dort sind, wenn auch nur ich laufen werde.


Samstag, 19. Mai 2012

UBS - 50km Ultra Bielersee (plus 500m wegen Umleitung)

Nachdem ich fast 2 Wochen keinen Meter gelaufen bin weil mich eine Erkältung ausser Gefecht gesetzt hatte, sind wir heute beim Ultra Bielersee gestartet. Devise war, langsam laufen und nicht alle Körner verschiessen, da in 3 Wochen der 100er in Biel ist.

Um 6.30Uhr haben wir uns auf den Weg nach Biel gemacht. Nach etwas mehr als 1 Stunde Fahrt kamen wir beim Strandbad in Biel an. Schon bald haben wir Ricarda getroffen, die ursprünglich auch die 50km laufen wollte. Aber da sie früher mit der Arbeit beginnen musste, ist sie bereits in der Nacht mit den XXL-Läufern (4Runden um den Bielersee) gestartet. Auch der unverwüstliche Christoph war vor Ort und wollte trotz morgigem Start beim Trail Vallée de Joux noch ein paar Kilometer mitlaufen....!

Runners Lady
Nachdem wir uns im Strandbad umziehen konnten und nach dem obligaten Fotoshooting mit Rici gings um kurz nach 9.00Uhr auf die Strecke. Wie immer war es zu Beginn sehr schwer sich nicht vom allgemeinen Tempo mitreissen zu lassen und Rainer musste mich immer wieder ermahnen einen Blick auf die Uhr zu werfen :-)! Die ersten knapp 20km waren wunderschön zu laufen. Immer wieder im Wald oder am Waldrand im Schatten, durch tolle Schilfgebiete und zu unserer rechten Seite immer der Bielersee. Hoch oben thronte der Sendemast vom Chasseral, den hatte ich lange Zeit immer wieder im Blickfeld.

Kurz vor km 20 gings dann auf die Petersinsel (Halbinsel). So langsam fiel das Laufen nicht mehr so wirklich leicht, ich merkte doch, dass ich 2 Wochen nichts gemacht hatte. Die Strecke war lang und gerade und es hatte sehr viele Velofahrer, die immer wieder um einen rum kurvten und auch Wanderer waren sehr viele unterwegs, was das Laufen nicht gerade einfacher machte, zumal die Strasse von der Mitte her nach beiden Seiten sehr abfallend war und dadurch nicht sehr angenehm zu laufen. Auch spürte ich rechts den Fersensporn immer mehr und mein linker Fussballen meldete sich auch zu Wort, tja und meine Oberschenkel......davon reden wir jetzt nicht :-)! Hier kamen uns jetzt immer wieder schnellere Läufer entgegen, welche die Runde um die Petersinsel schon hinter sich hatten. Endlich kam auch für uns der langersehnte Abzweiger für die Runde um die Spitze der Insel, hier kam dann auch der heissersehnte Verpflegungs- resp. Wasserposten. Und nun gings wieder auf der gleichen Strecke zurück aufs "Festland".

Die Strecke wurde immer "harziger" - ich hatte echt zu kämpfen und auch Rainer wurde immer stiller! Bei km 32 meldeten sich zaghaft meine Waden und ich bemühte mich, dieses Problem mit Salztabletten in den Griff zu bekommen, was auch nicht schlecht gelungen ist, auch dank meinen tollen CEP-Socken ;-). Den schönsten Teil des ganzen Laufes hatten wir nun hinter uns, jetzt folgte ein endloser schmaler Weg auf Teer, getrennt von einer Häuserzeile vom Ufer des Sees und zur linken Seite war die Schnellstrasse und weiter oben die Reben. Hier fing es an zu regnen, eine willkommene Abwechslung, da es doch ziemlich warm war. Aber der Regen wurde zeitweise dann doch etwas zu stark und wir waren froh, als es dann wieder weniger wurde.

Bei der Verpflegung in Ligerz habe ich mir neue Oberschenkel bestellt aber die gewünschte Grösse war leider nicht vorrätig, so musste ich mit meinen "alten" weiterlaufen..... die wollten aber einfach nicht mehr so recht und wenn wir kurze Strecken gegangen sind, war das Anlaufen jedes Mal eine Höllenqual, nicht nur die Oberschenkel, auch meine Füsse wollten nicht mehr. Noch gut 8km zu laufen, egal wie aber die würden wir bestimmt noch schaffen und wenn wir marschieren würden! So wechselten wir immer vom Gehen ins Laufen und wieder zurück und die Kilometer waren sowas von zäh! Endlich der letzte Verpflegungsposten, hier einmal ein Lob an die Helfer, wirklich toll gemacht! Aber der letzte Posten war für mich der Hammer, das Angebot war auf einem Bügelbrett ausgebreitet......einfach ohne Worte!!

Hier das Original (siehe FB)
Noch 4 Kilometer zu laufen, so langsam hatten wir die Zielluft in der Nase und dann endlich kam der ersehnte Zieleinlauf! Glücklich haben wir gemeinsam - ich ein wenig hinter Rainer!! - die Ziellinie überquert (in 5Std10min aber wegen Umleitung 500 Meter mehr also 50.5 km ;-)).

Ein kühles Rivella und dann nichts wie unter die Dusche, herrlich heisses Wasser und danach bequeme Schuhe und keinen Meter mehr laufen..... Als ich zum Zielbereich zurückkam war grad die Siegerehrung vorüber und zu meiner grossen Ueberraschung durfte ich einen Preis abholen, ich war in meiner Kategorie als schnellste Frau ins Ziel gelaufen, wer hätte das gedacht :-)!! Danke Schatz, dass Du unterwegs meine Launen ausgehalten hast ;-), war schön mit Dir den Bielersee zu umrunden. Ehrlich gesagt habe ich jetzt einen megariesensupergrossen Respekt vor dem 100er in 3 Wochen. Ich merke einfach, dass mir die letzten Wochen Lauftraining fehlen! Aber ich möchte unbedingt in Biel finishen und die Zeit ist in der Zwischenzeit für mich zweitrangig geworden. Hauptsache in kann laufen, denn das ist nicht selbstverständlich!!!

Auf der Heimfahrt haben wir dann noch einen Zwischenstopp gemacht und uns im Cindy's Diners einen feinen Hamburger genehmigt. Jetzt lassen wir den Abend ruhig auf unserem geliebten Sofa ausklingen.

Nachtrag Rainer:
Auch ich hatte zu kämpfen auf den letzten ca. 12 km, aber nicht so stark wie Sabine. Beim Warten auf sie habe ich mich im Zielbereich noch ganz nett mit der Frauen-Siegerin Lizzy Hawker (neuer Streckenrekord gelaufen) unterhalten.


Sonntag, 13. Mai 2012

Duathlon Zofingen

Nachdem gestern gar kein Duathlon Wetter herrschte war ich gespannt wie es heute sein wird. Gleich vorneweg, dass Wetter war um einiges besser. Zumindestens kein Regen, aber dafür starker Wind und nicht gerade warm.
Sabine plagte sich immer noch mit der Erkältung rum und so musste ich alleine an den Start. Motiviert war ich zwar nicht gerade aber trotzdem freute ich mich.

In der Hoffnung, dass ich wirklich alles eingepackt hatte fuhren wir nach Zofingen. Zuerst die Startunterlagen holen, umziehen und dann das Rennvelo in der Wechselzone deponieren. Das Fotografieren fiel aus, da ich vergessen hatte, die SD Card wieder in die Kamera zu stecken.

Um 14:03 starteten wir für die ersten 4 km. Ich startete weit hinten, wo ich auch am Schluss sein werde. Mehrheitlich auf Kopfsteinpflaster 2 x 2 km durch die Altstadt von Zofingen.
Sabine stand in der Nähe der Wechselzone und feuerte mich an. Auch die Altermatt's aus Zwingen waren anwesend da ihr Sohn Sven seinen ersten Duathlon bestritt.
Dann ging es aufs Velo und ich hatte erhebliche Mühe in die Pedalen zu kommen. Meine Oberschenkel waren bereits ein wenig angesäuert und der Wind machte die Situation auch nicht besser. Und schon bald düsten die ersten langsameren Läufer bei mir vorbei. Die werde ich nie mehr sehen. In der kurzen Steigung von ca. 10% wurde ich in den Vorjahren von der Spitze des Intervall-Duathlon (die starteten um 14:00) überholt. Dies war auch heute so. Ronnie Schildknecht flog an mir vorbei, wobei ich abwärts kurz mit ihm mithalten konnte, da die Motorräder ihn ein wenig aufhielten. Nach der nächsten Kurve zündete er den Turbo und liess mich stehen. Ich freute mich für die Abfahrt Ritg Zofingen, aber leider war da so viel Gegenwind, dass es gar keinen Spass machte. Dann die erste Durchfahrt und weiter auf die 2. Runde. Niemand vor mir in Sicht und direkt hinter mir sah ich auch (noch) niemanden. Doch wieder kurz vor der Steigung wurde ich überholt. Fast alleine fuhr ich den Rest der Strecke wieder nach Zofingen zurück.
Beim Absteigen vom Velo muss man immer sehr gut aufpassen, nicht auf den Latz zu fallen. Und das Rennen mit den Veloschuhen auf Kopfsteinpflaster ist auch nicht ganz einfach. Wie erwartet standen die meisten Velo's bereits im Rechen. Ich war so fertig, dass ich noch auf die falsche Seite rennen wollte. Bei der Vpf ging ich ein paar Meter und lief dann erheblich langsamer als beim ersten Lauf durch die Altstadt. Auf der 2. Runde nahm ich mir auch wieder Zeit bei der Vpf aber Sabine feuerte mich an, den vor mir noch zu überholen (die genauen Worte schreibe ich lieber nicht ;-)). Das trieb mich wieder an den "bequemen" Trott zu verlassen. Bereits hinter der nächsten Kurve holte ich ihn ein und liess ihn hinter mir.
Dann endlich sah ich das Ziel und spurtete noch ein wenig. Bei handgestoppten 1Std11 blieb die Zeit stehen, ca. 2 Min langsamer als im Vorjahr.

Im Ziel unterhielten wir uns zuerst noch eine Weile mit den Altermatt's dann noch mit Andrea und Benno K. die beide den Intervall Duathlon (4-16-4-16-4) bestritten hatten.
Nach dem Duschen fuhren wir nach Hause um den Tag mit Essen, Ruhen und Tatort schauen ausklingen zu lassen.

Foto: da es (noch) keins von mir gibt habe ich das von Ronnie S. genommen

Sonntag, 6. Mai 2012

5. Domleschger Waffenlauf

Heute ist mit dem Domleschger Waffenlauf die Waffenlaufsaison eröffnet worden. Am Freitag konnte ich meine neuen Einlagen holen und so wagte ich mich nach fast 2 Wochen Laufpause wegen Fussballen-Schmerzen, wieder in die Laufschuhe. Früh um 6.15Uhr machten wir uns auf den Weg Richtung Grabünden. Wir hatten die Strassen fast für uns alleine und so kamen wir zügig voran. Kurz vor Scharans sind wir noch eingekehrt und haben uns noch Kaffee und Gipfeli genehmigt.

In Scharans bei der Stiftung Scalottas angekommen, holten wir unsere Startnummern und das Tenue "Grün". Schon viele bekannte Gesichter waren da und nach ein paar Gesprächen gings in die Garderobe zum Umziehen. Das Wetter war nicht grad berauschend, Nebel und immer wieder Regen. Aber da wir bei der Kleiderwahl sowieso nicht die Wahl hatten, war das für einmal nicht das Problem :-) !

Nach einem kurzen Einlaufen stellten wir uns schon bald im Startbereich ein, Rainer ein wenig weiter hinten als ich. Mein Ziel heute war ja der 3. Rang Overall bei den Damen, wobei ich keine Ahnung hatte, ob mein Fuss mitmachen würde. Um Punkt 10.00Uhr war der Start und es ging gleich los wie der Blitz, da die ersten 3km abwärts verliefen. Meinen ersten Kilometer bin ich in 4.10 gelaufen, den zweiten in 4.27 und den dritten in 4.57. Dann kam die erste saftige Steigung und ich merkte schon, dass ich wohl doch etwas zu schnell angelaufen bin....und ich musste das erste Mal ins Gehen wechseln. Schon bald kam der erste Verpflegungsposten und dann gings gestärkt weiter. Wir wurden ständig begleitet von einem leichten Regen der aber überhaupt nicht unangenehm war, da es im Kämpfer doch ziemlich warm war.

Mein Fuss spürte ich fast gar nicht und ich hoffte, dass das bis ins Ziel so bleiben würde und die neuen Einlagen sich auszahlen würden. Der Domleschger-Lauf ist landschaftlich total schön, obwohl man heute nicht allzuviel sehen konnte, ist die Strecke doch sehr abwechslungsreich. Ueber Feldwege, Wiesen, Single-Trails und auch ein Stück Teer geht es ständig hoch und wieder runter. Und dazu hat es zwei markante Steigungen, welchen dann jeweils auch ein rasanter Down-Hill folgt.

Ich merkte, dass ich doch ein paar Tage nicht mehr gelaufen bin und die zusätzlichen 5kg auf dem Rücken machten das Ganze auch nicht einfacher aber ich lag voll in meinem Zeitplan und war das ganze Rennen über an 3. Stelle bei den Frauen, wusste jedoch nie, wieweit die 4. Frau hinter mir lag. Endlich bei km 10 hatte ich die letzte grosse Steigung geschafft und als es endlich wieder flach ging, meldeten sich meine Waden mit ziemlich bösen Wadenkrämpfen...jetzt wo ich es schön hätte rollen lassen können! Die letzten 3km geht es praktisch nur noch runter mit einer ganz kurzen Steigung etwa 1km vor dem Ziel. Jetzt hiess es aufpassen, dass ich meine Waden im Griff hatte und sich die Krämpfe nicht plötzlich meldeten. Der letzte Down-Hill (kann man wirklich so sagen, so steil wie das runtergeht), noch ein paar Meter ziehen und ich komme als 3. Frau ins Ziel, ich freu mich so! In 1Std.18Min.08Sek. habe ich die 14,2km und knapp 300hm bewältigt, sogar 36 Sekunden schneller als im Vorjahr :-)! Rainer ist in 1Std.19Min.05Sek. eingelaufen, das bedeutet für ihn 1Min.11Sek. schneller als im Vorjahr - super gemacht, herzliche Gratulation.

Nachdem wir uns im Festzelt gestärkt und die Rangverkündigung abgewartet hatten, machten wir uns zufrieden auf Richtung Fricktal. Und jetzt stell ich mich dann gleich in die Küche und zum z'Nacht gibt's Kalbssteak an einer Morchelrahmsauce :-)!

Domleschg war trotz des schlechten Wetters die Reise wert!

Sonntag, 22. April 2012

Zürich Marathon - Trainingslauf ?

Eigentlich hatte ich mich entschieden nie mehr den Zürich Marathon zu laufen, da ich 2 Mal schlechte Erfahrung gemacht hatte (starke Magenschmerzen wegen Getränk).

An dem Wochenende stand ein 35 km Lauf auf meinem Trainingsplan und ich erhielt die Möglichkeit eine Startnummer zu übernehmen. So dachte ich, laufe ich halt diese 35 km (oder ein wenig mehr) am Zürich Marathon als Training. Ich dachte ich kann jederzeit aussteigen und die Zeit ist sowieso sekundär. Da ich das Eptinger nicht gut vertrage habe ich die letzten paar Tage vor dem Marathon sogar davon getrunken um meinen Magen "einzustimmen".

Schon um 5 Uhr musste ich raus aus den Federn. Da wir am Vorabend am Wiedlisbacher Lauftag waren und danach noch an Miggu's 1000. Lauf Feier war ich noch sehr müde und die Vorbereitung war ganz anders als optimal. Aber was soll's, ich laufe ja heute einen Trainingslauf.

Kurz vor 6 fuhr ich los, da ich mein Auto am Bahnhof in Kilchberg ZH abstellen wollte und dort dann für eine Station den Zug nehmen. Auf dem Weg dorthin fuhr ich die Seestrasse entlang und sah bei der Landiwiese einen fast freien Parkplatz (ca. 50 Plätze). Kein Parkverbotschild und am Sonntag auch keine Gebühren und schon stand mein Auto dort. Dadurch war ich schon ein wenig früher im Start-/Zielgelände als geplant. Die restliche Zeit verbrachte ich mit den üblichen Vorbereitungsarbeiten und auch mit dem Unterhalten einiger mir bekannten Leute.

Kurz vor dem Start reihte ich mich bei ca. 4Std15 ein, aber als ich all diese Team-Runners vor mir sah entschied ich mich um und stand beim 3Std45 Ballon ein. Dann ging es los, zuerst mit dem üblichen Stop-and-Go. Es ging ein Weile bis ich meinen Rhythmus fand. Dieser lag dann bei ca. 5min20 pro km, also schneller als ich sollte/wollte. Aber ich fühlte mich so gut, obwohl ich "abbremste" immer wieder bei den 5m20 landete. Dann soll es halt so sein, ich werde dann automatisch langsamer.

Zuerst gibt es ja eine Runde durch die Stadt und wieder zurück zu Start-/Ziel. Am Start war es noch trocken, aber schon kurz darauf begann es zu regnen. Zuerst leicht, dann immer stärker. Mit der Zeit bekam ich kalte Hände. Auch der Wind war gar nicht angenehm. Aber besser so als 25 Grad. Die Strecke war betreffend Split-Zeiten in 4 Abschnitte eingeteilt, ca. 10.5 km. Den ersten Abschnitt bin ich in knapp 56 min (5:18/km) gelaufen und es ging mir noch gut. Endlich ging es dann Richtung Meilen, obwohl ich diese Stück gar nicht gerne habe. Mir ist die Strecke zu langweilig, zuviel Beton, nichts Besonderes. Bald rauschten uns die schnellen Kenianer, bereits wieder auf dem Weg nach Zürich, entgegen. Und dann ein wenig später auch die beiden schnellen Schweizer, Christian Kreienbühl (Anna, seine Mutter habe ich am Start getroffen und Fridolin, sein Vater später unterwegs; wir kennen sie von den Waffenläufen etc.), und Patrick Wieser. Später liefen uns immer mehr entgegen. Zu der Zeit lief ich links (also in der Strassenmitte) und wechselte dann auf rechts, weil links nicht sehr motivierend war. Die Halbmarathonmarke passierte ich in 1:52:51, somit lief ich den 2. Teil in 56min53 (5:24/km) und fühlte mich immer noch gut.

Nach ca. 2Std10 passierte ich Meilen (km 24.5). Zu der Zeit lief der Sieger bereits durchs Ziel, aber den Gedanken hatte ich da nicht. Nun ging es zurück Richtung Zürich. Nun sah ich die langsameren Läufer und war froh, so weit zu sein. Langsam fühlte es sich nicht mehr so leicht an. Auch das Laufen auf dem Asphalt bereitete mir Schmerzen. In der letzten Zeit lief ich viel mehr auf Waldwegen und Pfaden, was auch viel mehr Spass macht. Den 3. Teil lief ich in 56min46 (5:23/km) und somit sogar 7 sec schneller als der 2. Teil. Wenn das nur gut geht. In der Zwischenzeit hatte ich mich aufgrund meines Befindes dazu entschlossen nicht die angepeilten 4Std15-30 zu laufen sondern unter 4Std. Somit habe ich den Trainingslauf irgendwo zwischen km 20 und 30 begraben (R.I.P Trainingslauf).

Meine Oberschenkel begannen nun vorne zu schmerzen. Und auf der rechten Seite machte sich so was wie der Anfang eines Krampfes bemerkbar. Schnell eine Salztablette zu mir nehmen um die Situation nicht noch schlechter werden zu lassen. Auch der innere Schweinehund begann sich bemerkbar zu machen. Es wurde immer schwieriger und die vielen LäuferInnen die nun ins Gehen wechselten oder am Strassenrand am Dehnen waren halfen auch nicht wirklich. Endlich ging es links in die Bahnhofstrasse. Endlich km 40, aber die beiden letzten waren einen grossen Krampf. Auch wurde ich langsamer. Aber ich wusste nun, dass ich eine Zeit unterhalb 4 Std laufen werde. Mittlerweile kam sogar die Sonne raus, obwohl ich da lieber einen leichten Regen gehabt hätte.


Endlich war das Ziel in Sicht und nach 3Std48min10sec lief ich durch. Das 4. Teilstück lief ich in 58min33 (5:33/km), also gar nicht so schlecht. Ich wusste aber auch, dass ich die nächsten Tage für diesen Effort noch büssen werde. Ich holte mir noch das Finisher-Shirt und meinen Kleidersack, zog mich um, setzte mich ins Auto und fuhr nach Hause.

Glücklich, aber abgekämpft verbrachte ich den Rest des Sonntags hauptsächlich noch auf dem Sofa. Die nächsten paar Tage ging ich jeweils spazieren, an Laufen war nicht zu denken.

Und es ist schon wieder bewiesen:
einen Trainingslauf in einem Wettkampf laufen GEHT EINFACH NICHT!




Samstag, 21. April 2012

Wiedlisbacher Lauftag

Eigentlich wollte ich ja einen nicht so schnellen 10er Trainingslauf machen. Aber Miggu wird heute in Wiedlisbach seinen 1000. Wettkampf bestreiten und hat uns eingeladen, dies mit ihm und anderen Lauffreunden zu feiern. Also habe ich mich für die 11km angemeldet. Da Rainer am Sonntag den Zürich Marathon laufen wird, hat er von einer Teilnahme abgesehen und uns Läufer als Zuschauer und Fotograf unterstützt.

Viel zu früh sind wir in Wiedlisbach angekommen und haben uns deshalb erst noch einen Kaffee gegönnt. Nach und nach sind die Läufer eingetroffen und nach etlichen Gesprächen mit vielen bekannten Gesichtern musste ich mich dann doch mal umziehen und richtig warmlaufen, damit mein Oberschenkel nicht doch wieder Zicken machen würde.... Um 14.45Uhr erfolgte der Start über 2 Runden. Die ersten zwei Kilometer verliefen leicht abfallend und dementsprechend hoch war das Tempo, danach kommt schon bald ein Anstieg - was aber noch schlimmer war, ein Gegenwind vom Feinsten, das war ein Kampf um jeden Meter, der Wind blies mir so heftig ins Gesicht und nirgendwo ein Läufer hinter dem ich mich hätte verstecken können! Aber es lief mir trotzdem sehr gut und ich hatte richtig Spass am Laufen. Eine Runde war bald geschafft, bei km 4,5 standen Rainer, Gabriele und Ricarda und es war toll ein wenig Unterstützung zu bekommen. Eine kurze Runde durchs Städtchen an der Guggemusik vorbei und schon war ich auf der 2. Runde.

Das zweite Mal war bedeutend härter, ich hatte das Gefühl als würde ich im Stand laufen, so stark hat der Wind geweht. Die Läuferschar hat sich ziemlich auseinandergezogen und ich hatte wieder keinen Windschutz vor mir. Aber auch nach hinten war lange Zeit niemand zu sehen. So kämpfte ich mich alleine über das windgepeitschte Feld. Zum Glück hatten wir dann auf den letzten knapp 2 Kilometern Rückenwind. Da standen dann auch wieder Gabriele und Ricarda und Rici hat mich die letzte Steigung hochgezogen, sodass ich mich fast übernommen hab :-) war echt lieb und hat mich riesig gefreut von den Mädels Unterstützung bekommen zu haben.

Bevor es dann endgültig auf die Zielgerade ging, sass nochmals Rainer und machte Bilder und feuerte mich für den Endspurt an. Endlich die letzte Kurve und den Zielbogen vor Augen. Kaputt aber happy darüber dass mein Oberschenkel gehalten hat und über eine tolle Zeit hab ich die Ziellinie überquert! Für die 11km mit viel Gegenwind habe ich 48Min.22Sek. benötigt, an der Rangverkündigung durfte ich mit dieser Zeit in meiner Kategorie auf den 3. Podestplatz. Cool!!

Nach Rangverkündigung und Verlosung haben wir die Lokalität gewechselt und uns von Miggu und seiner besseren Hälfte Susanne mit Steaks, Salaten, feinem Brot (von Luzia gebacken) und zum Dessert verschiedene Torten, verwöhnen lassen. Danke vielmals für die Einladung und den supergemütlichen Abend im Kreise von unseren Lauffreunden. Miggu gratulieren wir an dieser Stelle nochmals recht Herzlich zu seinem 1000. Wettkampf und freuen uns auf noch viele gemeinsame Wettkampfteilnahmen - wir immer etwas langsamer als er ;-)!!!!

Da Rainer ja am nächsten Tag früh nach Zürich musste, haben wir uns nicht allzuspät auf den Heimweg gemacht. Es war ein absolut erfolgreicher und schöner Tag der einen gemütlichen Ausklang gefunden hat.

Donnerstag, 12. April 2012

GP Fricktal - Osterlauf

Wie jedes Jahr am Ostersamstag fand unser "Heimlauf" statt. Wieder mit am Start war auch unsere Jüngste. Aus diesem Grund mussten wir schon gegen 10.30 Uhr auf dem Wettkampfgelände sein. Alisha war schon sehr nervös und um 11.40 fiel dann der Startschuss für die 1,6km der weiblichen Jugend A. Wohl etwas zu schnell ins Rennen gestartet, musste Alisha auf der zweiten Streckenhälfte wegen Magenschmerzen z.T. ins Gehen wechseln. Trotzdem hat sie tapfer gekämpft und ist schlussendlich erleichtert ins Ziel eingelaufen. Sie hat sich auf dem 24. Rang platziert und hatte doch immer noch 11 Mädchen hinter sich gelassen. Jetzt ist ihr Ehrgeiz geweckt und sie trainiert fleissig für den Powerkids-Wettkampf in Zofingen.

Nach langer Warterei und Schuheinkauf bei Leo ging es für uns um 13.30Uhr auf die 10 Meilen-Strecke. Ich war schon lange nicht mehr so nervös wie vor diesem Lauf. Lag es wohl daran, dass ich in letzter Zeit sehr wenig Wettkämpfe bestritten habe, oder dass es unser Heimlauf war oder einfach daran, dass ich keine Ahnung hatte, was drin liegen könnte.....! Ich habe mir vorgenommen, eine Pace von 4Min30Sec pro km zu laufen und habe mich gleich zu Beginn an meine Uhr gehalten. Auf den ersten 5km nach Oeschgen und zurück kam die Sonne zwischen den Wolken hervor und ich hatte viel zu warm mit meinen 2 Schichten.... Die 2. Schlaufe der Strecke führte viel durch den Wald und hier war es dann wieder sehr angenehm.

Unsere ältere Tochter Jessica und ihr Freund Pascal standen an der Strecke und haben uns tatkräftig angefeuert und Jessica hat ein paar Fotos gemacht. Es lief sehr gut, ich konnte meine Pace halten. Bei km 6,5 war die erste Verpflegung und ich war froh um das Wasser. Bis hier war vom Wind noch nicht soviel zu spüren gewesen, was sich aber im späteren Verlauf noch ändern sollte. Irgendwo im Wald traf ich auf Sandra Zolliker und wir liefen lange Zeit gemeinsam, einmal hat sie gezogen dann ich. Bei km 10,5 kamen wir an die berüchtigte Treppe, ein totaler Rhythmuskiller, hier konnte Sandra mein Tempo nicht mehr halten und ich bin alleine weitergezogen. Oben war dann die zweite Verpflegung, schnell ein Becher Wasser und weiter gings. Jetzt meldete sich der Wind, ich lief vorneweg in einer Dreiergruppe und hoffte, dass die anderen zwei sich auch mal vor mich setzen würden aber denkste.... Nach einer Kurve wurde der Wind noch stärker und ich habe Tempo rausgenommen, sodass meine Windschattenläufer nach vorne mussten. Jetzt habe ich mich etwas hinten angehängt. Nach einer Weile und einem Blick auf meine Uhr merkte ich, dass der Läufer immer langsamer wurde, so habe ich mich wieder nach vorne an die Spitze gesetzt und die Beiden natürlich wieder hinter mir. Bald kamen wir wieder zum Punkt der ersten Verpflegung und dort ging es einen kurzen Anstieg hoch. Hier konnte ich meinen Rhythmus nicht mehr halten und habe gemerkt, dass ich aufpassen musste, um nicht einen Asthma-Anfall zu bekommen. Meine beiden Windschatten-"Schmarotzer" sind einfach davongezogen...ich hatte keine Chance mehr dranzubleiben.

Mein Blick auf die Uhr sagte mir aber, dass ich mein Ziel erreichen würde und so war mir das auch nicht so wichtig. Nach 1Std.12Min.03Sek. bin ich ins Ziel eingelaufen, meine zweitschnellste Zeit bei diesem Wettkampf, Rang 7 in der Kat. und Rang 22 Overall Damen. Ich war mehr als zufrieden. Die Windschattenläuferin hat sich noch bedankt und gemeint, ich hätte ihr leid getan......naja sie hätte sich ja auch mal nach vorne setzen können. Aber ich erkämpfe mir meine Zeiten gerne selber....

Rainer ist nur ganz kurz hinter mir eingelaufen. Er hat sich gequält und ist dafür mit einer neuen persönlichen Bestzeit auf der Strecke belohnt worden. Für ihn blieb die Uhr bei 1Std.12Min.55Sek. stehen.

Nach einer wohltuenden Dusche haben wir uns dem After-Running zugewandt und mit den Läufer/innen aus Niederbipp den gemütlichen Teil des Tages bei Kaffee und Kuchen genossen. Ein erfolgreicher Tag fand dann daheim auf dem Sofa seinen gemütlichen Ausklang!

Samstag, 17. März 2012

Waldlauf Basel

Auf Wunsch von Miggu lief ich beim Waldlauf Basel als Pacemaker für Rolf um ihm mal eine Zeit unter 50 min auf 10 km zu ermöglichen. Er startet normalerweise viel zu schnell und muss dies auf den letzten km um so mehr büssen. Nach dem gestrigen Longjog über 37 km waren meine Beine doch noch schwer und so war ich nicht abgeneigt dem Wunsch zu entsprechen.


Auf 2 Runden à 5 km ging es durch den Hardwald in Birsfelden und zum ersten Mal wirklich in kurz. Man wollte schon fast wieder jammern, dass es zu warm ist. Aber das lassen wir schön bleiben.
Auf der ersten Runde musste ich Rolf eher bremsen. Wir liefen relativ locker in der angepeilten Pace. Aber bereits anfangs der 2. Runde hatte er Schwierigkeiten mir zu folgen. Ich musste mich immer wieder zurückfallen lassen um ihn zu ermutigen ein wenig mehr zu kämpfen. Dies half auch kurzfristig, aber schon wurde er wieder langsamer. Trotzdem lag das Ziel von unter 50 min immer noch gut in Reichweite. Ca. 1.5 km vor dem Ziel beschleunigte ich und Miggu, welcher schon im Ziel war und uns entgegen kam, übernahm das letzte Stück. So konnte ich noch ein paar LäuferInnen ein- und überholen. Ich fühlte mich recht gut und hätte heute, trotz den 37 km von gestern, schneller laufen können. In 47min19 lief ich ins Ziel. Rolf kam ein wenig mehr als 1 min nach mir auch ins Ziel und mit einer Zeit unter 49 min hat er das anvisierte Ziel "locker" erreicht. Well done.

Nach dem obligaten Kaffee, Kuchen und Tratsch machten wir uns auf den Heimweg um die Bipper später wieder zu treffen. Wir schauten bei Luzia und Martin in Niederbipp dem Feuerwerk der Sonnwendfeier zu.

Samstag, 28. Januar 2012

CRUX Winter Ultra Run

Der CRUX Winter Ultra Run ist ein Lauf (kein Wettkampf) mit max. 54 km sowie +/- 2'500 Höhenmeter auf dem Zürcher Höhenweg (Route 69).  Der Start ist in Kollbrunn und das Ziel in Schmerikon am Zürchersee. Es gibt weder Verpflegungs- noch Hilfeposten. Auch ist die Strecke nicht markiert. Man erhält am Start eine Karte mit Höhenprofil sowie ein paar weitere Angaben (Tel. No., Zeitplan, etc.). Sabine und ich hatten uns kurzfristig entschieden teilzunehmen, aber bereits den Ausstiegspunkt auf km 43 festgelegt.



Um 07:00 sind wir abgefahren und waren kurz vor 8 Uhr in Kollbrunn. Ueber Nacht hatte es bis in tiefen Lagen geschneit und anhand der Webcam's konnten wir bereits in den Vortagen sehen, dass uns viel Schnee erwarten wird. Auf dem Parkplatz beim Bahnhof machten wir uns bereit. Aus verschiedenen Richtungen kamen weitere LäuferInnen zum Treffpunkt, dem Wartesaal. Dort begrüsste man sich (vorwiegend in Englisch), bekam die letzten Informationen und mussten noch einen Waiver unterzeichnen um zu bestätigen, dass wir völlig auf uns alleine gestellt sind.



Um 08:45, 15 min später als geplant, ging es los. Nach einer sehr kurzen Flachpassage ging es hoch Richtung Schauenberg. Der Schnee war hier noch recht spärlich. Die Gruppe von ca. 16 LäuferInnen zog sich schon bald auseinander. Sabine und ich nahmen es eher gemütlich aber einfach fühlte es sich deswegen trotzdem nicht an. Je weiter wir nach oben kamen desto mehr Schnee. Das Wetter war nicht gerade schön aber wegen der mit Schnee behangenen Bäume hatte es doch seinen Charme. Und das bekannte Knirschen bei jedem Schritt liess uns doch die Strapazen fast vergessen.


Nach 1Std20 befanden wir uns bei Schauenberg auf 891 Meter, dem höchsten Punkt der ersten Teiletappe. Dann ging es nach Seelmatten auf 598 Meter runter nur um wieder steil raufzulaufen. Aber wir wussten ja anhand des Profiles, dass die Hauptrichtung aufwärts hiess. Auch hatte es immer mehr Schnee - wir befanden uns im tiefsten Winter.


Auf den nächsten Kilometern das gleiche Bild, nur dass die Schneemenge noch grösser wurde. Bei km 28 trafen wir uns zur Verpflegung im Bergrestaurant Hulftegg,welches wir um ca. 13:00 Uhr erreichten. Dort haben wir zur Stärkung Rivella und eine heisse Schokolade getrunken sowie einen Biber gegessen. Einer hatte sich sogar einen Toast Hawaii gegönnt.

Gestärkt ging es 20 Minuten später wieder weiter. Durch das Warten in den nassen Kleidern wurde uns ein wenig kalt. Aber schon bald kam die Wärme wieder zurück. Unser nächster Fixpunkt war das Schnebelhorn auf 1'291 Meter.  Langsam wurde das Wetter immer schlechter. Sehr starker Wind (Bise), Nebel und der viele Schnee zerrte an unseren Kräften aber auch an der Motivation. Zusätzlich war das Finden des Wanderweges schon langsam eine Lotterie.


Um 14:42 erreichten wir das Schnebelhorn. Für die 35 km haben wir inkl. Restaurant-Besuch und aller Fotohalts ca. 6 Std gebraucht. Auf den nächsten Kilometer zeigte sich immer mehr, dass ein Finden von Wanderwegen bei solchen Verhältnissen fast ein Ding der Unmöglichkeit war. Ausserdem litt aufgrund der Müdigkeit die Konzentration. Wie hoch der Schnee war ist auf diesem Bild ersichtlich:

Nein, ich bin nicht gewachsen!
Ein Vorwärtskommen wurde immer schwieriger aber es machte auch richtig Spass im Schnee rumzutollen. Der Weg wurde immer krimineller. Auf einmal gab der Schnee unterhalb des Schuhes nach und Du stecktest mit nur einem Bein fast bis zu den Hüften im Schnee. Man musste aufpassen sich nicht zu verletzen. Bei den steilen Abhängen rutschten wir auf dem Hintern runter, hier wäre ein Bobschlitten hilfreich gewesen. Wir fühlten uns teilweise wieder in die Kindheit zurückversetzt, was wir mit Jauchzen, Lachen und Schreien untermalten.


Wir kamen immer langsamer voran; auch mussten wir immer öfter die Karte konsultieren. Aufgrund der schlechten Sicht-Verhältnisse und der nahenden Dunkelheit entschieden wir alle bei km 39 (auf 1'230 Höhenmeter) den Lauf für alle abzubrechen und runter zur nächsten Busstation zu laufen. Für Sabine und mich wäre hier ja sowieso Schluss gewesen.

Wir liefen den direkten Weg zum nächsten Ort runter; über 400 Höhenmeter auf ca. 2 km. Ein Stück war so steil und es hatte so viel Schnee, dass ein Haufen von Erwachsenen jauchzend, johlend, schreiend, lachend auf alle erdenklichen Arten (auf dem Bauch, auf dem Hinter, rollend, hüpfend, rennend etc.) den Hang sich runterbewegten. Das war lustig und ein guter Abschluss des harten Laufes. Wir mussten noch zur nächsten Busstation rennen. Dort angelangt kam gerade, wie geplant, der nächste Bus Richtung Schmerikon. Vor fast 8 Std sind wir in Kollbrunn gestartet und haben eine Strecke von ca. 42.3 km sowie fast 2'000 Höhenmeter rauf und über 1'500 runter hinter uns gebracht.


Kurz vor 17:00 kamen wir an unserem Ziel, dem Restaurant Seehof an und als Erstes wechselten wir unsere Kleidung. Für uns waren bereits ein paar Tische reserviert. Um ca. 18:00 kam der Einzige, welcher die ganze Strecke gelaufen ist, auch am Ziel an. Er lief bereits letztes Jahr (1. Austragung) schon mit und sagte, dass er die Strecke nur dank dem letztjährigen Track wieder gefunden hatte. Hut ab vor der Leistung!
Bei Trinken, Essen und Quatschen verbrachten wir die nächsten knapp 2 Stunden bevor es dann mit 3 Mal Umsteigen zurück nach Kollbrunn zum Auto ging.

Es war ein sehr schöner aber auch anstrengender Tag. Ein Haufen zusammengewürfelter Leute verschiedener Nationalitäten (Schweiz, England, Frankreich, Deutschland etc.) trafen sich zu einem harten aber auch schönen Lauf im tief verschneiten Zürcher Oberland (inkl. Thurgau und St. Gallen). Danke allen für die schönen Stunden und die interessanten Gespräche.

Weitere Fotos hat es noch auf Picasweb.