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Samstag, 12. September 2015

Jungfrau Marathon / Geburtstag

Vor ziemlich genau 11 Jahren, nämlich am 11. September 2004 lief ich meinen ersten Marathon, den Jungfrau Marathon. Auf diesen Marathon hatte ich mich während 9 Monaten so optimal wie möglich vorbereitet und lief nach 5Std35 ins Ziel. Ich hatte damals Angst die Schlusszeiten, vor allem bei Wixi, nicht einhalten zu können, was aber absolut kein Thema war. Bis 2008 nahm ich jedes Jahr teil aber die Staus auf den Moränen sowie die Odyssee beim Runterkommen habe mich entscheiden lassen nach der 5. Teilnahme aufzuhören.
Dieses Jahr fiel das Datum genau auf meinen 51. Geburtstag und so machte ich aus Jux an einer Verlosung mit bei welcher ich dann auch noch einen Gratis-Startplatz gewann. Ich liess es aber offen ob ich überhaupt starten werde. Sabine wird eine Woche nach dem Powerman Long Distance sicher nicht starten aber sie wird mich unterstützen, das gefällt mir. Ich hatte ja nur den Powerman Short gefinished. Aber meine Lauftrainings-Bilanz sieht nicht wirklich rosig aus, 25 km im August, 14 km im Juli, 27 km im Juni etc. aber ich habe ja noch ein paar Stunden auf dem MTB bzw. Rennvelo verbracht.

Aufgrund der Wetteraussichten habe ich mich dann entschieden meinen Geburtstag im Berner Oberland zu feiern. Um 04:45 war Tagwache und um 05:30 waren wir bereits nach Interlaken unterwegs. Wir kamen gut voran und parkten so um ca. 07:15 das Auto in der Nähe des Startgeländes. Bis zum Start galt es die üblichen Startvorbereitungen zu treffen sowie natürlich mit den uns bekannten LäuferInnen zu quatschen. Sabine machte sich dann bald mit meinem Auto auf den Weg nach Grindelwald. Dort nahm sie dann die Bahn via Kleine Scheidegg nach Wengen um mich und andere bei km 30 anzufeuern. Ich habe mich dann knapp vor dem 6 Std. Pacemaker eingereiht und mit einigen Läuferkollegen gequatscht. Um 09:00 dann die Böllerschüsse zum Start, aber es dauerte noch fast 2 Minuten bis ich wirklich über die Startlinie lief. Nur nicht zu schnell los aber es war schon recht eng so weit hinten. Nach einer Schlaufe von 3 km nochmals über die Startlinie aber dann raus aus Interlaken. Ich konnte recht konstante km-Zeiten laufen und habe auch bei jedem Verpflegungsposten angehalten und mich in Ruhe verpflegt. Vor dem Start hatte ich mir noch ein 5Std50 Plan geholt, ich dachte heute wird es eng werden betreffend Schlusszeiten und eine Indikation wann ich wo sein sollte war nicht schlecht. Kurz vor 10 Uhr, nach 56min15 Netto-Laufzeit waren die ersten 10 km absolviert, sogar ein bisschen schneller als gemäss Plan. Kurz danach die erste Steigung in welcher ich "the Legend" überholte. Ich habe ihn gegrüsst, aber er hat mich wohl nicht erkannt. Später kam dann das Stück welches ich am liebsten laufe, nämlich im Wald und rechts davon der Fluss. Ich fand es fast nervend und war überrascht dass bei einer Verengung ich schon warten und dann nur gehen konnte. Auch das war Etwas was mich früher auch schon gestört hat, aber heute war es kein wirkliches Problem.

Dann kam Lauterbrunnen und die Halbmarathon-Marke, die ich nach ca 2Std07 passierte. Es ging mir noch recht gut nur war es mir fast zu warm. Kurz vor der Verpflegung bei km 25 überholte ich den 5Std30 Pacemaker und fragte mich ob ich "falsch" lief oder er. Das war nur ein kurzer Gedanke denn bald begann der wirkliche Bergmarathon rauf nach Wengen. Alle wechselten in den Laufschritt, ich sogar schneller als viele meiner Mitstreiter. Manchmal war das Vorbeikommen gar nicht einfach da es recht viele LäuferInnen hatte und auch teilweise widerwillig Platz gemacht wurde. Der Weg nach Wengen kam mir noch nie so kurz vor, aber einfach war es deswegen trotzdem nicht. Nach ca. 3Std20 traf ich Sabine und sie hatte zum Glück Rivella dabei. Der Stopp war nur von kurzer Dauer. 30 Km habe ich bereits hinter mich gebracht und es ging mir noch relativ gut. Die nächsten Kilometer mag ich nicht so gerne. Aussichtsmässig zwar toll aber ich habe immer Mühe bei den Flachpassagen ins Rennen zu wechseln. Auch machte sich leider mein Magen negativ bemerkbar und beim schnelleren Laufen hatte ich grosse Schmerzen. In der Zwischenzeit war mir klar, dass auch heute die Schlusszeiten kein Thema sind. Die Abzweigung Wixi (km 38) erreichte ich nach 4Std40. Nun noch ein wenig mehr als 4 km. Ich durfte auf der linken Seite zu Haregg (oder wie das heisst) rauf. Von dort war leider nicht mal ein "normales" Vorwärtskommen möglich. Oft ging es recht langsam voran und manchmal musste ich auch ein paar Sekunden stehen bleiben. Schade, aber so ist es nun mal am Jungfrau Marathon. Dann endlich die Abzweigung beim Eigergletscher. Ich versuchte irgendwie die Gefühle von 2004 nachzuempfinden, aber das gelang mir nicht mal im Ansatz. Wenn nur die Schmerzen im Magen nicht wären, ich muss da mal Ernährungstechnisch einen Fortschritt machen. Das hinderte mich aber nicht daran die letzten paar hundert Meter noch Gas zu geben. Nach 5Std31min40sec lief ich bei meiner 6. Teilnahme über den Zielstrich, meine 3. beste Zeit. Ich war mehr als zufrieden!


Sabine überraschte mich im Ziel mit einem kleinen Kuchen und einem Happy Birthday Banner drauf. Wie süss. Danke Dir vielmals, auch für den Support. Nach dem Fassen des Finisher-Shirts und dem Gepäck habe ich mich umgezogen. Duschen kann ich dann ja zuhause :-).  Mangels Platz auf den Bänken haben wir uns draussen hingesetzt und ein Bier (nur Radler) getrunken. 


Nachdem wir die neugierigen Leute um uns aufgeklärt hatten betreffend dem Kuchen haben sie mir spontan das "Happy Birthday" gesungen. Das war mir fast peinlich, aber ich hatte es ja auch forciert.

Nach einer Weile haben wir uns auf den Weg nach Grindelwald gemacht. Da wiederum ein Grund wieso ich den JM nicht so mag. Einerseits musste ich stehen und andererseits war es sehr heiss im Wagen. Auch musste der Zug immer wieder warten um die Züge aus Grindelwald durchzulassen. Auch hier hatte ich die Aufmerksamkeit mit dem Kuchen auf mich gezogen und ein zweites, noch lauteres Happy Birthday gehört. Endlich kamen wir in Grindelwald Grund an. Nur schnell raus aus dem Wagen zum Auto und auf den Weg nach Hause. Auf der Kleinen Scheidegg konnte ich noch nichts essen aber mittlerweile hatten wir beide Hunger. Im Grauholz haben wir unser Nachtessen eingenommen und um 20:00 waren wir dann endlich daheim.

Es war ein schöner Tag und ich war sehr zufrieden aber auch ziemlich müde. Muskelkater begleitete mich die nächsten Tage. Ob ich da wieder mal starte; never say never.


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