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Sonntag, 7. Juni 2009

LGT Marathon - eine Wasserschlacht

Bereits im Vorfeld zeichnete sich ab, dass der Samstag wettermässig der schlechteste Tag der Woche werden würde. So kam es, dass wir uns um 6.00Uhr früh bei Regen auf den Weg machten. Zwischendurch ein paar trockene Momente und dann immer wieder das Nass von oben das uns den ganzen Tag verfolgen sollte. In Bendern auf dem Startgelände angekommen war es erstmal noch trocken aber der Himmel war verhangen und die Berggipfel irgendwo im Nebel versteckt.

Bei der Startnummernausgabe haben wir Alain Armbruster und auch Renate Werz angetroffen, beides "Lauffreaks" aus Deutschland. Wir standen wohl alle vor der grossen Frage "was ziehe ich an???". Braucht es die Regenjacke, reicht das Kurzarmshirt oder doch was wärmeres. Nach langem Hin- und Her entschied ich mich für lange Aermel und Regenjacke, Rainer wählte kurzärmlig mit Armstulpen.

Kurz vor dem Start suchten wir uns unseren Startplatz, Rainer etwas weiter hinten als ich. Ganz gespannt wartete ich, was der Speaker zu erzählen hatte, denn ich hatte noch eine kleine Ueberraschung für meinen Schatz. Da wir gestern unseren 17. Hochzeitstag hatten und heute am Marathontag unser Jahrestag ist (24Jahre), habe ich den Veranstalter gebeten, eine kleine Mitteilung durchs Mikro zu machen. Die Ueberraschung ist mir gelungen, Rainer war völlig überrascht und platt, dafür ist er dann gleich mit mir gestartet und hat mich auf den ersten paar Kilometern begleitet. Danach bin ich in meinem Tempo weiter und er etwas langsamer. Bis km10 verläuft die Strecke flach und ziemlich unspektakulär und bis dahin war's auch noch trocken. Ich habe schon verflucht, dass ich die Regenjacke mitgenommen habe... Aber pünktlich zur ersten Steigung kam auch der Regen und der war von da an unser ständiger Begleiter. Dazu kamen noch Blitz und Donner und stellenweise ein kalter Wind.
Mir ging es soweit ganz gut und ich lag in meinem Zeitfahrplan sogar etwas voraus, einziges Problem waren meine Hände, ich hatte kein Gefühl mehr und die Finger wurden immer dicker, ansonsten war ich guten Mutes und konnte die ziemlich heftigen Steigungen in zügigem Tempo bewältigen. Hier habe ich dann auch meine Regenjacke angezogen, nass bis auf die Haut war ich zwar schon aber sie schützte mich gegen den Wind und es war wieder etwas angenehmer. Als dann die erste lange Abwärtspassage kam, war der kleine Bergweg schon entsprechend "aufgeweicht", mir machte diese Strecke grossen Spass, Wurzeln, Wasserlachen, Matsch und ich dazwischen....die Schuhe waren bereits durchgeweicht, sodass es keine grosse Rolle mehr spielte wo der Fuss hingesetzt wurde. Trotzdem war grosse Konzentration geboten, damit man auf dem rutschigen Boden nicht das Gleichgewicht verlor.

Bei km 25 war das Ziel des Halbmarathon PLUS, ein wenig neidisch blickte ich auf den Zieleinlauf der Halbmarathonläufer aber meine Motivation war da noch sehr gross und ich machte mich mit einem Lächeln im Gesicht und total unterkühlten Händen auf die weitere Strecke. Jetzt waren die Steigungen schön mässig und gut zu laufen, immer wieder kamen kleine Bäche über den Weg und von Zeit zu Zeit wurden die Schuhe wieder mit Wasser gefüllt! Dann kam der letzte grosse Anstieg nach Sassförkle hoch, hier windet sich ein kleiner Wanderweg steil nach oben und Gänsemarsch war angesagt. Jetzt wurde auch die Kälte immer deutlich spürbarer. Endlich oben angekommen der rettende Verpflegungsposten, viele aufmunternde Worte, eine warme Bouillon und sogar eine kurze Handmassage und schon ging es runter Richtung Malbun. Hier ging es für mich wieder in flottem Tempo weiter und ich konnte noch 2-3 Frauen überholen. Auf diesem Streckenteil konnte man den Speaker im Ziel hören und die warme Dusche war zum greifen nah aber wir mussten erst noch die 5km-Schlaufe um Malbun herum laufen. Erst gab es nochmals einen kräftigen Anstieg und da hatte ich nochmals ganz schön zu kämpfen danach ging es auf einem schmalen Wanderweg mal auf, mal ab, hier hat auch meine Garmin den Geist aufgegeben, ich wusste jedoch, dass ich mein Ziel unter 5 Stunden zu laufen, gut erreichen würde. Ein letzter kurzer Anstieg und dann noch die letzten 2km nach Malbun runter ins Ziel - nochmals richtig rollen lassen, die Regenjacke öffnen, damit die Startnummer sichtbar ist und mit einem glücklichen Lachen ins Ziel einlaufen. Es war geschafft, ich bin mit einer neuen persönlichen Bestzeit (4:45:02) angekommen - ein tolles Gefühl. Schnell das Finisher-Shirt geholt, die Sporttasche gefasst und ab zum Duschzelt. Endlich eine warme Dusche, doch erst kam das Problem, wie öffne ich den Doppelknoten an meinen Laufschuhen mit Fingern ohne Gefühl und die doppelt so dick waren als normal..... Nach der Dusche lief ich wieder Richtung Festzelt um zu sehen, wo Rainer ist. 
Da kam er mir schon entgegen, er war auch sehr zufrieden mit seiner Zeit (5:19:29), die nur wenige Sekunden über seiner Bestzeit auf dieser Strecke liegt. Ihm ist es auf der Strecke ähnlich ergangen, Kälte und Regen forderten ihren Tribut aber auch Rainer hat sich super durchgekämpft. Unterwegs hatte er immer wieder ein paar Motivationsprobleme, doch siegte der Wille über den Körper!

Ich suchte uns einen Platz im Festzelt und holte mir einen warmen Tee. Endlich kam auch Rainer frisch geduscht aber noch immer völlig durchgefroren und mit blauen Lippen und dicken Fingern..... Ich versorgte ihn mit einem Kaffee und seinem obligaten Stück Kuchen. Wir verfolgten noch kurz die Rangverkündigung und machten uns dann mit dem Bus auf den Rückweg zum Startareal wo unser Auto stand. Auf der Heimfahrt hatten wir noch heftige Regengüsse auf der Autobahn doch je mehr Richtung Heimat, desto besser wurde das Wetter.

Alles in allem war es ein superschöner Laufevent bis auf die Kleinigkeit mit dem Wetter! Und wir werden wiederkommen, denn ich will die Strecke auch einmal bei schönem Wetter laufen...!

Hier noch ein Auszug aus dem offiziellen Rennbericht des LGT:
Nach rund 45 Rennminuten begann es zu regnen, obschon die Wetterprognosen für die Region trockene Bedingungen bis in den Nachmittag hinein vorhersagte. Heftiger Regen und die Kälte stellten an die Läufer höchste Ansprüche, die Leistung aller Finisher verdient grössten Respekt. Gefordert wie selten war die Sanität. Behandelt werden mussten Läufer mit Unterkühlung, Muskelkrämpfen und Kreislaufproblemen.

Fazit: Ein toller Lauf, sehr gute Organisation und Helfer, die mit Herzblut bei der Sache sind - wir werden auf jeden Fall wiederkommen.

1 Kommentar:

Hans hat gesagt…

Hallo liebe Lauffreunde.

Trotz Wetter, es war ein toller Tag in Liechtenstein.
Heute habe ich mit Freunden einen 20Kilometer Trainingslauf gemacht.
Ich habe 2 Stunden lang nur vom letzten Samstag gesprochen.

Viele Grüße in die Schweiz.

Hans

PS: Bin ebenfalls bei Blogger registriert.
http://endbeschleuniger.blogspot.com/