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Samstag, 21. August 2010

INFERNO Halbmarathon - "der teuflische Berglauf"

Rainer und ich sind bereits am Freitag nach Lauterbrunnen angereist, vorher haben wir aber noch einen kurzen Abstecher nach Interlaken gemacht und dort zu Mittag gegessen. Nach unserer Ankunft in Lauterbrunenn haben wir dann gleich den Trümmelbachfällen einen Besuch abgestattet. Eindrücklich was für Wassermassen da vom Berg herunterkommen. Nach der Besichtigung haben wir unser Hotel bezogen. Wir fanden eine tolle Unterkunft im Hotel Silberhorn in Lauterbrunnen. Zum Nachtessen war's noch zu früh, so machten wir uns noch auf eine Tour durch Lauterbrunnen - Besichtigung das Startareals auf dem Campingplatz und div. Sportgeschäfte :-)! Das Abendessen haben wir in unserem Hotel eingenommen, zur Abwechslung haben wir uns mal nicht für Pasta entschieden sondern für ein grosses Stück Fleisch!! Das Essen war absolut top.


Nach einer relativ kurzen Nacht und einem fast noch kürzeren Frühstück sind wir erstmal zum Campingplatz um unsere Startunterlagen zu holen. Zurück im Hotel haben wir uns für den Lauf vorbereitet. So kurz nach 9.00Uhr sind wir dann wieder zum Startgelände und haben da Renate Werz angetroffen und ein paar Worte gewechselt. Kleidersäcke und Sporttaschen abgegeben, nochmals auf's WC und schon ging's los. Der 1. Kilometer verlief praktisch flach und sogar etwas abwärts mitten durch Lauterbrunnen, dann gings beim Bahnhof nach links und gleich rein in eine knackige Steigung vorbei an unserem Hotel. Rainer meinte noch "auf dem Balkon zusehen wäre jetzt bequemer..."!

Bis Grütschalp ging es in gleichmässig steiler Steigung nach oben, ich hatte auf den ersten Kilometer Mühe in mein Rennen zu finden. Rainer und ich liefen immer wieder ein Stück zusammen und dann war der eine wieder schneller. Doch dann folgten ein paar flache Kilometer bis zum Sportzentrum in Mürren. Hier konnte ich es richtig rollen lassen und endlich lief es so wie ich es mir vorstellte. Rainer meinte noch ich solle an die kommenden Steigungen denken aber ich fühlte mich gut und konnte auf diesem flachen Stück ohne grosse Anstrengung ein gutes Tempo laufen.

Beim Durchlauf Sportzentrum wurde eine Zwischenzeit genommen. Die Uhr zeigte 1Std. 30Min., das waren 5Min. schneller als Rainers Richtzeit. Ich war gut im Rennen. Doch jetzt gings erst richtig los. Die 2km bis zur Verpflegung Höhenlücke hatten es schon ganz schön in sich. Kurz vor der Verpflegung habe ich einen Blick zurück gemacht und konnte Rainer ausmachen. Schnell habe ich ihm zugewunken und er hat mich gesehen und zurückgewunken. Was jetzt kam muss man selber erlebt haben - das berühmt-berüchtigte Kanonenrohr!! Hier preschen im Winter die Inferno-Skifahrer Richtung Tal und genau hier "kraxelten" wir den Berg hoch!! Einfach nicht studieren, immer einen Fuss vor den anderen setzen und nicht zu weit nach vorne blicken. Hier hatte ich dann erstmals eine Krise, ich habe mein Gel wohl etwas zu spät genommen und die Höhenluft machte sich auch allmählich bemerkbar. Leichter Schwindel und Kopfweh machten mir das Leben zusätzlich schwer....! Bei der Schilthornhütte habe ich mich dann wieder ausreichend verpflegt und ich fühlte kurze Zeit später wie die Lebensgeister wiederkommen. Nur das Kopfweh wurde ich nicht mehr los.

Weiter gings aufwärts über Geröll und Steine, kurz vor der Schilthorntraverse wurde es nochmals etwas flacher und dann kam der letzte Verpflegungsposten. Danach musste zum Teil geklettert werden und es war grosse Konzentration erfordert. Aber es machte Riesenspass in dieser grandiosen Bergwelt dem Gipfel entgegenzugehen. Es folgten ein paar Stufen in den Fels gehauen, zum Glück hatte es hier ein Seil damit man sich etwas halten konnte. Was jetzt folgte war für mich atemberaubend, wir mussten über eine für meine Verhältnisse ziemlich schmale Krete (Gebirgskamm) gehen, rechts und links gings einfach nur steil runter. Zum Glück waren auf beiden Seiten Fangnetze angebracht (ob die wohl halten würden.....). Ich habe beschlossen, keinen Blick mehr nach links und rechts zu machen sonder nur noch nach vorne. So bin ich doch einigermassen zügig über dieses "gefährliche" Stück gekommen. Jetzt nur noch ein paar Meter weiter über Felsen, dann kommt die Treppe hoch zur Plattform. Am Treppengeländer habe ich mich hochgezogen und dann die letzten Meter im "Sprint" und mit einem dicken Grinsen im Gesicht über die Ziellinie. Wow - was für ein Wettkampf - in 3Std. 16Min. von Lauterbrunnen auf's Schilthorn. Ich war mehr als zufrieden.

Für jede Frau gab's im Ziel eine Rose, danach habe ich mein Gepäck geholt und die Kamera gesucht, damit ich Rainer im Ziel mit ein paar Bildern begrüssen konnte. Ich musste nicht allzulange warten und sah ihn schon von weitem. Er ging das letzte steile Stück ziemlich gebückt und er war wohl ziemlich fertig. Oben auf der Plattform angekommen konnte aber auch er noch einen schönen Spurt hinlegen und ist noch unter 3Std.30Min. mit 3Std.29Min. ins Ziel gekommen. Eine neue persönliche Bestzeit für Rainer - Super!!


Zusammen gingen wir nach unten um uns trockene Kleider anzuziehen, das Finisher-Shirt in Empfang zu nehmen und noch etwas zu verpflegen. Danach setzten wir uns noch etwas ins Drehrestaurant und genossen die Bergwelt. Leider hatte es hier oben doch wieder Nebelwolken gegeben, sodass die Sicht nicht so berauschend war.

Nach einer ziemlich langen Reise sind wir dann in Mürren angekommen, wo wir uns erstmal eine erfrischende Dusche und danach unsere wohlverdienten Pasta gönnten. Danach gings weiter nach Lauterbrunnen und von dort mit dem Auto Richtung Fricktal. Unterwegs kam dann auch der Hunger und so machten wir noch Halt für ein Abendessen. Ziemlich müde sind wir dann zu Hause angekommen, noch kurz die Wäsche ausgepackt und in der Waschmaschine verstaut, lagen wir schon bald in unserem Bett und schliefen.

Ein absolut perfektes Laufwochenende - einmalig die Strecke, das Wetter hat gepasst und die Organisation ist super!!

Unsere ganze Hochachtung gilt den Triathleten, die vor diesem teuflischen Berglauf noch Schwimmen, Radfahren und Biken!!!

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